Hirnerkrankungen – wo stehen wir?
Verständlich erklärt

Um neue Erkenntnisse und Fortschritte in der Hirnforschung der Allgemeinheit zugänglich und verständlich zu machen, begann die Hertie-Stiftung 2017 eine Veranstaltungsreihe, in der führende Neurowissenschaftlerinnen und -wissenschaftler insgesamt 17 Erkrankungen des Gehirns vorstellten und auf die Möglichkeiten der Prävention und der Therapie sowie die hoffnungsvollsten Forschungsansätze eingingen. Die Reihe begann mit dem Vortrag von Prof. Mathias Jucker vom Hertie-Institut für klinische Hirnforschung über die Erkrankung Alzheimer am 31. Januar.

In ganz Deutschland wurden Vorträge zu den Themen Kopfschmerz, ADHS, Autismus, Schizophrenie, Posttrauma-tische Belastungsstörung und Sucht zusammen mit verschiedenen Kooperationspartnern ausgerichtet. Besonders gut angenommen wurde von den Gästen die Kombination aus passendem Kinofilm mit Vortrag, wie es unter anderem bei den Vorträgen Schizophrenie und Posttraumatische Belastungsstörung in Mannheim der Fall war. Die Themen Schädel-Hirn-Trauma, Neuroborreliose, Geburtstraumata und Multiple Sklerose folgen im ersten Halbjahr 2018.

Fokus Alterserkrankungen des Gehirns

Aufgrund des demografischen Wandels und der Überalterung der Gesellschaft legte die Hertie-Stiftung einen besonderen Fokus auf die sechs häufigsten Alterserkrankungen des Gehirns: Alzheimer, Parkinson, Depression, Schwindelerkrankung, Schlaganfall und Hirntumor. Diese Vorträge fanden alle in Frankfurt in Kooperation mit der Frankfurter Goethe-Universität und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung statt und wurden mit einer anschließenden Podiumsdiskussion kombiniert. Hierbei diskutierten Persönlichkeiten aus Politik, Praxis und Wissenschaft jeweils über einen mit der Krankheit einhergehenden gesellschaftlichen Aspekt. Es ging um Fragen wie Wohnformen im Alter, Selbstständigkeit, Sterbehilfe, Kosten und Geschäftsfähigkeit im Alter. Mit dabei waren beispielsweise der Filmemacher David Sieveking, der Frankfurter Architekt Prof. Thomas Meurer, der ehemalige Bürgermeister Henning Scherf, Rita Süssmuth, Prof. Frank Oswald und viele mehr.

Mediale Weiterverwertung der Vorträge

Um auch im Nachgang der Reihe die Informationen vorhalten zu können, sorgte die Stiftung für die mediale Weiter-verwertung: Der Kooperationspartner Frankfurter Allgemeine Zeitung druckte alle Vorträge im Wissenschaftsteil ab. Auch wurden sie live aufgezeichnet und auf dem Wissensportal www.dasgehirn.info veröffentlicht. Die Aufzeichnungen der Frankfurter Podien sind ebenfalls im Internet zu finden. Im Durchschnitt besuchten 300 Interessierte die Veranstaltungsreihe in Frankfurt, während einzelne Videos der Vorträge bis zu 4.000 Mal angeklickt wurden.

>>> www.ghst.de/veranstaltungsreihe



Wissenschaftliche Nachwuchsförderung vor Schneekulisse

Mit führenden Wissenschaftlern ihres Fachgebietes zusammenzukommen und ihre Arbeiten diskutieren zu können, ist für Nachwuchswissenschaftler ein wichtiger Faktor bei der Planung ihrer Forschungsarbeiten und dem Aufbau von Netzwerken. Als eine Möglichkeit des intensiven Austauschs zwischen jungen und etablierten Forschern haben sich wissenschaftliche Schools bewährt, bei denen „Alt und Jung“ für etwa eine Woche an einem reizvollen, aber abgelegenen Ort zusammengebracht werden. Diesem Prinzip folgend, organisiert die Hertie-Stiftung in Kooperation mit der Federation of European Neuroscience Societies (FENS) seit 2003 jährlich eine einwöchige Winter School. Für die diesjährige School im österreichischen Universitätszentrum Obergurgl zum Thema „Neural control of behaviour“ konnte mit Prof. Edvard Moser (Universität Trondheim) sogar ein Medizin-Nobelpreisträger gewonnen werden. Rund 35 Teilnehmer diskutierten ihre Forschungsansätze und tauschten sich bei Postersessions aus.

>>> www.ghst.de/winterschool