Mit dem Rad durch das
Brandenburger Tor

Der mit insgesamt 25.000 Euro dotierte Hertie-Preis für Engagement und Selbsthilfe wendet sich an Einzelpersonen und Selbsthilfegruppen, die sich für Erkrankte mit Multipler Sklerose oder neurodegenerativen Erkrankungen einsetzen.

Die Preisträger 2017

Die Gruppe Radfahrlust unter Leitung des Darmstädters Klaus Vock organisiert jährliche Radtouren für MS-Betroffene. Gruppenmitglieder erhalten dafür spezielle Liegedreiräder und können so auch mit deutlichen Beeinträchtigungen gemeinsam durch Deutschland oder Nachbarländer radeln. Die MS-Betroffenen sollen über das gemeinsame Radfahren wieder Spaß an Bewegung finden und ihren Aktionsradius erweitern, was vielen auch über die Tour hinaus zu mehr Selbstbestimmung im Lebensalltag verhilft.

Zum diesjährigen zehnten Tour-Jubiläum unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten a. D. Christian Wulff wurden die 70 Radfahrer zunächst im Berliner Reichstag von Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries empfangen. Anschließend fuhren sie mit ihren Liegerädern durch das Brandenburger Tor und wurden auf dem Pariser Platz öffentlich mit dem Preis in Höhe von 7.500 Euro ausgezeichnet.

25.000 Euro für drei Preisträger

Die Gruppe der ehrenamtlich arbeitenden Helfer des MS-Wohnbereichs des Münchenstifts erhielt 10.000 Euro. Die Verleihung fand anlässlich einer Heiminternen Feier mit allen teils schwerstbehinderten Bewohnern statt. Außerdem wurde die Fotoausstellung „Spurwechsel“ in Köln prämiert (7.500 Euro), mit der es einer MS-Betroffenen und einem Fotografen gelingt, die 1.000 Gesichter der MS auf eindrucksvolle Art und Weise darzustellen.

>>> www.ghst.de/hertie-preis



NÄCHSTE GENERATION: EUROPÄER?!

Europa – das Thema polarisiert, und das nicht erst seit dem so genannten „Brexit“. Aber was verbinden Jugendliche mit Europa? Negatives wie Bürokratie, Jugendarbeitslosigkeit und Schuldenkrise – oder auch Positives wie Freizügigkeit, Frieden und Wohlstand? Um dies zu erfahren und auch einem größeren Leserkreis zugänglich zu machen, hat die Hertie-Stiftung gemeinsam mit dem medienpädagogischen IZOP-Institut in Aachen die Initiative Nächste Generation: Europäer?! durchgeführt. Über 650 Schülerinnen und Schüler aus 30 Gymnasialklassen aus dem ganzen Bundesgebiet sowie 10 Tageszeitungen haben sich daran beteiligt.

 

Schüler werden zu Redakteuren

Die Schülerinnen und Schüler haben die mediale Berichterstattung ihrer jeweiligen Lokalzeitung zu bestimmten Europa-Aspekten analysiert und Recherchen zur Lebenssituation und dem allgemeinen Lebensgefühl in Europa durchgeführt. Sie haben Interviews mit Unternehmen, aber auch mit Mitschülern aus allen Teilen Europas geführt und anschließend eigene Artikel verfasst. Gemeinsam mit ihren Lehrkräften und der jeweiligen Zeitungsredaktion haben sie eigene Sonderseiten gestaltet. Auf diese Weise haben sie die Charakteristika der Tageszeitung, ihre Struktur und Darstellungsformen des journalistischen Schreibens kennen und verstehen gelernt. Die teilnehmenden Tageszeitungen waren die Berliner Zeitung, Die Welt, die Frankfurter Neue Presse, das Hamburger Abendblatt, die Mitteldeutsche Zeitung, die Neue Westfälische, die Nürnberger Nachrichten, die Schwäbische Zeitung, die Thüringer Allgemeine und der Weser Kurier. Die besten Zeitungsseiten wurden von einer Jury ausgewählt und prämiert.