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 | Hertie-Exzellenzprogramm Neurowissenschaften |
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 |  | Informationen zum Stipendium |  |
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 |  | Die Hertie-Stiftung will mit einem Stipendienprogramm exzellenten Neurowissenschaftlern, die grundsätzlich keine befristeten Arbeitsverträge mehr erhalten können und die kurz vor dem Sprung auf eine Lebenszeitprofessur stehen, die Fortsetzung ihrer Karriere an deutschen Forschungseinrichtungen ermöglichen. Bewerben können sich bei der Hertie-Stiftung zu jedem Zeitpunkt Wissenschaftler aus dem Bereich der Neurowissenschaften und angrenzender Felder, - deren Arbeitsvertrag an einer deutschen Forschungseinrichtung innerhalb der nächsten 12 Monate ausläuft und die weder an dieser noch an einer anderen deutschen Institution einen befristeten Arbeitsvertrag erhalten können
- die eine Berufung auf eine Professur anstreben und darauf Aussichten haben
- die durch die Förderung in einem Nachwuchsprogramm (z.B. Heisenberg-Programm der DFG, Nachwuchsgruppen der MPG) ausgezeichnet wurden.
Bewerbungen von Wissenschaftlern, die nur aufgrund fehlender Ressourcen oder interner Regelungen der sie zur Zeit beschäftigenden Institution keine weitere Anstellung an dieser Einrichtung erhalten, können leider nicht berücksichtigt werden. Grundsätzlich ist die Stiftung jedoch bereit, Härtefälle im Bereich der Befristungsproblematik zu berücksichtigen. Es wird empfohlen, dass Bewerber vor Einreichen der Bewerbungsunterlagen zunächst über eine E-mail-Anfrage mit kurzer Schilderung ihres Falls abklären lassen, ob sie grundsätzlich die Bewerbungskriterien erfüllen. Die E-mail ist an den Leiter des Bereichs Neurowissenschaften der Hertie-Stiftung, Herrn Prof. Dr. Michael Madeja, zu richten:. Die Entscheidung über die Aufnahme in das Stipendienprogramm wird von der Hertie-Stiftung nach mehrheitlicher Befürwortung durch eine Jury von Fachwissenschaftlern getroffen. |  |  |
 |  |  | Neurowissenschaftler aller
Disziplinen, die die oben genannten Bedingungen erfüllen, können sich zu jedem
Zeitpunkt bewerben. Die Bewerber sollten in der Regel deutsche Staatsangehörige
sein; Bewerbungen von ausländischen Kandidaten, die in Deutschland arbeiten,
sind möglich. Eine Altersbegrenzung besteht nicht. Die Stipendien werden für eine
Laufzeit von bis zu fünf Jahren vergeben. Eine Förderung über fünf Jahre hinaus
ist nicht möglich. Die Förderung endet mit der Annahme
eines Rufes, der Aufnahme einer anderen Berufstätigkeit oder nach Ablauf von
fünf Jahren. Bei fehlenden oder völlig unzureichenden Leistungen sowie anderen
schwerwiegenden Gründen kann das Stipendium zum jeweiligen Jahresende gekündigt
werden. Stipendiaten werden in ihrem Gehalt
Wissenschaftlern der Besoldungsgruppen C2 bzw. C3 gleich gestellt. Die genaue
Höhe und die Modalitäten werden nach der Vergabe des Stipendiums in Rücksprache
mit dem Stipendiaten festgelegt. Neben dem persönlichen Gehalt beinhaltet das
Stipendium eine einmalige Förderung für Sachmittel in Höhe von 50.000,- € für
Grundausstattung. Die Stipendien werden
leistungsbezogen dotiert, wobei die Höhe des Stipendiums dem aktuellen Gehalt
(in der Regel Bes.Gr. C2) entspricht und bei höherer wissenschaftlicher Leistung
auf Bes.Gr. C3 angehoben werden kann. Dazu wird ein Soll-Niveau der
wissenschaftlichen Leistung einvernehmlich zwischen Stipendiaten und
Gemeinnütziger Hertie-Stiftung vereinbart, das sich primär an der
wissenschaftlichen Publikationstätigkeit der letzten drei Jahre orientiert. Am
Ende jedes Jahres soll ein Bericht der wissenschaftlichen Leistung (incl. der
veröffentlichten Publikationen des Jahres) vom Stipendiaten erstellt werden. Bei
signifikanter Leistungssteigerung gegenüber dem vereinbarten Soll-Niveau wird
das Gehalt im Folgejahr auf eine Höhe entsprechend Bes.Gr. C3 gesteigert. Die
Entscheidung darüber trifft der Bereichsleiter „Neurowissenschaften“ der
Gemeinnützigen Hertie-Stiftung. Weitere Gehaltserhöhungen sind während des
Stipendiums nicht vorgesehen. Ein Wechsel mit dem Stipendium an
eine andere deutsche Forschungseinrichtung ist möglich.
