Die Hertie-Stiftung baut auf dem Lebenswerk des 1972 verstorbenen Stifters Georg Karg, Inhaber der Hertie Waren- und Kaufhaus GmbH, auf. In Fortführung seiner Pläne beschloss der Vorstand der Hertie-Familienstiftung am 10. Dezember 1974 auf Initiative der Kinder und Erben, Brigitte Gräfin von Norman und Hans-Georg Karg, die „Gemeinnützige Hertie-Stiftung zur Förderung von Wissenschaft, Erziehung, Volks- und Berufsbildung" mit Sitz in Frankfurt am Main zu gründen.
97,5 Prozent der Anteile der Hertie Waren- und Kaufhaus GmbH wurden in diese Stiftung eingebracht. Mit dem Verkauf ihrer Karstadt-Anteile an Quelle im Jahr 1998 löste sich die Hertie-Stiftung aus ihrer Unternehmensbindung. In den vergangenen zwölf Jahren hat sie vier große Projekte in selbstständiger Rechtsform gegründet oder in die Selbstständigkeit überführt: Zur „Familie" der Hertie-Stiftung gehören heute das Hertie-Institut für klinische Hirnforschung in Tübingen, die Hertie School of Governance in Berlin sowie die berufundfamilie gGmbH und die START-Stiftung gGmbH in Frankfurt am Main.
Unabhängigkeit birgt die Chance für sachgerechte Lösungen. Die Hertie-Stiftung versteht sich als Reformstiftung, die Anreize für Veränderung schafft – durch neue Lösungsansätze, zusätzliches Know-how und die nötige finanzielle Unterstützung. Im Austausch mit Projektbeteiligten und Partnern bündelt sie Kompetenzen und erweitert kontinuierlich ihr eigenes Know-how.
Sie arbeitet nah am Menschen und legt Wert darauf, Menschen zu Eigenleistungen zu ermutigen, denn nur so lässt sich nachhaltige Wirkung erzielen. Die Hertie-Stiftung arbeitet modellhaft. Sie führt Projekte zur „Marktreife" mit dem Ziel, sie dauerhaft zu verankern. Sie versteht sich als am Gemeinnutz orientiertes Unternehmen und als Sachwalter eines Vermögens, das in seiner Art öffentlichen Mitteln gleichgesetzt ist. Sie arbeitet kostenbewusst und effizient.
Wer Anstöße geben und Veränderungen initiieren will, muss selbst beständig in Bewegung sein. Mit ihrem Projektportfolio bleibt die Hertie-Stiftung dem Wirken und Willen des Stifters verbunden, ist zugleich aber einer modernen, zeitgemäßen Umsetzung seiner Anliegen verpflichtet.
Ihre Arbeit richtet sie an vier Zielen aus:
Im Themenfeld Vorschule und Schule widmet sich die Stiftung der sprachlichen Bildung, der Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund und der Stärkung von Schulen und Schülern auf dem Weg zur Ausbildungsreife.
Im Themenfeld Hochschule befasst sich die Stiftung mit der Ausbildung an Hochschulen, wobei das Hauptaugenmerk auf der Ausbildung von Führungsnachwuchs liegt.
Im Themenfeld Neurowissenschaften will die Stiftung die neurowissenschaftliche Forschung und insbesondere die Bekämpfung der Erkrankungen des Gehirns fördern.
In ihren Stipendienprogrammen verknüpft die Hertie-Stiftung Bildung und europäische Integration. Sie richten sich an besonders begabte Studierende aus Europa, deren Aus- und Fortbildung die Stiftung ideell und materiell fördert.
Im Themenfeld Beruf und Familie ist die berufundfamilie gGmbH, 1998 von der Hertie-Stiftung gegründet, heute in Deutschland der herausragende Kompetenzträger und Impulsgeber bei der konkreten Umsetzung einer familienbewussten Personalpolitik.

Stifter:
Hans-Georg Karg und
Brigitte Gräfin von Norman
(auf Initiative ihres 1972 verstorbenen Vaters Georg Karg, Inhaber der Hertie Waren- und Kaufhaus GmbH)
Gründung: 1974
Stiftungskapital:
800 Mio. Euro
Jährliche Förderung:
20 – 30 Mio. Euro
Hier können Sie die Verfassung der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung herunterladen.