Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde, Förderer und Partner,

2017 war für unsere Stiftung ein Jahr des weiteren Aufbaus, des Aufbruchs und der Ausrichtung. Wir sind nun für die kommenden Jahre und Aufgaben gut aufgestellt. Am deutlichsten wird das durch eine Reihe von Personalentscheidungen, mit denen es gelungen ist, mehrere Schlüsselpositionen in unserem „Stiftungs-Universum“ mit jungen Führungspersönlichkeiten ganz ausgezeichnet zu besetzen. Ein Signal in die Zukunft.

Das Jahr begann jedoch mit einem schmerzvollen Verlust. Unser langjähriger Kuratoriumsvorsitzender und spätere Ehrenvorsitzende ebendieses Gremiums, Alt-Bundespräsident Professor Roman Herzog, verstarb im Januar. Wir würdigen sein besonderes Wirken für die Hertie-Stiftung nochmals in diesem Jahresbericht.

Es war Professor Roman Herzog, der bei der letzten Kuratoriumssitzung, an der er teilnehmen konnte, vorhersagte: „Wir werden alle Hände voll zu tun haben, unsere Art zu leben zu verteidigen.“ Der Vorstand hat auch daher im Mai 2017 entschieden, die Arbeit der Stiftung unter zwei Leit-Themen zu fokussieren: „Gehirn erforschen“ und „Demokratie stärken“. Dabei bleiben die Arbeitsfelder Neurowissenschaften, Bildung und Integration.

Die Inhalte werden seit Ende des Jahres von zwei neuen Geschäftsführerinnen verantwortet: Frau Dr. Astrid Proksch, promovierte Biochemikerin und langjährige Geschäftsführerin des Hertie-Institutes für klinische Hirnforschung in Tübingen, und Frau Kaija Landsberg, Absolventin unserer Hertie School of Governance, Gründerin von „Teach First Deutschland“ und ehemals Geschäftsführerin von „Children for a better world“.

Auch die Leitung der START-Stiftung ist neu aufgestellt: mit Herrn Michael Okrob, der bereits Ende 2016 zu uns kam, und seit Anfang November mit Frau Kirsten Keppeler, bewährte Mitarbeiterin in Projekten der Hertie-Stiftung, unter anderem bei Jugend debattiert und zuletzt Leiterin des Deutschen Integrationspreises.

Ähnlich das Bild bei der Hertie School of Governance: Mit Herrn Dr. Axel Baisch konnten wir einen erfahrenen Hochschulmanager als neuen Kanzler gewinnen und mit Herrn Professor Henrik Enderlein tritt der bisherige stellvertretende Dean der HSoG im Spätsommer 2018 als neuer Präsident an.

Alle neuen Führungskräfte sind mit neuen Ideen und klaren Vorstellungen angetreten und haben für die kommenden Jahre ein anspruchsvolles Programm. Ich freue mich darauf.

 

Über die Führungskräfte haben wir unsere Mitarbeitenden nicht vergessen. Erstmals hat die Hertie-Stiftung ein umfassendes Programm zur Personalentwicklung gestartet und bietet Kolleginnen und Kollegen neue Entwicklungsmöglichkeiten. Dieses Programm war eine Herausforderung, denn natürlich haben wir zugleich unsere Projekte weiterverfolgt und ausgebaut: Der Deutsche Integrationspreis war mit seinem innovativen Konzept der Verbindung von Crowdfunding und Stiftungsförderung erfolgreich und er hat Vorbildcharakter bekommen. Die Nachfrage nach unseren Angeboten für Unterrichtseinheiten zum Gehirn in Schulen übersteigt bei Weitem die Möglichkeiten. Und die Idee, Jugend debattiert als Teil des Deutsch-Unterrichts in Sprachlernklassen für neu Zugewanderte anzubieten, wird nun nach Berlin von weiteren Bundesländern übernommen.

Diese drei Beispiele stehen stellvertretend für viele Engagements der Hertie-Stiftung. Für alle Leistungen gilt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, unseren Kuratoren und Gremienmitgliedern, unseren Partnern und meinen Vorstandskollegen mein großer Dank. Ebenso gilt Dank unserem Vermögensmanagement, das es in einem weiter schwierigen Umfeld geschafft hat, die Stiftung und ihre Arbeit grundsolide zu finanzieren.

Dieser Jahresbericht erscheint wieder sowohl in gedruckter Fassung als auch online, wobei die elektronische Variante zusätzliche Informationen in Form von Filmen, Fotogalerien und Weiterleitungen auf interessante Inhalte bietet.

Ich wünsche viel Freude bei der Lektüre.

 
 

Frank-Jürgen Weise
Vorstandsvorsitzender der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung


Trauer um Roman Herzog

Die Gemeinnützige Hertie-Stiftung trauert um Prof. Dr. jur. Roman Herzog, Bundespräsident a. D., der im Januar 2017 verstarb.

