Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde, Förderer und Partner,

in einer Zeit, in der man auf manche Entwicklung mit Sorge blicken muss, ist die Rückschau auf das Jahr 2016 bei der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung erfreulich. Wir haben neue Projekte auf den Weg gebracht und Bewährtes ausgebaut und aktualisiert. Zugleich haben wir den vor zwei Jahren begonnenen Wandel fortgesetzt, unsere Strukturen verbessert und im Sinne unseres Stifters Nutzen für Menschen gestiftet. Viele Beispiele dafür finden Sie in diesem Jahresbericht. All das ist gelungen wegen und bei grundsoliden Finanzen, was im derzeitigen Marktumfeld nicht selbstverständlich ist.

2016 war ein Jahr der Bewegung. Besonders deutlich wird dies an Veränderungen in unserem Kuratorium. Aus Altersgründen sind sechs Kuratoriumsmitglieder ausgeschieden, die die Stiftung geprägt haben: Herr Dr. Michael Endres, der mehr als zehn Jahre auch Vorstandsvorsitzender war, Herr Prof. Dr. h. c. Roland Berger, Herr Dr. Bernd Pischetsrieder, Herr Dr. Hans-Jürgen Schinzler, Herr Dr. Bernhard Wunderlin und Lord Simon of Highbury. Anfang des Jahres 2017 verstarb der Ehrenvorsitzende und langjährige Vorsitzende des Kuratoriums, Bundespräsident a. D. Prof. Dr. Roman Herzog, dessen Leistungen für die Stiftung ausführlich zu würdigen hier der Raum fehlt. Ohne diese sieben Persönlichkeiten wäre die Stiftung heute nicht da, wo sie ist. Für die Nachfolge konnten wir wiederum hervorragende Kuratoren gewinnen: Frau Prof. Dr. Maria Böhmer, Staatsministerin im Auswärtigen Amt; Herrn Dr. Dr. Andreas Barner, Mitglied im Gesellschafterausschuss von Boehringer-Ingelheim; Herrn Frank Mattern, verantwortlich für Functional Practices weltweit bei McKinsey; Herrn Prof. Dr. Dr. h. c. Wolfgang Schön, Direktor des Max-Planck-Instituts für Steuerrecht und Öffentliche Finanzen; Herrn Prof. Dr. Sascha Spoun, Präsident der Leuphana-Universität Lüneburg; Sir Peter Torry, ehemals Botschafter Großbritanniens in Deutschland; Herrn Dr. Nikolaus von Bomhard, Vorstandsvorsitzender der Munich Re.

Auch bei unseren Engagements hat sich viel getan. Mit dem Deutschen Integrationspreis haben wir ein Projekt begonnen, bei dem wir erstmals die Verbindung von Crowdfunding und Stiftungsgeldern in der Finanzierungsphase erproben. Wie sich das bewährt, wird sich erst 2017 erweisen. Die ersten Zahlen aber – es haben sich über 250 Projekte beworben – sind ermutigend. Die START-Stiftung hat ihr Programm auf die Zielgruppe der Jugendlichen mit Fluchterfahrung geschärft und erweitert und mit 270 neu aufgenommenen Stipendiatinnen und Stipendiaten einen neuen Höchststand erreicht. Ebenfalls erfolgreich war das Pilotprogramm Jugend debattiert in Sprachlernklassen

 

Obwohl es kaum vorstellbar ist, haben sich dabei Jugendliche, die nach ihrer Flucht aus verschiedenen Ländern erst wenige Monate Deutsch lernen, sehr gut geschlagen und wirklich Mut machende Beispiele gegeben, wie Integration gelingen kann. Noch nicht sichtbar, aber in der Planung schon erkennbar ist die Gehirnausstellung im Neubau des Frankfurter Senckenberg Museums, die die Hertie-Stiftung mit einem Einsatz von einer Million Euro realisiert. Kernstück der Ausstellung wird das begehbare Modell eines menschlichen Gehirns, insgesamt wird ein Raum von 300 Quadratmetern Einblicke und Informationen rund um unser wichtigstes Organ liefern.

Für alle Leistungen, auch die hier nicht explizit genannten, gilt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, unseren Kuratoren und Gremienmitgliedern, unseren Partnern und meinen Vorstandskollegen mein großer Dank.

