Demokratie braucht Mitstreiter! 

Meinungsfreiheit und offener Austausch sind Grundpfeiler unserer Demokratie. Doch die eigene Meinung zu bilden und diese gut zu formulieren, muss erst erlernt werden. Seit über 15 Jahren trägt Jugend debattiert im Schulunterricht dazu bei.

Davon profitieren alle: Lehrkräfte werden vor der Durchführung der Unterrichtseinheit fortgebildet und erhalten leicht verständliche Unterrichtsmaterialien, die flexibel einsetzbar sind. Schülerinnen und Schüler lernen, sich mit aktuellen Streitfragen auseinanderzusetzen und dabei auch andere Standpunkte zu respektieren und zu hinterfragen. Auf diese Weise können die Jugendlichen Fähigkeiten erlernen, die sie in der Schule und für ihren Abschluss, beim Übergang ins Berufsleben oder Studium benötigen: Auftreten, Teamfähigkeit und Argumentationsfertigkeit.

In dem Wettbewerb, der sich an die Unterrichtseinheit anschließt, haben Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, sich mit anderen zu messen. Dabei werden sie ab Regionalebene mit Rhetoriktrainings für die jeweils nächste Stufe vorbereitet. Höhepunkt des Wettbewerbsjahrs ist das Bundesfinale, das 2017 am 17. Juni in Berlin vor 700 Gästen stattfand. Die fachkundige Jury unter Vorsitz von Sandra Maischberger bewertete die Debatten öffentlich nach Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft. Die Gewinner: die 14-jährige Sarah Lange aus Freital in Sachsen und der 18-jährige Dennis Beltchikov aus Bremen. Sie debattierten über den Besuch von Minderjährigen in Laser-Tag-Arenen und über die doppelte Staatsangehörigkeit.

Die Bundestagswahl sowie einige Landtagswahlen boten 2017 zusätzlichen Anlass zum Austausch der Positionen. Auf Einladung des niedersächsischen Landtagspräsidenten debattierten vier Jugendliche mit Spitzenkandidaten der im Landtag vertretenen Parteien. Die Kandidaten, allen voran der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil und sein Herausforderer Dr. Bernd Althusmann, hatten sich gut auf die Debatten vorbereitet. Das war auch nötig, denn in den vier Nachwuchs-Debattanten fanden sie ebenbürtige Gegenredner, die ihnen richtig auf den Zahn fühlten.



Auf Deutsch debattieren – auch im Ausland

Auch international wird immer häufiger debattiert: 230 Schulen in 19 Ländern machen außerhalb Deutschlands mit. In Südamerika fand 2017 zum zweiten Mal auch ein internationales Finale statt. In São Paulo trafen sich Schülerinnen und Schüler aus Argentinien, Brasilien, Chile, Paraguay und erstmals auch Peru, um auf Deutsch gemeinsam zu debattieren. In Mittel- und Osteuropa hat das Debattieren in deutscher Sprache bereits eine lange Tradition: In Tallinn fand am 30. September 2017 das elfte Finale von Jugend debattiert international statt. Das Thema war hochaktuell: „Soll das Internet umfassend staatlich reguliert werden?“

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FORSCHERGRÖSSEN IN DER PAULSKIRCHE

Die Preisträger

Den Nachwuchsforscherpreis Eric Kandel Young Neuroscientists Prize in Höhe von insgesamt 100.000 Euro erhielt die kroatisch-britische Neurobiologin Dr. Marta Zlatic für ihre Beiträge zur Erforschung von Entscheidungsprozessen im Gehirn. Zlatic forscht am Janelia Research Campus des renommierten Howard Hughes Medical Institute in den USA sowie an der Cambridge University in Großbritannien. Ausgezeichnet wurde sie für ihre Beiträge zum Verständnis neuronaler Grundlagen der Entscheidungsfindung im Gehirn von Tieren: Alle Lebewesen treffen ununterbrochen Entscheidungen, das Nervensystem steuert überlebenswichtige Verhaltensweisen, z. B. Flucht oder Verteidigung. Zlatic untersuchte die Entstehung von Neigungen zu verschiedenen Verhaltensweisen, die Auswahl einer spezifischen Verhaltensweise sowie deren abschließende Erfolgsbewertung.

Die mit bis zu einer Million Euro dotierte Hertie-Senior-Forschungsprofessur Neurowissenschaften ging an Prof. Dr. Dr. h. c. Arthur Konnerth, Direktor des Instituts für Neurowissenschaften an der Technischen Universität München. Konnerths Schwerpunkt im Bereich Neurophysiologie war die Erforschung einzelner Neuronen und Synapsen auf dem Gebiet der Visualisierung und funktionellen Charakterisierung im Säugergehirn. Seine Ergebnisse stellen Erfolg versprechende Grundlagen für die Erforschung von Alzheimer dar.

Bei der feierlichen Preisverleihung vor 900 Gästen in der Frankfurter Paulskirche trafen sich zahlreiche Forschergrößen. So überreichte der Medizin-Nobelpreisträger und Hirnforscher Eric Kandel „seinen“ Nachwuchsforscherpreis zum wiederholten Male persönlich. Prof. Bert Sakmann, ebenfalls Medizin-Nobelpreisträger, hielt die Laudatio auf Arthur Konnerth, seinen langjährigen Forscherkollegen.

Nach der Preisverleihung folgte eine Podiumsdiskussion unter dem Titel „Memory in Art and Brain“. Sie beleuchtete das Phänomen des Gedächtnisses aus künstlerischer, kunstgeschichtlicher und neurowissenschaftlicher Perspektive. Diskutiert wurde die Rolle des Gehirns sowohl bei der Erschaffung als auch bei der Rezeption von Kunst. Neben Prof. Dr. Eric Kandel saßen auf dem Podium Neil MacGregor (Kunsthistoriker und Leiter der Gründungsintendanz am Humboldt-Forum Berlin), Prof. Günther Uecker (Maler und Bildhauer) sowie Felicitas von Lovenberg (Publizistin und Verlegerin, Piper Verlag), die als Moderatorin durch das Gespräch führte.

>>> www.ghst.de/kandel
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Neurowissenschaftliche Forschung voranzutreiben ist ein Schwerpunktziel der Stiftung im Bereich „Gehirn erforschen“. Exzellente Hirnforscher konnten sich auf einen Nachwuchspreis und auf eine Stiftungsprofessur bewerben, die gemeinsam im Juni 2017 offiziell in der Frankfurter Paulskirche verliehen wurden:

Mit dem Eric Kandel Young Neuroscientists Prize zeichnet die Stiftung gemeinsam mit der Federation of European Neuroscience Societies (FENS) herausragende Nachwuchswissenschaftler für ihre Leistungen aus und will sie damit unterstützen, ihre Forscherlaufbahn voranzutreiben. Die Hertie-Senior-Forschungsprofessur Neurowissenschaften richtet sich an ältere herausragende Neurowissenschaftler, die die abschließenden Jahre ihrer beruflichen Laufbahn ausschließlich der Forschung widmen wollen. Sie ist eine Auszeichnung für langjährige Spitzenleistung und Lebenswerk.