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Hertie-Exzellenzprogramm Neurowissenschaften

Informationen zum Stipendium

Bewerbungsunterlagen

Rechtliche Situation

Aktuelle Stipendiaten

Jahrgänge

Alumni


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Informationen zum Stipendium

Arbeitsmöglichkeiten und Beschäftigungsverhältnisse an deutschen Forschungseinrichtungen werden neben der Qualifikation und Leistung des Wissenschaftlers auch durch arbeitsrechtliche Vorschriften bestimmt. Dies führt auch in der Hirnforschung zu Fällen, in denen hervorragende und hochmotivierte Wissenschaftler keine weiteren zeitlich befristeten Arbeitsverträge mehr erhalten können und gezwungen sind, ihre wissenschaftliche Karriere aufzugeben oder an ausländische Forschungsinstitutionen abzuwandern.

Die Hertie-Stiftung will mit einem Stipendienprogramm exzellenten Neurowissenschaftlern, die grundsätzlich keine befristeten Arbeitsverträge mehr erhalten können und die kurz vor dem Sprung auf eine Lebenszeitprofessur stehen, die Fortsetzung ihrer Karriere an  deutschen Forschungseinrichtungen ermöglichen.

Bewerben können sich bei der Hertie-Stiftung zu jedem Zeitpunkt Wissenschaftler aus dem Bereich der Neurowissenschaften und angrenzender Felder, 

  • deren Arbeitsvertrag an einer deutschen Forschungseinrichtung innerhalb der nächsten 12 Monate ausläuft und die weder an dieser noch an einer anderen deutschen Institution einen befristeten Arbeitsvertrag erhalten können
  • die eine Berufung auf eine Professur anstreben und darauf Aussichten haben
  • die durch die Förderung in einem Nachwuchsprogramm (z.B. Heisenberg-Programm der DFG, Nachwuchsgruppen der MPG) ausgezeichnet wurden.

Bewerbungen von Wissenschaftlern, die nur aufgrund fehlender Ressourcen oder interner Regelungen der sie zur Zeit beschäftigenden Institution keine weitere Anstellung an dieser Einrichtung erhalten, können leider nicht berücksichtigt werden.

Grundsätzlich ist die Stiftung jedoch bereit, Härtefälle im Bereich der Befristungsproblematik zu berücksichtigen. Es wird empfohlen, dass Bewerber vor Einreichen der Bewerbungsunterlagen zunächst über eine E-mail-Anfrage mit kurzer Schilderung ihres Falls abklären lassen, ob sie grundsätzlich die Bewerbungskriterien erfüllen. Die E-mail ist an den Leiter des Bereichs Neurowissenschaften der Hertie-Stiftung, Herrn Prof. Dr. Michael Madeja,
zu richten:.

Die Entscheidung über die Aufnahme in das Stipendienprogramm wird von der Hertie-Stiftung nach mehrheitlicher Befürwortung durch eine Jury von Fachwissenschaftlern getroffen.

Neurowissenschaftler aller Disziplinen, die die oben genannten Bedingungen erfüllen, können sich zu jedem Zeitpunkt bewerben. Die Bewerber sollten in der Regel deutsche Staatsangehörige sein; Bewerbungen von ausländischen Kandidaten, die in Deutschland arbeiten, sind möglich. Eine Altersbegrenzung besteht nicht.

Die Stipendien werden für eine Laufzeit von bis zu fünf Jahren vergeben. Eine Förderung über fünf Jahre hinaus ist nicht möglich.

Die Förderung endet mit der Annahme eines Rufes, der Aufnahme einer anderen Berufstätigkeit oder nach Ablauf von fünf Jahren. Bei fehlenden oder völlig unzureichenden Leistungen sowie anderen schwerwiegenden Gründen kann das Stipendium zum jeweiligen Jahresende gekündigt werden.

Stipendiaten werden in ihrem Gehalt Wissenschaftlern der Besoldungsgruppen C2 bzw. C3 gleich gestellt. Die genaue Höhe und die Modalitäten werden nach der Vergabe des Stipendiums in Rücksprache mit dem Stipendiaten festgelegt. Neben dem persönlichen Gehalt beinhaltet das Stipendium eine einmalige Förderung für Sachmittel in Höhe von 50.000,- € für Grundausstattung.