Herr Professor Herzog war in den Jahren 2001 bis 2011 Vorsitzender des Kuratoriums der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung und ab 2012 dessen Ehrenvorsitzender. Mit ihm hat die Stiftung einen überragenden Kurator verloren, der mit bestechender Analyse, großer Weitsicht und klaren Worten die Geschicke unserer Stiftung wesentlich mitbestimmt hat. Zu den Initiativen, denen er zum Erfolg verholfen hat, gehören unter anderem die Hertie School of Governance, die START-Stiftung und das Hertie-Institut für klinische Hirnforschung. So unterschiedlich diese und andere Engagements der Stiftung auch waren, so gleichermaßen kraftvoll setzte sich Herr Professor Herzog für sie ein, immer auch mit einem offenen Herzen für die kleineren Themen.

Unser langjähriger Kuratoriumsvorsitzender war uns Impulsgeber und Orientierung, Mahner und Ratgeber, Freund und Förderer der Stiftung.



Die Hertie-Stiftung

Die Hertie-Stiftung baut auf dem Lebenswerk des 1972 verstorbenen Stifters Georg Karg, Inhaber der Hertie Waren- und Kaufhaus GmbH, auf. In Fortführung seiner Pläne gründete die Familienstiftung auf Initiative der Kinder und Erben Brigitte Gräfin von Norman und Hans-Georg Karg 1974 die „Gemeinnützige Hertie-Stiftung zur Förderung von Wissenschaft, Erziehung, Volks- und Berufsbildung“. Der Name „Hertie“ geht zurück auf Hermann Tietz, Mitbegründer des gleichnamigen Warenhaus-Konzerns zum Ende des 19. Jahrhunderts.

Seit ihrer Gründung hat die Hertie-Stiftung mehr als 400 Millionen Euro für gemeinnützige Zwecke eingesetzt. Wir fördern Menschen und Projekte im Rahmen unserer Leitthemen „Gehirn erforschen“ und „Demokratie stärken“. Im Sinne unseres Stiftungsmottos stoßen wir Projekte an, die bewegen, verändern und Nutzen stiften. Zur „Familie“ der Stiftung gehören heute renommierte Einrichtungen wie das Hertie-Institut für klinische Hirnforschung in Tübingen, die Hertie School of Governance in Berlin sowie die START-Stiftung gGmbH in Frankfurt am Main. Mit fellows & friends und dem Freundeskreis haben wir dazu Formate initiiert, mit denen Wegbegleiter und Alumni weiterhin mit der Stiftung vernetzt bleiben, unser Wirken beobachten und mit voranbringen.

Der Sitz unserer Stiftung ist Frankfurt am Main. Dazu betreiben wir ein Büro in Berlin, das als Schnittstelle zu den Projekten und Netzwerken der Hauptstadt dient.

>>> www.ghst.de
>>> Gremien


Unsere Ehemaligen

Knapp 5.000 Ehemalige aus über 40 verschiedenen Hertie-Projekten umfasst die stiftungsübergreifende Initiative fellows & friends. Fachliche Netzwerke, interdisziplinäre Kooperationen und öffentliche Veranstaltungen stehen im Zentrum der Aktivitäten. Denn mit ihren breitgefächerten Fähigkeiten stellen die Ehemaligen eine hervorragende Wissensquelle füreinander dar. So diskutierten und arbeiteten 350 Teilnehmer beim Hertie Fellows Summit im Sommer über verantwortliches Führen in Zeiten des Populismus. Die Alumniarbeit der Stiftung ist dabei auch Vorbild für andere. Unsere Best Practices werden in relevanten Expertenkreisen präsentiert und diskutiert, z. B.  richtete die Hertie-Stiftung 2017 das Treffen des Expertenkreises Alumniarbeit des Bundesverbands Deutscher Stiftungen in ihren Räumlichkeiten in Frankfurt aus.

>>> www.fellows-ghst.de

Freunde der Hertie-Stiftung e. V.

Bereits 2007 haben sich die Freunde der Hertie-Stiftung als eingetragener Verein konstituiert. Der Verein bietet Menschen eine Plattform, die sich mit den Zielen der Stiftung identifizieren und von der gesellschaftspolitischen Relevanz der Projekte überzeugt sind. Die mittlerweile 170 Mitglieder verstehen sich als Botschafter der Stiftungsanliegen und werben für die Stiftungsideen.

Durch finanzielle Beiträge hat der Freundeskreis bereits die Förderung von mehreren START-Stipendiaten übernommen. Aber auch als Berater und Sparringspartner bringen die Freunde ihre Lebens- und Berufserfahrung ein. So sind sie z.  B. im Mentoren-Programm von fellows & friends aktiv, bei dem sich die Mentoren-Paare über zehn Monate hinweg zu beruflichen Perspektiven und gesellschaftlichen Themen austauschen.

>>> www.freunde.ghst.de