Eric Kandel Young Neuroscientists Prize

Eric Kandel Young Neuroscientists Prize 2017

Die Nominierungsfrist für den Eric Kandel Young Neuroscientists Prize 2017 ist abgelaufen. Der Name des Preisträgers/der Preisträgerin wird offiziell am 13. März 2017 als Auftakt der internationalen Brain Awareness Week hier bekanntgegeben. Die Preisübergabe durch Prof. Dr. Eric Kandel erfolgt gemeinsam mit der Überreichung der Hertie-Senior-Forschungsprofessur Neurowissenschaften am 6. Juni 2017 in Frankfurt.

Das Modell

Mit dem Eric Kandel Young Neuroscientists Prize möchte die Hertie-Stiftung herausragende Nachwuchswissenschaftler im Bereich Neurowissenschaften für ihre Leistungen auszeichnen und zum Fortkommen in ihrer Forscherlaufbahn beitragen.

Der Preis ist nach dem amerikanischen Nobelpreisträger Prof. Dr. Eric Kandel benannt und wird im zweijährigen Turnus vergeben. Professor Kandel ist der Hertie-Stiftung freundschaftlich verbunden und europäischer Abstammung.

Der Preis besteht aus zwei Teilen: dem Preisgeld in Höhe von 50.000 Euro, das vom Preisträger frei und persönlich verwendet werden kann, sowie bis zu 50.000 Euro zum Aufbau eines wissenschaftlichen Kooperations- oder Mentorenverhältnisses, das das wissenschaftliche Arbeitsfeld des Preisträgers erweitert und ihn dadurch in seiner Karriere befördert. Mit dem wissenschaftlichen Begleitprogramm verbunden ist die Einladung an den Preisträger, auf dem Forum of European Neuroscience der Federation of European Neuroscience Societes (FENS) die Eric Kandel Prize Lecture zu halten.

Der Eric Kandel Young Neuroscientists Prize wird seit 2010 durch die Hertie-Stiftung in Kooperation mit der FENS ausgeschrieben und steht unter der Schirmherrschaft der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Prof. Dr. Johanna Wanka.

Die Preisträger

2015: Prof. Dr. Yasser Roudi

Der Eric Kandel Young Neuroscientists Prize wurde im Sommer 2014 gemeinsam mit der FENS zum vierten mal ausgelobt und erzielte den höchsten Stand an Nominierungen seit Bestehen des Preises. Dabei wurden aus fast jedem europäischen Land exzellente Nachwuchsforscher vorgeschlagen. Im Frühjahr 2015 hat sich eine international besetzte Jury, der auch drei Medizin-Nobelpreisträger anhörten, für Prof. Dr. Yasser Roudi als Preisträger des Jahres 2015 entschieden.

Prof. Dr. Yasser Roudi, geboren 1981, studierte Physik an der Scharif-Universität in Teheran und promovierte 2005 an der SISSA in Triest. Nach Aufenthalten am University College London und am Nordischen Institut für Theoretische Physik in Stockholm wurde er 2010 Assistenzprofessor am Kavli-Institut der Universität Trondheim. Seit 2014 ist er dort ordentlicher Professor für theoretische Neurowissenschaften.

Prof. Roudi erforscht u. a. die statistische Interferenz und Rekonstruktion neuronaler Netzwerke mithilfe von Methoden der statistischen Physik. Mit Hilfe von Methoden der statistischen Physik erbrachte er wichtige Beiträge in der Erforschung der Informationsverarbeitung neuronaler Netzwerke. Dazu gehört u. a. seine Zusammenarbeit mit den Medizin-Nobelpreisträgern May-Britt und Edvard Moser, die wesentlich zum Verständnis der Verschaltung der für räumliche Orientierung verantwortlichen Raster-Zellen (Grid-Cells) beitrug. Er erhielt u. a. den Nansen-Preis für Nachwuchswissenschaftler der Norwegischen Akademie der Wissenschaften (2014) und den Jahrespreis für Nachwuchswissenschaftler der Königlich-Norwegischen Wissenschaftlichen Gesellschaft (2013).