Die Stipendien werden leistungsbezogen dotiert, wobei die Höhe des Stipendiums dem aktuellen Gehalt (in der Regel Bes.Gr. C2) entspricht und bei höherer wissenschaftlicher Leistung auf Bes.Gr. C3 angehoben werden kann. Dazu wird ein Soll-Niveau der wissenschaftlichen Leistung einvernehmlich zwischen Stipendiaten und Gemeinnütziger Hertie-Stiftung vereinbart, das sich primär an der wissenschaftlichen Publikationstätigkeit der letzten drei Jahre orientiert. Am Ende jedes Jahres soll ein Bericht der wissenschaftlichen Leistung (incl. der veröffentlichten Publikationen des Jahres) vom Stipendiaten erstellt werden. Bei signifikanter Leistungssteigerung gegenüber dem vereinbarten Soll-Niveau wird das Gehalt im Folgejahr auf eine Höhe entsprechend Bes.Gr. C3 gesteigert. Die Entscheidung darüber trifft der Bereichsleiter „Neurowissenschaften“ der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung. Weitere Gehaltserhöhungen sind während des Stipendiums nicht vorgesehen.

Ein Wechsel mit dem Stipendium an eine andere deutsche Forschungseinrichtung ist möglich.

Bewerbungsunterlagen

Bewerbungen sind mit dem Bewerbungsformular vorzunehmen, das in der unten stehenden Bewerbungsdatei zu finden ist. Dieses Formular ist mit dem Computer auszufüllen (Schrifttyp Arial 11, Zeilenabstand einfach), und der unterschriebene und mit einem Passfoto versehene Ausdruck ist der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung zuzusenden. Die bearbeitete Bewerbungsdatei ist in digitaler Form beizufügen.

Zur Erleichterung sind in der Datei gelb gehaltene Beispieltexte und -erläuterungen eingefügt, die beim Ausfüllen gelöscht werden sollen. Rückfragen sind bitte an Frau Moors (Tel. 069 / 660756 148) zu richten.

Bewerbungsformular.doc( 53.5 KB)
Rechtliche Situation

Mit der 5. Novelle zum Hochschulrahmengesetz (HRG)  vom 23.02.2002 hatte der Gesetzgeber eine einheitliche Regelung für befristete Arbeitsverträge bei Wissenschaftlern einführen wollen, die eine Höchstdauer befristeter Verträge von 12 Jahren bzw. bei Medizinern unter besonderen Umständen von 15 Jahren vorsah. Durch das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes vom 27.07.2004, das sich primär gegen die mit dem Gesetz eingeführte Juniorprofessur richtete, wurde jedoch die gesamte Novelle und damit auch die Befristungsregelung ungültig. Der Gesetzgeber hat daraufhin ein Gesetz zur Änderung dienst- und arbeitsrechtlicher Vorschriften im Hochschulbereich beschlossen, das am 27.12.2004 in Kraft getreten ist und die Befristungsregelung der 5. Novelle des HRG  wieder eingeführt. Das Gesetz wurde rückwirkend zum 23.02.2002, also dem damaligen Inkrafttreten der 5. Novelle des HRG, in Kraft gesetzt, wobei nach §57f Abs. 2 eine Übergangsregelung eingeführt wurde, nach der befristet beschäftigte wissenschaftliche Mitarbeiter auch nach Ausschöpfen der vorgesehenen Höchstdauer bis zum 29.02.2008 befristet weiterbeschäftigt werden können.

Das neue Gesetz über befristete Arbeitsverträge in der Wissenschaft (Wissenschaftszeitvertragsgesetz) ist am 18. April 2007 in Kraft getreten. Die bisherigen Sonderregelungen für die Qualifizierungsphase, die sogenannte 12-Jahresregelung bzw. 15-Jahresregelung in der Medizin, bleiben erhalten, sind jedoch um eine familienpolitische Komponente und um eine Regelung zur befristeten Weiterbeschäftigung im Rahmen von Drittmittelprojekten über die 12-Jahresregelung hinaus erweitert worden. Bis zur Klärung der verbleibenden Härtefälle wird das Hertie-Exzellenz-Programm weiterhin geöffnet bleiben.

Für weitere Informationen hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung eine „HRG-Hotline“ eingerichtet (Tel. 0800 2623474).

