16.12.2011

Neues Institut für empirische Migrations- und Integrationsforschung gegründet

Frankfurt, 16. Dezember 2011. Die Goethe-Universität Frankfurt erhält ein neues Forschungsinstitut, das „Frankfurter Institut für empirische Migrations- und Integrationsforschung“. Es wird – neben der Universität – getragen von der Bundesagentur für Arbeit, dem Deutschen Fußballbund und der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung. Das Institut wird in der Gründungsphase zunächst aus drei Professuren bestehen und ist mit 1,5 Mio. Euro jährlich budgetiert. Den Vorsitz des Kuratoriums der neuen Einrichtung wird Prof. Dr. Maria Böhmer, Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, übernehmen. Mitglieder werden ferner sein: Dr. Michael Endres, Vorstandsvorsitzender der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, die eine Stiftungsprofessur finanziert, Prof. Dr. Werner Müller-Esterl, Präsident der Goethe-Universität Frankfurt, die die maßgebliche Finanzierung sicherstellt, Dr. h. c. Frank-J. Weise, Vorsitzender des Vorstands der Bundesagentur für Arbeit und Dr. Theo Zwanziger, Präsident des Deutschen Fußballbunds DFB, der die Teilfinanzierung einer Professur übernimmt.

„Migration, grenzüberschreitende Mobilität und das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft und Kultur gehören zu den zentralen gesellschaftlichen Herausforderungen, denen sich Deutschland gestellt hat und weiter stellen muss", so die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung Prof. Dr. Maria Böhmer. „Der Arbeitsmarkt ist zunehmend darauf angewiesen, alle inländischen Reserven zu erschließen sowie qualifizierte Zuwanderer nach Deutschland zu holen. Der Bildungsbereich muss sich frühzeitig um die Integration dieser Menschen und ihrer Kinder in unsere Gesellschaft bemühen. Das neue Frankfurter Institut für empirische Migrations- und Integrationsforschung soll hierzu künftig mit seiner interdisziplinären, primär empirischen und europäisch ausgerichteten Forschung wichtige Beiträge leisten."

Das Neuartige des Instituts liegt nicht nur in dem interdisziplinären und europäischen Ansatz, sondern auch darin, dass der Deutsche Fußballbund und die Bundesagentur für Arbeit ihre aktuellen Daten zur Verfügung stellen. Dies ermöglicht einen neuen empirischen Forschungsansatz und praxisnahe Erkenntnisse.

„Frankfurt am Main als Stadt mit einem ausgeprägten internationalen Profil eignet sich in hervorragender Weise als Standort für das neue Institut", so Prof. Dr. Werner Müller-Esterl, Präsident der Goethe-Universität Frankfurt. „Die Themen Migration und Integration sind in dieser Stadt positiv besetzt. Das Institut kann einen wichtigen Beitrag leisten, um die Potenziale von Migranten in Deutschland besser zu erkennen und für die Gesellschaft zu mobilisieren. Um das zu erreichen, wird die wissenschaftliche Arbeit verschiedener Fachbereiche im neuen Institut zusammengeführt. Zudem bieten sich in Frankfurt und der Region zahlreiche exzellente Kooperationspartner an wie das DIPF (Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung), das LOEWE-Zentrum IDEA, aber auch das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung und das Statistische Bundesamt in Wiesbaden."

Die Forschungsfelder des Instituts

Der europäische Charakter des Instituts wird sich in der Besetzung der Professuren und der Struktur der neuen Einrichtung widerspiegeln. Zugleich arbeiten dort die Fachbereiche Soziologie, Pädagogik, Ökonomie und Sport eng zusammen. Gemeinsam werden praxisrelevante Fragen zu Migration und Integration in der frühkindlichen und schulischen Bildung, auf dem Arbeitsmarkt und im sozialen Umfeld untersucht. Eine Besonderheit bildet der vierte Schwerpunkt des Instituts, Fußball und Migration. Die Integrationsleistung, die durch Sportvereine erbracht wird, soll an dem neuen Institut erstmals forschend begleitet und systematisch ausgewertet werden.

Integrationsmotor Sport

„Sport ist eine hervorragende integrationsfördernde Maßnahme. Mesud Özil und Sami Khedira sind bekannte Beispiele für erfolgreiche Integration von Migranten und haben als solche Vorbildfunktion", so DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger. „Aufgrund seiner flächendeckenden Verbreitung spielt Fußball in Deutschland eine besondere Rolle. Jede Woche finden 50.000 Fußballspiele der unter 19-jährigen statt, die 6,7 Mio. Mitglieder in den Fußballvereinen leben Integration. Wir unterstützen daher gerne die empirische Forschung in diesem Bereich und erhoffen uns dadurch Impulse für unsere eigene Arbeit."

Ein Foto der Gründungspartner sowie diese Pressemitteilung können Sie unter
www.muk.uni-frankfurt.de herunterladen.

Bildunterschrift: Die Gründungspartner des Frankfurter Instituts für empirische Migrations- und Integrationsforschung: Obere Reihe (v.l.n.r.): Dr. h.c. Frank-Jürgen Weise, Vorsitzender des Vorstandes der Bundesagentur für Arbeit; Dr. Michael Endres, Vorstandsvorsitzender der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung; Prof. Dr. Maria Böhmer, Integrationsbeauftragte der Bundesregierung; Theo Zwanziger, Präsident des Deutschen Fußballbundes (DFB).
Untere Reihe (v.l.n.r.): Prof. Dr. Sigrid Roßteutscher, Goethe-Universität; Prof. Dr. Werner Müller-Esterl, Präsident Goethe-Universität; Prof. Dr. Rainer Klump, Vizepräsident Goethe-Universität

Informationen: Dr. Olaf Kaltenborn, Leiter Marketing und Kommunikation, Campus Bockenheim, Tel: (069) 798-23935, mailto:kaltenbornpvw.uni-frankfurt.de