Eine „Gehirn-Ausstellung“ für das Senckenberg Museum

Zu Fuß auf Entdeckungsreise durch das menschliche Gehirn? Im Frankfurter Senckenberg Naturmuseum wird das ab 2020 möglich sein: in einer riesigen, maßstabgerechten Nachbildung eines Gehirns. Das Senckenberg Museum ist eines der großen Naturkundemuseen in Deutschland. Im geplanten Ausbau entstehen die vier neuen Ausstellungsbereiche „Mensch“, „Erde“, „Kosmos“ und „Zukunft“. Im Bereich „Mensch“ fördert die Hertie-Stiftung einen ganzen Ausstellungsteil zum Thema „Gehirn“ mit einer Million Euro, darunter auch ein „begehbares“ Gehirn als Hauptexponat. Die Stiftung konzipiert die Ausstellung inhaltlich und setzt diese gemeinsam mit dem Senckenberg Naturmuseum um.

Geplant ist ein rund 300 Quadratmeter großer Raum mit Galerieebene, in dessen Mitte das Hauptexponat stehen wird: eine begehbare und interaktive Raum-im-Raum-Installation, die eine menschliche Gehirnrinde nachbildet.

Im begehbaren Gehirn

Die Besucher werden im Inneren der Installation anhand von Modellen, Animationen und Projektionen Vorgänge wie z. B. die Verarbeitung eines visuellen Reizes erleben können. Die äußere Schale, die man besonders gut von der Galerie aus in Augenschein nehmen kann, zeigt in stark vergrößertem Maßstab den anatomischen Aufbau. Die übrigen Exponate der Dauerausstellung gruppieren sich in pavillonartigen Stationen rund um die Installation. Sie befassen sich interaktiv und vertiefend u. a. mit Themen wie „Evolution des Gehirns“, „Ontogenese“, „Gegenüberstellung von menschlichen und tierischen Gehirnen“ und „Hirnforschung“.

>>> www.ghst.de/gehirn-ausstellung


FENS Hertie Lecture: Der Kongress forscht

Mit mehreren tausend Teilnehmerinnen und Teilnehmern ist das „Forum of European Neuroscience“ der größte europäische Kongress der Hirnforschung. Alle zwei Jahre findet er in wechselnden Städten Europas statt. Die Hertie-Stiftung übernimmt seit 2004 die Patenschaft über einen der Hauptvorträge dieses Kongresses, für den stets renommierte Forscher gewonnen werden können. Die diesjährige Hertie Foundation Lecture fand im Juli in Kopenhagen statt. Die Neuropsychologin Prof. Sarah-Jayne Blakemore (London) hielt einen Vortrag zum Thema „The Social Brain in Adolescence“.


Stärkung der Nachwuchsforschung

Mit dem Eric Kandel Young Neuroscientists Prize möchte die Hertie-Stiftung herausragende europäische Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler im Bereich Neurowissenschaften für ihre Leistungen auszeichnen und zum Fortkommen in ihrer Forscherlaufbahn beitragen. Der Preis wurde im Juli 2016 in Kooperation mit der „Federation of European Neuroscience Societies“ (FENS) zum fünften Mal ausgeschrieben. Er wird alle zwei Jahre an Forschende unter 40 Jahren verliehen und beinhaltet ein Preisgeld in Höhe von 50.000 Euro sowie weitere 50.000 Euro für den Aufbau eines Kooperations- oder Mentorenverhältnisses mit einem weltweit herausragenden Neurowissenschaftler. Mit dieser Forschungskooperation soll die ausgezeichnete Person vor allem ihr Arbeitsumfeld erweitern und damit in ihrer wissenschaftlichen Karriere unterstützt werden. 

Zudem besteht die Möglichkeit, auf dem „Forum of European Neuroscience“ der FENS die Eric Kandel Prize Lecture zu halten. Die Preisübergabe durch den Medizin-Nobelpreisträger Prof. Dr. Eric Kandel erfolgt gemeinsam mit der Überreichung der Hertie-Senior-Forschungsprofessur Neurowissenschaften am 6. Juni 2017 in Frankfurt.

>>> www.ghst.de/kandel


Best Ager in der Hirnforschung

Eine besondere Auszeichnung für langjährige Spitzenleistungen in der Hirnforschung ist die Hertie-Senior-Forschungsprofessur Neurowissenschaften. Die Professur wurde 2016 zum achten Mal ausgeschrieben. Die Hertie-Stiftung möchte damit das Potenzial und die Erfahrung exzellenter älterer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für die Forschung erhalten und stärken. Die Seniorprofessur richtet sich an herausragende Neurowissenschaftler ab 60 Jahren und ist mit einer Zuwendung von bis zu 1 Million Euro verbunden. Sie ist die erste Seniorprofessur, die in Deutschland vergeben wurde.

Die Professur ist in der Regel zunächst bis zum Erreichen der Pensionsgrenze befristet und hat somit eine Laufzeit von längstens acht Jahren, wobei eine Fortführung für weitere fünf Jahre möglich ist. Diese Zeit ermöglicht es, den Arbeitsschwerpunkt auf die Forschung zu verlagern, zugleich alle Leitungs- und Verwaltungsfunktionen abzugeben und sich nur in begrenztem Umfang in der Lehre zu engagieren. Die beteiligte Universität bzw. Forschungseinrichtung erbringt im Gegenzug Eigenleistungen für die Ausstattung der Professur.

Die Preisübergabe erfolgt gemeinsam mit der Überreichung des Eric Kandel Young Neuroscientists Prize am 6. Juni 2017 in Frankfurt.

>>> www.ghst.de/seniorprofessur