Wissenschaftszeitvertragsgesetz.pdf( 35.29 KB)
Gesetz zur Änderung arbeitsrechtlicher Vorschriften in der Wissenschaft; in Kraft getreten am 18.04.2007
Aktuelle Stipendiaten

Ingrid Boekhoff

Frau PD Dr. Ingrid Boekhoff, geboren 1961 in Westerstede, studierte von 1981 bis 1988 Biologie an der Universität Osnabrück. Für ihre Promotion wechselte sie an die Universität Stuttgart-Hohenheim. In ihrer Dissertationsarbeit untersuchte sie dort, wie olfaktorische Neurone im Riechepithel der Nase den chemischen Reiz, ein lipophiles Geruchsstoffmolekül, in elektrische Zellaktivität übersetzen, eine Codierung, die für die Wahrnehmung des Duftstoffes durch das Gehirn notwendig ist. Anschließend setzte sie diese Untersuchungen als wissenschaftliche Assistentin am gleichen Institut fort, konzentrierte sich dabei aber zunehmend darauf, die molekularen Prinzipien zu analysieren, die Riechzellen dazu benutzen, ihre Empfindlichkeit nach lang andauernden, starken Reizen vorübergehend zu reduzieren. Anschließend untersuchte Frau Boekhoff als Stipendiatin des Margarete von Wrangell-Habilitationsprogramms des Landes Baden-Württemberg vermehrt die molekularen Mechanismen der Erkennung und Transduktion von Pheromonreizen in den chemosensorischen Neuronen des Vomeronasalorgans. Im Januar 2002 habilitierte sie sich dann für das Fach Zoophysiologie und wechselte im gleichen Jahr an das Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Philipps-Universität Marburg. Gegenwärtig liegt der Forschungsschwerpunkt ihrer Arbeitsgruppe darin, die funktionelle Bedeutung von Adapterproteinen für die Calcium-regulierte Exocytose sowie die molekularen Mechanismen der chemotaktischen Wegfindung von Spermien im weiblichen Genitaltrakt zu untersuchen. Frau Dr. Boekhoff ist seit Juli 2008 Stipendiatin der Hertie-Stiftung.

 


Laube
PD Dr. Bodo Laube, geboren 1961 in Frankfurt, studierte von 1985-1990 Biologie an der dortigen J. W. Goethe-Universität und promovierte 1995 zum Thema der Charakterisierung ligandengesteuerter Rezeptor/Ionenkanäle. Anschließend war er zwei Jahre Stipendiat der Max-Planck-Gesellschaft. Von 1997 bis 2006 arbeitete Herr Dr. Laube als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Projektleiter bei Prof. Dr. Heinrich Betz in der Abteilung Neurochemie am Max-Planck-Institut für Hirnforschung Frankfurt. 2003 habilitierte er sich für das Fach Zoologie mit seiner Forschungsarbeit zur molekularen Struktur und synaptischen Funktion von Neurotransmitter-Rezeptoren. In seinen Forschungsprojekten versucht er, Mechanismen der Liganden-induzierten Rezeptoraktivierung zu entschlüsseln und deren Einfluß auf die synaptische Übertragungseffizienz zu charakterisieren. Seine vergleichende Analyse der Glyzin- und NMDA-Rezeptor-vermittelten Informationsübertragung soll zukünftig am Mausmodell zum Verständnis neurologisch-psychiatrischer Erkrankungen beitragen. Herr Dr. Laube ist seit Oktober 2006 Stipendiat der Hertie-Stiftung.
Jahrgänge

Jahrgang 2003

Anfang des Jahres 2003 wurde erstmalig das Hertie-Exzellenzprogramm Neurowissenschaften ausgeschrieben. Es gingen insgesamt 20 Bewerbungen ein, davon 2 von Wissenschaftlern, die im Ausland arbeiten. Die Bewerbung erfolgte über eine standardisierte Datei, in die die Bewerber ihre Daten einzufügen hatten. Zur Auswahl der Stipendiaten wurde eine fachspezifische Jury eingesetzt, die mit führenden Neurowissenschaftlern Deutschlands besetzt wurde. Mitglieder waren Prof. Dr. K. Beyreuther (Heidelberg), Prof. Dr. J. Dichgans (Tübingen), Prof. Dr. K.M. Einhäupl (Berlin), Prof. Dr. M. Illert (Kiel), Prof. Dr. H. Kettenmann (Berlin), Prof. Dr. H.-W. Korf (Frankfurt), Prof. Dr. M. Madeja (Frankfurt) und Prof. Dr. W. Singer (Frankfurt). In der Sitzung am 2. Juni 2003 wählte die Jury nach ihren bisherigen wissenschaftlichen Leistungen und Perspektiven vier Kandidaten aus, die nach Überprüfung der arbeitsrechtlichen Voraussetzungen von der Hertie-Stiftung mit dem Stipendium ausgezeichnet wurden.