Die Überreichung des Eric Kandel Young Neuroscientists Prize 2015 an Prof. Roudi erfolgte im Rahmen einer Festveranstaltung am 28.Mai 2015 in der Frankfurter Paulskirche durch den Hirnforscher und Nobelpreisträger Prof. Dr. Eric Kandel, die Präsidentin der Federation of European Neuroscience Societies, Prof. Dr. Monica Di Luca, und den Vorstandsvorsitzenden der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, Dr. h.c. Frank-J. Weise.

Zuvor wurde auch die Hertie-Senior-Forschungsprofessur Neurowissenschaften für das Jahr 2015 verliehen und in einer kurzen Podiumsrunde diskutierte Prof. Dr. Eric Kandel mit den aktuellen Medizin-Nobelpreisträgern, Prof. Dr. May-Britt Moser und Prof. Dr. Edvard Moser, über die Rolle von Wissenschaftspreisen.

Den Preisverleihungen folgte ein zweites Podiumsgespräch mit dem Titel „Das Gehirn auf der Couch - Die Psychoanalyse auf dem Weg in die Neurowissenschaften“, in dem Prof. Dr. Eric Kandel mit dem Psychoanalytiker und Hirnforscher Prof. Dr. Mark Solms diskutierte (Moderation: Felicitas von Lovenberg, Feuilleton/Literatur, Frankfurter Allgemeine Zeitung).

2013: Prof. Dr. Sonja Hofer

Der Eric Kandel Young Neuroscientists Prize wurde nun schon zum dritten Mal ausgelobt. Im Februar 2013 hat sich eine international besetzte Jury für Prof. Dr. Sonja Hofer als Preisträgerin des Jahres 2013 entschieden.

Prof. Dr. Sonja Hofer, geboren 1977 in München, studierte Biologie an der TU München und promovierte 2006 am Max-Planck-Institut für Neurobiologie in Martinsried. 2011 etablierte sie eine eigene Arbeitsgruppe am University College London und ist seit 2013 Assistenzprofessorin am Biozentrum der Universität Basel. Sie erforscht die Entwicklung und Feinorganisation des visuellen Systems, vor allem die Verarbeitung und Speicherung sensorischer Informationen in den neuronalen Netzwerken des Großhirns. Sie entdeckte dabei u. a. fundamentale Prinzipien, wie Nervenzellen in lokalen Netzwerken verknüpft sind, und konnte zeigen, dass strukturelle Veränderungen in Großhirnnetzwerken der Langzeitspeicherung von Informationen dienen können.

Für ihre wissenschaftliche Forschung erhielt sie mehrere Preise, u. a. die Otto-Hahn-Medaille der Max-Planck-Gesellschaft und den Wellcome Beit Prize des Wellcome Trust.

Die Überreichung des Eric Kandel Young Neuroscientists Prize 2013 an Prof. Dr. Hofer erfolgte im Rahmen einer Festveranstaltung am 27. September 2013 in der Frankfurter Paulskirche durch den Hirnforscher und Nobelpreisträger Prof. Dr. Eric Kandel, die Präsidentin der Federation of European Neuroscience Societies, Prof. Dr. Marian Joëls, und den Vorstandsvorsitzenden der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, Dr. John Feldmann. Zuvor wurde auch die Hertie-Senior-Forschungsprofessur Neurowissenschaften für das Jahr 2013 verliehen.

Den Preisverleihungen folgte eine Podiumsrunde mit dem Titel „Der kreative Mensch: Kunst und Wissenschaft im Gespräch“, in der Prof. Dr. Eric Kandel, die Fotokünstlerin und Filmemacherin Herlinde Koelbl sowie der Maler Prof. Dr. Markus Lüpertz diskutierten (Moderation: Gert Scobel, Journalist ZDF/3sat).