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 |  | Mit der 5. Novelle zum Hochschulrahmengesetz (HRG) vom 23.02.2002 hatte der Gesetzgeber eine einheitliche Regelung für befristete Arbeitsverträge bei Wissenschaftlern einführen wollen, die eine Höchstdauer befristeter Verträge von 12 Jahren bzw. bei Medizinern unter besonderen Umständen von 15 Jahren vorsah. Durch das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes vom 27.07.2004, das sich primär gegen die mit dem Gesetz eingeführte Juniorprofessur richtete, wurde jedoch die gesamte Novelle und damit auch die Befristungsregelung ungültig. Der Gesetzgeber hat daraufhin ein Gesetz zur Änderung dienst- und arbeitsrechtlicher Vorschriften im Hochschulbereich beschlossen, das am 27.12.2004 in Kraft getreten ist und die Befristungsregelung der 5. Novelle des HRG wieder eingeführt. Das Gesetz wurde rückwirkend zum 23.02.2002, also dem damaligen Inkrafttreten der 5. Novelle des HRG, in Kraft gesetzt, wobei nach §57f Abs. 2 eine Übergangsregelung eingeführt wurde, nach der befristet beschäftigte wissenschaftliche Mitarbeiter auch nach Ausschöpfen der vorgesehenen Höchstdauer bis zum 29.02.2008 befristet weiterbeschäftigt werden können.
Das neue Gesetz über befristete Arbeitsverträge in der Wissenschaft (Wissenschaftszeitvertragsgesetz) ist am 18. April 2007 in Kraft getreten. Die bisherigen Sonderregelungen für die Qualifizierungsphase, die sogenannte 12-Jahresregelung bzw. 15-Jahresregelung in der Medizin, bleiben erhalten, sind jedoch um eine familienpolitische Komponente und um eine Regelung zur befristeten Weiterbeschäftigung im Rahmen von Drittmittelprojekten über die 12-Jahresregelung hinaus erweitert worden. Bis zur Klärung der verbleibenden Härtefälle wird das Hertie-Exzellenz-Programm weiterhin geöffnet bleiben. Für weitere Informationen hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung eine „HRG-Hotline“ eingerichtet (Tel. 0800 2623474). |  |  |
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 |  |  | Frau PD Dr. Ingrid Boekhoff, geboren 1961 in Westerstede, studierte von 1981 bis 1988 Biologie an der Universität Osnabrück. Für ihre Promotion wechselte sie an die Universität Stuttgart-Hohenheim. In ihrer Dissertationsarbeit untersuchte sie dort, wie olfaktorische Neurone im Riechepithel der Nase den chemischen Reiz, ein lipophiles Geruchsstoffmolekül, in elektrische Zellaktivität übersetzen, eine Codierung, die für die Wahrnehmung des Duftstoffes durch das Gehirn notwendig ist. Anschließend setzte sie diese Untersuchungen als wissenschaftliche Assistentin am gleichen Institut fort, konzentrierte sich dabei aber zunehmend darauf, die molekularen Prinzipien zu analysieren, die Riechzellen dazu benutzen, ihre Empfindlichkeit nach lang andauernden, starken Reizen vorübergehend zu reduzieren. Anschließend untersuchte Frau Boekhoff als Stipendiatin des Margarete von Wrangell-Habilitationsprogramms des Landes Baden-Württemberg vermehrt die molekularen Mechanismen der Erkennung und Transduktion von Pheromonreizen in den chemosensorischen Neuronen des Vomeronasalorgans. Im Januar 2002 habilitierte sie sich dann für das Fach Zoophysiologie und wechselte im gleichen Jahr an das Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Philipps-Universität Marburg. Gegenwärtig liegt der Forschungsschwerpunkt ihrer Arbeitsgruppe darin, die funktionelle Bedeutung von Adapterproteinen für die Calcium-regulierte Exocytose sowie die molekularen Mechanismen der chemotaktischen Wegfindung von Spermien im weiblichen Genitaltrakt zu untersuchen. Frau Dr. Boekhoff ist seit Juli 2008 Stipendiatin der Hertie-Stiftung.
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 |  |  | PD Dr. Bodo Laube, geboren 1961 in Frankfurt, studierte
von 1985-1990 Biologie an der dortigen J. W. Goethe-Universität und promovierte
1995 zum Thema der Charakterisierung ligandengesteuerter Rezeptor/Ionenkanäle.