Jahrgänge 2004 bis 2006

Die Ausschreibung des Jahres 2004 war bestimmt durch die rechtliche Unsicherheit, die durch das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes zum Hochschulrahmengesetz am 27.07.2004 entstanden war. Da zu diesem Zeitpunkt die Stipendien bereits ausgeschrieben waren, musste das laufende Verfahren unterbrochen werden. Nach Erlass eines neuen Gesetzes am 27.12.2004 zeigte sich, dass von den eingegangenen 13 Bewerbungen entgegen des Zeitpunkts der Bewerbung nun keiner mehr die Eingangsbedingung erfüllte und alle rechtlich noch die Möglichkeit besaßen, weitere befristete Arbeitsverträge zu erhalten. Entsprechend wurde keine Beurteilung durch die fachwissenschaftliche Jury vorgenommen und wurden nur im Laufe der nächsten Monate zwei Bewerber aufgrund einer besonderen Härte aufgenommen.

Alumni
Dr. Armin Huber, Dr.Michael Kiebler, Dr. Löwel, Dr. Beat Lutz, Dr. Christoph Schuster

Prof. Dr. rer. nat. Armin Huber (geb. 1961 in Mühldorf am Inn) studierte von 1982 bis 1989 Biologie an der Universität Regensburg. In der Promotion am Institut für Zell- und Neurobiologie der Universität Karlsruhe arbeitete er an der Expression von Sehfarbstoffen im Komplexauge von Fliegen. Während seiner Habilitation an der Fakultät für Bio- und Geowissenschaften der Universität Karlsruhe baute er eine eigene Arbeitsgruppe auf, die sich mit der molekularen Organisation der Signalkaskade in Drosophila Photorezeptoren beschäftigte. Die Lehrbefugnis erhielt er im Mai 2001. Nach seinem Diplom und auch während seiner weiteren wissenschaftlichen Karriere absolvierte er mehrere Forschungsaufenthalte in den USA, unter anderem an der University of California in San Diego und an der University of Florida in Tallahassee. Seit seiner Habilitation arbeitet er in Karlsruhe weiterhin auf dem Gebiet der molekularen Neurobiologe, vorwiegend an Fragen zur Ionenkanalausstattung der photorezeptiven Membran von Drosophila Photorezeptoren. Seit März 2005 ist Armin Huber Stipendiat im MS-Exzellenzprogramm der Hertie-Stiftung und hat nun aus dieser Position heraus die Professur für Biosensorik an der Universität Hohenheim zum Wintersemester 2005/06 angenommen.

Prof. Dr. rer. nat. Michael Kiebler (geb. 1964 in München) studierte von 1983-1989 Chemie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. 1993 promovierte er als Boehringer Ingelheim Stipendiat bei Prof. Dr. Dr. Walter Neupert am dortigen Institut für Physiologische Chemie über den mitochondrialen Proteintransport. Nach einem von der DFG und von HFSP geförderten Forschungsaufenthalt bei Prof. Dr. Eric Kandel an der Columbia University in New York, USA (1993-1996) kehrte er 1997 nach Deutschland zurück ans Europäische Molekularbiologie Labor (EMBL) in Heidelberg zu Dr. Carlos Dotti und arbeitete dort über den dendritischen Transport von Boten-RNAs in polarisierten Nervenzellen. Seit 1999 leitet Herr Kiebler eine unabhängige Arbeitsgruppe am Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie in Tübingen und beschäftigt sich dort nach wie vor mit dieser Thematik sowie der Frage, wie dendritisch lokalisierte Boten RNAs an aktivierten Synapsen in Einweiße übersetzt werden. Herr Kiebler war seit März 2004 Stipendiat im Exzellenzprogramm der Hertie-Stiftung und ist seit Juni 2005 als neu berufener Universitätsprofessor Leiter der Abteilung "Neuronale Zellbiologie" am Zentrum für Hirnforschung der Medizinischen Universität Wien.