Dieser Jahresbericht erscheint wieder sowohl in gedruckter Fassung als auch online, wobei die elektronische Variante zusätzliche Informationen in Form von Filmen, Fotogalerien und Weiterleitungen auf interessante Inhalte bietet. Ich wünsche viel Freude bei der Lektüre.

 
 

Frank-Jürgen Weise
Vorsitzender des Vorstands der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung


Die Hertie-Stiftung

Die Hertie-Stiftung baut auf dem Lebenswerk des 1972 verstorbenen Stifters Georg Karg, Inhaber der Hertie Waren- und Kaufhaus GmbH, auf. In Fortführung seiner Pläne gründete die Familienstiftung auf Initiative der Kinder und Erben Brigitte Gräfin von Norman und Hans-Georg Karg 1974 die „Gemeinnützige Hertie-Stiftung zur Förderung von Wissenschaft, Erziehung, Volks- und Berufsbildung“ mit Sitz in Frankfurt am Main. Der Name „Hertie“ geht zurück auf Hermann Tietz, Mitbegründer des gleichnamigen Warenhaus-Konzerns zum Ende des 19. Jahrhunderts.

Seit ihrer Gründung hat die Hertie-Stiftung mehr als 400 Millionen Euro für gemeinnützige Zwecke eingesetzt. Wir fördern Menschen und Projekte im Rahmen unserer Arbeitsgebiete Gehirn erforschen icon: plus und Demokratie stärken icon: plus. Im Sinne unseres Stiftungsmottos stoßen wir Projekte an, die bewegen, verändern und Nutzen stiften. Zur „Familie“ der Stiftung gehören heute renommierte Einrichtungen wie das Hertie-Institut für klinische Hirnforschung in Tübingen, die Hertie School of Governance in Berlin sowie die START-Stiftung gGmbH in Frankfurt am Main. Mit fellows & friends und dem Freundeskreis haben wir dazu Formate initiiert, mit denen Wegbegleiter und Alumni weiterhin mit der Stiftung vernetzt bleiben, unser Wirken beobachten und mit voranbringen.

Der Sitz unserer Stiftung ist Frankfurt am Main. Dazu betreiben wir ein Büro in Berlin, das als Schnittstelle zu den Projekten und Netzwerken der Hauptstadt dient.

>>> www.ghst.de 
>>> Gremien


Unsere Ehemaligen

Knapp 5.000 Ehemalige aus verschiedenen Hertie-Programmen umfasst die stiftungsübergreifende Initiative fellows & friends. Im Rahmen des Programms unterstützen wir die Fellows dabei, eigene Visionen und Ideen zu verwirklichen. Fachliche Netzwerke, interdisziplinäre Kooperationen und öffentliche Veranstaltungen stehen im Zentrum der Aktivitäten. Denn mit ihren breitgefächerten Fähigkeiten stellen die Fellows eine hervorragende Wissensquelle füreinander dar. So diskutierten und arbeiteten rund 100 Fellows mit weiteren Experten beim ersten „Hertie Fellows Summit“ über Digitalisierung, soziale Innovationen oder Energie und Umwelt. Andere Initiativen der Fellows tragen mittlerweile auch international Früchte: In dem von Fellows konzeptionell und organisatorisch mitentwickelten „Democracy Study Center“ in Kiew wird der erste Jahrgang vom Auswärtigen Amt unterstützt und finanziert.

>>> www.fellows-friends.ghst.de


Freunde der Hertie-Stiftung e. V.

Bereits 2007 haben sich die Freunde der Hertie-Stiftung als eingetragener Verein konstituiert. Der Verein bietet Menschen eine Plattform, die sich mit den Zielen der Stiftung identifizieren und von der gesellschaftspolitischen Relevanz der Projekte überzeugt sind. Die mittlerweile 170 Mitglieder verstehen sich als Botschafter der Stiftungsanliegen und werben für die Stiftungsideen.

Durch finanzielle Beiträge hat der Freundeskreis bereits die Förderung von mehreren START-Stipendiaten übernommen. Als Berater und Sparringspartner unterstützen die Freunde auch die START-Alumni durch ihre Lebens- und Berufserfahrung. Aber auch Ehemaligen aus anderen Programmen der Stiftung stehen die Freunde als Unterstützer zur Seite: In dem 2016 neu aufgelegten Mentoring-Programm tauschen sich die Mentoren-Paare über zehn Monate hinweg zu beruflichen Perspektiven und gesellschaftlichen Themen aus.

>>> www.freunde.ghst.de