Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM)

Integration ist Dauerbrenner für Deutschland und Europa

Mit der Entwicklung Europas zu einer globalen Einwanderungsregion sind Fragen nach Integrations- und Migrationsprozessen besonders auch in Deutschland zu zentralen gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen geworden. Obschon eine Reihe von Wissenschaftseinrichtungen diese Fragen thematisieren, fehlt bislang eine übergreifende, bündelnde Instanz, die wissenschaftlich international sichtbar ist, Erkenntnisse in den öffentlichen Raum vermittelt und als Ansprechpartner der Politik fungieren kann. Die Hertie-Stiftung, die Bundesagentur für Arbeit (BA) und der Deutsche Fußball-Bund (DFB) haben im Jahr 2011 zusammen mit der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration beschlossen, ein Forschungsinstitut zu Fragen der Integration und Migration aufzubauen. Die Gründung des Instituts erfolgte 2014 an der Humboldt Universität zu Berlin.

Erkenntnisse zu Integrationsfragen erheben und bündeln

Ziel des Instituts ist, Grundlagen und Daten zur Versachlichung der Diskussion über Integrationsfragen in Europa zu schaffen und eine Forschungseinrichtung zur empirischen Forschung von hoher internationaler Reputation und Qualität zu betreiben.

Das BIM verbindet dazu sehr unterschiedliche wissenschaftliche Perspektiven und Methoden aus insgesamt sechs Abteilungen, die alle auf Integrations- und Migrationsthemen fokussieren. Das Spektrum reicht von den Sozialwissenschaften, Ethnologie, Erziehungswissenschaft, Ökonomie über Psychologie und Medizin bis hin zur Sportwissenschaft. So wurde die erste Professur zum Thema Integration und Fußball eingerichtet, um die gesellschaftliche Integrationsfunktion vom Sport zu untersuchen. In der Abteilung Bildung und Integration richtet sich ein Forschungsschwerpunkt auf die Rolle herkunftssprachlicher und zweitsprachlicher Kompetenz für den Bildungserfolg von Jugendlichen.

Das Besondere am BIM ist aber auch, dass die Gründer neben ihrer finanziellen Unterstützung auch eigene Daten und Erhebungen in den wissenschaftlichen Betrieb einbringen. So stellen wir unsere langjährige Erfahrung aus Förderprojekten zu Integration und Chancengerechtigkeit zur Verfügung – z.B.  mit anonymisierten Datenbestände aus den Projekten START, Starke Schule, frühstart und Erste Schritte.

Partner

  • Bundesagentur für Arbeit (BA)
  • Deutscher Fußball-Bund (DFB)
  • Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration

Die Gremien

Institutsleitung

Direktor: Prof. Dr. Wolfgang Kaschuba
Stellv. Direktorin: Prof. Dr. Naika Foroutan
Fakultätsdekanin: Prof. Dr. Julia von Blumenthal

Vorstand

Die Leitung des BIM und jeweils eine Abteilungsleiterin bzw. ein Abteilungsleiter jeder BIM HU-Abteilung bilden den Vorstand.

Kuratorium

Das Kuratorium berät und unterstützt das BIM in den Bereichen Forschung, Lehre, Wissenstransfer, Finanzierung und Öffentlichkeitsarbeit.

Die Mitglieder des Kuratoriums:

  • Aydan Özoğuz, Vorsitzende
    Staatsministerin bei der Bundeskanzlerin und Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration
  • Prof. Dr. Herbert Brücker
    Bundesagentur für Arbeit
  • Dr. Michael Endres
    Vorsitzender des Kuratoriums der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung
  • Reinhard Grindel  
    Präsident des Deutschen Fußball-Bundes
  • Prof. Dr.-Ing. habil. Dr. Sabine Kunst
    Präsidentin der Humboldt Universität zu Berlin
  • Prof. Dr. Julia von Blumenthal
    Dekanin der Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät
  • Prof. Stephen Castles
    The University of Sydney
  • Prof. Dr. Andreas Zick
    Universität Bielefeld
  • Prof. Barbara John

Weitere Informationen

Website des BIM

Pressestimmen

26.04.2016

Umfrage zu Diskriminierungserfahrungen in Deutschland

Vorstellung erster Ergebnisse der Erhebung zu "Diskriminierungserfahrungen in Deutschland" bei der Bundespressekonferenzmehr

07.03.2016

Warum Migranten gegenüber Flüchtlingen skeptisch sind

Direktor des BIM zur Reaktion von Migranten auf Flüchtlingemehr

07.03.2016

„Wir müssen uns bekennen“

Migrationsforscherin vom BIM im Gesprächmehr

Kontakt

Photo of Emanuela  Bernsmann
Dr. Emanuela Bernsmann
+49 69 66 07 56-188
BernsmannEghst.de

Pressekontakt

Dipl.-Pol. Damian Ghamlouche
+49 30 220 15 705
d.ghamlouchehu-berlin.de

Die Menschen hinter den Daten

BIM-Mitglied Ingrid Tucci war als Feldforscherin unterwegs – Ein Treffen in Berlin-Neukölln

Im ersten Moment guckt der Mann am Gemüsestand skeptisch, als Ingrid Tucci ihn anspricht. Ob sie nur ganz schnell ein Foto mit ihm machen könne. Er wäre auch nur von hinten zu sehen. Sie lächelt, redet, er entspannt sich. Der Fotograf drückt auf den Auslöser. Fertig. Tucci verabschiedet sich und lacht. „Das war während unserer Forschung oft so. Im ersten Moment will kaum jemand sprechen. Da musste man immer hartnäckig sein.“

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