Anschließend war er zwei Jahre Stipendiat der Max-Planck-Gesellschaft. Von 1997
bis 2006 arbeitete Herr Dr. Laube als wissenschaftlicher Mitarbeiter und
Projektleiter bei Prof. Dr. Heinrich Betz in der Abteilung Neurochemie am
Max-Planck-Institut für Hirnforschung Frankfurt. 2003 habilitierte er sich für
das Fach Zoologie mit seiner Forschungsarbeit zur molekularen Struktur und
synaptischen Funktion von Neurotransmitter-Rezeptoren. In seinen
Forschungsprojekten versucht er, Mechanismen der Liganden-induzierten
Rezeptoraktivierung zu entschlüsseln und deren Einfluß auf die synaptische
Übertragungseffizienz zu charakterisieren. Seine vergleichende Analyse der
Glyzin- und NMDA-Rezeptor-vermittelten Informationsübertragung soll zukünftig am
Mausmodell zum Verständnis neurologisch-psychiatrischer Erkrankungen beitragen.
Herr Dr. Laube ist seit Oktober 2006 Stipendiat der
Hertie-Stiftung. |  |  |  |
 |  | Jahrgang 2003
Anfang des Jahres 2003 wurde erstmalig das Hertie-Exzellenzprogramm Neurowissenschaften ausgeschrieben. Es gingen insgesamt 20 Bewerbungen ein, davon 2 von Wissenschaftlern, die im Ausland arbeiten. Die Bewerbung erfolgte über eine standardisierte Datei, in die die Bewerber ihre Daten einzufügen hatten. Zur Auswahl der Stipendiaten wurde eine fachspezifische Jury eingesetzt, die mit führenden Neurowissenschaftlern Deutschlands besetzt wurde. Mitglieder waren Prof. Dr. K. Beyreuther (Heidelberg), Prof. Dr. J. Dichgans (Tübingen), Prof. Dr. K.M. Einhäupl (Berlin), Prof. Dr. M. Illert (Kiel), Prof. Dr. H. Kettenmann (Berlin), Prof. Dr. H.-W. Korf (Frankfurt), Prof. Dr. M. Madeja (Frankfurt) und Prof. Dr. W. Singer (Frankfurt). In der Sitzung am 2. Juni 2003 wählte die Jury nach ihren bisherigen wissenschaftlichen Leistungen und Perspektiven vier Kandidaten aus, die nach Überprüfung der arbeitsrechtlichen Voraussetzungen von der Hertie-Stiftung mit dem Stipendium ausgezeichnet wurden. |  |  |
 |  | | Prof. Dr. phil.nat. Siegrid Löwel, geb. 1958
in Bayreuth, studierte von 1978 bis 1984 Biologie an den Universitäten Würzburg
und Frankfurt am Main. In der Promotion am Max-Planck-Institut für Hirnforschung
Frankfurt arbeitete sie über die topographische Organisation kolumnärer Systeme
im visuellen Kortex der Katze. Bis 1997 blieb sie an diesem Institut zunächst
als Stipendiatin und dann als wissenschaftliche Assistentin, wobei im Jahr 1995
die Habilitation erfolgte. Von 1997 bis 2002 war sie Leiterin der Forschergruppe
"Visuelle Entwicklung und Plastizität" am Leibniz-Institut für Neurobiologie in
Magdeburg. Im Jahr 2002 nahm sie die Position eines Associate Research
Physiologist / Research Professor am W. M. Keck Foundation Center for
Integrative Neuroscience der University of California, San Francisco, USA an.
Nach Erhalt des Stipendiums der Hertie-Stiftung nahm sie die auf ein Jahr
befristete Dorothea-Erxleben-Gastprofessur an der Universität Magdeburg an.
Kernthema ihrer Forschungsarbeiten sind die Mechanismen der Entwicklung und
Plastizität von Nervenzellverschaltungen in der Großhirnrinde. Nach einem
einjährigen Stipendium im Hertie-Exzellenzprogramm hat Frau Prof. Löwel seit
November 2005 die Professur für Neurobiologie am Institut für Allgemeine
Zoologie und Tierphysiologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena
angenommen. |  |  |
 |  | | Prof. Dr. rer. nat. Christoph Schuster (geb.
1963 in Rhaunen) forscht über die molekularen und zellulären Mechanismen
synaptischer Plastizität am Modell der neuromuskulären Endplatten von Larven der
Taufliege. Er ist Träger des Heinz Maier Leibnitz-Preises der DFG. Bis Januar
2004 war er Leiter einer unabhängigen Arbeitsgruppe am
Friedrich-Miescher-Laboratorium der Max-Planck-Gesellschaft in Tübingen. Aus dem
Stipendium im Hertie-Exzellenzprogramm wurde er nach einem Jahr auf die
Professur für Molekulare und Zelluläre Entwicklungsbiologie an der Universität
Heidelberg berufen. |  |  |
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