Erfolgreicher Transfer für Integration und Migration

Das Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM) erarbeitet wissenschaftliche Grundlagen und empirische Daten zur Versachlichung der Diskussion über Integrationsfragen in Europa und fragt danach, wie sich Integrations- und Migrationsprozesse in Deutschland und Europa bisher vollzogen haben und künftig entwickeln werden.

Im Frühjahr 2017 wurden die Ergebnisse des Forschungsprojektes „Solidarität im Wandel?” vor rund 400 Personen an der HU Berlin vorgestellt. Die Studie wurde mit ca. 1,3 Millionen Euro von der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration gefördert und umfasste allein 14 Teilprojekte.

Ein Großteil des thematischen Schwerpunkts des Jahres 2017 für den öffentlichen Diskurs war auch in der politischen Situation begründet, d. h. einer Bundestagswahl, die im Nachgang zur größten Nettoeinwanderung seit Gründung der BRD stattfand. In Kooperation mit dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) etablierte das BIM in der zweiten Jahreshälfte ein neues Gesprächsformat: Bei den „Berliner Reden zur Integrationspolitik” waren Spitzenpolitiker der großen Parteien eingeladen, ihre Forderungen im Bereich Migration/Integration zu debattieren. Cem Özdemir, Peter Altmaier, Martin Schulz und Katja Kipping diskutierten ihre Thesen mit Podium und Publikum.

Darüber hinaus veranstaltete das BIM zahlreiche akademische Debatten, eine Dinner-Gesprächsreihe mit dem Hertie-Büro Berlin, drei Tagungen sowie die „Berlin Lecture“ mit Prof. Dr. Klaus Bade. BIM-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter sprachen außerdem auf rund 130 Veranstaltungen sowohl für die breite Öffentlichkeit als auch zur Information politischer Entscheidungsträger.

Die öffentlichkeitswirksamen Veranstaltungen und wissenschaftlichen Publikationen in Fachzeitschriften zeigen die Bedeutung des BIM als ein unumgänglicher Akteur in der deutschen Migrations- und Integrationsforschung. Dieses Renommee verdeutlichen auch zahlreiche Auftrags-forschungen u. a. von Einrichtungen der Bundesregierung, etwa zur Haltung von Lehrkräften gegenüber Vielfalt, zu antisemitischen Einstellungen bei Geflüchteten oder zu den Mitgliedern der IG Metall mit Migrationshintergrund. Diese und 56 weitere Policy-Paper und Studien zeugen von den erfolgreichen Transferleistungen bei aktuellen Forschungsprojekten.

2017 konnte das BIM in unterschiedliche Richtungen auch institutionell verstetigt werden: Zum einen wurde das Institut als Interdisziplinäres Zentrum (IZ) an der Humboldt-Universität eingerichtet. Zum anderen war das BIM mit dem Aufbau des neugegründeten, vom BMFSFJ geförderten „Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung” (DeZIM) betraut.

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Deutschlands erste Professur für
Umwelt- und Lebensstilfaktoren bei MS

Umwelt- und Lebensstilfaktoren spielen eine zunehmend größere Rolle in der Forschung und Begleittherapie der Multiplen Sklerose. So gibt es Hinweise, dass z. B. die Ernährung oder die Sonnenlichtzufuhr Einfluss auf ihren Verlauf haben. Die Hertie-Stiftung möchte die Forschung auf diesem Gebiet vorantreiben und schrieb 2016 einen Stiftungslehrstuhl für Umwelt- und Lebensstilfaktoren in der MS-Therapie aus. Die Ausschreibung der mit 1,25 Mio. Euro dotierten Professur wurde in der wissenschaftlichen MS-Community mit großem Interesse aufgenommen. Die Medizinische Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf konnte sich unter sieben Bewerbern mit ihrem Konzept durchsetzen und bereitete im Sommer die Ausschreibung vor. Die Vorstellung und Probevorlesung fand im Oktober statt. Mit der Besetzung der Professur ist Mitte 2018 zu rechnen.

>>> www.ghst.de/ms-stiftungslehrstuhl