Prof. Dr. Jan Kremers, geb.1959 in Geleen (Niederlande), studierte von 1977 bis 1984 Biologie an der Landwirtschaftsuniversität Wageningen (NL). Die Promotion am niederländischen TNO-Institute for Perception in Soesterberg und an der Universität von Utrecht (NL) hatte die photochemische Schädigung der Netzhaut zum Thema. Von 1989 bis 1992 arbeitete er als Post-Doc am Max Planck Institut für biophysikalische Chemie Göttingen an der elektrophysiologischen Charakterisierung von retinalen Ganglienzellen. Von 1992 bis 2003 war er Leiter des Labors für Netzhautphysiologie an der Augenklinik der Universität Tübingen, wo die physiologische Beschreibung der gesunden und erkrankten Netzhaut das zentrale Thema seiner wissenschaftlichen Forschung war. 1997 erfolgte die Habilitation. Von 1999 bis 2003 war er Heisenberg-Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Von 2003 bis 2005 arbeitete er als Laborleiter an den Novartis Institutes for Biomedical Research in Straßburg und Basel. Im Jahre 2004 erhielt er die außerplanmäßige Professur von der Universität Tübingen. Seit Januar 2006 arbeitet er an der Augenklinik der Universität Erlangen mit dem Ziel, die pathophysiologischen Prozesse in der Säugernetzhaut zu erforschen. Herr Prof. Dr. Kremers war von Mai 2006 bis Oktober 2007 Stipendiat der Hertie-Stiftung, bis er im November 2007 den Ruf auf die Professur "Experimentelle Augenheilkunde" an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg annahm.

Prof. Dr. phil.nat. Siegrid Löwel, geb. 1958 in Bayreuth, studierte von 1978 bis 1984 Biologie an den Universitäten Würzburg und Frankfurt am Main. In der Promotion am Max-Planck-Institut für Hirnforschung Frankfurt arbeitete sie über die topographische Organisation kolumnärer Systeme im visuellen Kortex der Katze. Bis 1997 blieb sie an diesem Institut zunächst als Stipendiatin und dann als wissenschaftliche Assistentin, wobei im Jahr 1995 die Habilitation erfolgte. Von 1997 bis 2002 war sie Leiterin der Forschergruppe "Visuelle Entwicklung und Plastizität" am Leibniz-Institut für Neurobiologie in Magdeburg. Im Jahr 2002 nahm sie die Position eines Associate Research Physiologist / Research Professor am W. M. Keck Foundation Center for Integrative Neuroscience der University of California, San Francisco, USA an. Nach Erhalt des Stipendiums der Hertie-Stiftung nahm sie die auf ein Jahr befristete Dorothea-Erxleben-Gastprofessur an der Universität Magdeburg an. Kernthema ihrer Forschungsarbeiten sind die Mechanismen der Entwicklung und Plastizität von Nervenzellverschaltungen in der Großhirnrinde. Nach einem einjährigen Stipendium im Hertie-Exzellenzprogramm hat Frau Prof. Löwel seit November 2005 die Professur für Neurobiologie am Institut für Allgemeine Zoologie und Tierphysiologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena angenommen.

Prof. Dr. sc. nat. Beat Lutz (geb. 1961 in Romanshorn / Schweiz) hat als Forschungsschwerpunkt die Untersuchung der synaptischen Plastizität, insbesondere die Rolle des endogenen Cannabinoid-Systems. 2002 erhielt er den Organon-Forschungspreis für Biologische Psychiatrie. Bis September 2003 war er Leiter der Nachwuchsgruppe "Molekulare Genetik des Verhaltens" am Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München. Nach einem einjährigen Stipendium im Hertie-Exzellenzprogramm ist er seit Anfang Oktober 2004 Inhaber des Lehrstuhls für Physiologische Chemie der Universität Mainz.

Prof. Dr. rer. nat. Christoph Schuster (geb. 1963 in Rhaunen) forscht über die molekularen und zellulären Mechanismen synaptischer Plastizität am Modell der neuromuskulären Endplatten von Larven der Taufliege. Er ist Träger des Heinz Maier Leibnitz-Preises der DFG. Bis Januar 2004 war er Leiter einer unabhängigen Arbeitsgruppe am Friedrich-Miescher-Laboratorium der Max-Planck-Gesellschaft in Tübingen. Aus dem Stipendium im Hertie-Exzellenzprogramm wurde er nach einem Jahr auf die Professur für Molekulare und Zelluläre Entwicklungsbiologie an der Universität Heidelberg berufen.

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