2011: Prof. Dr. Henrik Mouritsen

Der Eric Kandel Young Neuroscientists Prize wurde zum zweiten mal im Jahr 2010 ausgelobt. Im Januar 2011 hat sich eine international besetzte Jury für Prof. Dr. Henrik Mouritsen als Preisträger des Jahres 2011 entschieden.

Prof. Dr. Henrik Mouritsen, geboren 1971 in Aalborg (Dänemark), ist seit 2007 Professor an der Universität Oldenburg und Leiter der dortigen Arbeitsgruppe Neurosensorik.
Mit einer Vielfalt an innovativen und multidisziplinären Techniken, die noch nie in der Vogel-
navigationsforschung genutzt wurde, gelang es Prof. Mouritsen und seiner internationalen Arbeits-
gruppe, vier Hirnareale zu identifizieren, mit denen die Vögel das Erdmagnetfeld auf zweierlei Weise wahrnehmen können: Zwei Areale bearbeiten lichtabhängige Informationen vom Auge, mit denen die Vögel die Kompassrichtung des Magnetfelds visuell wahrnehmen. Die anderen beiden Areale sind über Nervenbahnen mit dem oberen Teil des Schnabels verbunden, wo ein Magnetsensor aus eisenmineralhaltigen Kristallstrukturen vermutet wird. Prof. Mouritsen erhielt für seine Forschung bereits zahlreiche Preise und Ehrungen. So wurde er 2006 wurde er mit einer Lichtenberg-Professur der VW-Stiftung ausgezeichnet.

Die Überreichung des Eric Kandel Young Neuroscientists Prize 2011 an Prof. Mouritsen erfolgte im Rahmen einer Festveranstaltung am 1. Juni 2011 in der Frankfurter Paulskirche, in der auch die Hertie-Senior-Forschungsprofessur Neurowissenschaften für das Jahr 2011 unter Anwesenheit der Oberbürgermeisterin der Stadt Frankfurt am Main, Frau Petra Roth, verliehen wurde und drei Medizin-Nobelpreisträger in einem Podiumsgespräch mit Gert Scobel (ZDF/3sat) zum Thema „Schöne heile Welt? Wie Wissenschaftler die Zukunft sehen." zu hören waren.

2009: Dr. Simon Fisher

Der Eric Kandel Young Neuroscientists Prize wurde erstmals im Jahr 2009 ausgelobt. Im September 2009 hat sich eine international besetzte Jury für Dr. Simon Fisher als Preisträger entschieden.
 
Dr. Simon E. Fisher, geboren 1970, forscht an der Universität Oxford (Wellcome Trust Center for Human Genetics) und ist dort seit 2002 Leiter im Bereich Molekulare Neurowissenschaften. Seit Oktober 2010 ist er Direktor der neuen Abteilung „Sprache und Genetik" am Max-Planck-Institut für Psycholinguistik in Nijmegen. Er widmet sich in seinen wissenschaftlichen Untersuchungen dem Einfluss von Genen, die mit der Entwicklung der Sprach- und Sprechfähigkeit in Zusammenhang gebracht werden. Zusammen mit Anthony Monaco entdeckte Dr. Fisher 1998 bei einer von Sprachstörungen (Artikulationsstörungen) betroffenen Familie auf dem Chromosom 7 einen Abschnitt, den die Wissenschaftler mit den Sprachauffälligkeiten der Familie in Verbindung bringen konnten. Durch genetische Untersuchungen dieser Familie und eines Jungen, der mit der Familie nicht verwandt war, aber dennoch die gleichen Symptome aufwies, konnte das sogenannte „Sprachgen" FOXP2 erstmals identifiziert werden. Dr. Fisher erhielt für seine Forschungsleistungen bereits zahlreiche wissenschaftliche Preise und Ehrungen, so hielt er z. B. 2008 die Francis Crick Lecture der Royal Society in London.
Die Überreichung des Eric Kandel Young Neuroscientists Prize an Dr. Fisher erfolgte im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung am 6. Oktober 2009 an der Universität Zürich.

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