Charlys Gehirn kommt ins Museum

50-mal größer als in der Realität und zu Fuß erkundbar – das „Begehbare Gehirn“ im neuen Senckenberg Naturmuseum will u. a. anhand von typischen Fußballsituationen grundlegende Hirnfunktionen erklären. In einer groß angelegten Umbauaktion wird sich die Fläche des renommierten Frankfurter Naturmuseums bis 2020 fast verdoppeln. Dabei entstehen auch die vier neuen Ausstellungsbereiche Mensch, Erde, Kosmos und Zukunft, von denen die Hertie-Stiftung einen Ausstellungsteil mit bis zu 1 Million Euro fördert und gemeinsam mit Senckenberg inhaltlich konzipiert und umsetzt.

Die zukünftigen Besucher werden aber nicht durch irgendein anonymes Denkorgan flanieren: In einem Online-Voting haben über 2300 Teilnehmer entschieden, dass Karl-Heinz „Charly“ Körbel für das Exponat Modell stehen soll. Der Leiter der Eintracht Frankfurt Fußballschule und Spielerlegende des Vereins zeigte sich stolz über dieses ungewöhnliche Projekt: „Ich empfinde die Wahl als große Ehre – das wird schon etwas ganz Besonderes, durch das eigene Gehirn laufen zu können!“

Im März wurde es dann ernst: Um sein Gehirn scannen zu lassen, legte sich der Bundesliga-Rekordspieler in der Bad Sodener Main-Taunus-Klinik in einen Magnetresonanztomographen (MRT). „Aus den Scans wird dann ein kleines Modell im 3-D-Drucker angefertigt, welches dann wiederum als Vorlage für das XXL-Modell dienen wird“, erläuterte Dr. Martin Cepek, Leiter Stab Zentrale Museumsentwicklung, Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung. „Das begehbare Gehirn wird unser Highlightexponat im Bereich Mensch des Neuen Museums.“ Die Besucher werden im Innern der Installation anhand von Modellen, Animationen und Projektionen Vorgänge wie die Verarbeitung eines akustischen Reizes erleben können. Die äußere Schale, die man von der geplanten Galerie aus in Augenschein nehmen wird, zeigt in stark vergrößertem Maßstab den anatomischen Aufbau des Gehirns. Die übrigen Exponate der Dauerausstellung gruppieren sich in verschiedenen Stationen rund um die Installation und befassen sich interaktiv und vertiefend mit Themen wie „Lernen und Gedächtnis“, „Emotionen“, „Gehirnentwicklung“, „Gegenüberstellung von menschlichen und tierischen Gehirnen“ und „Hirnforschung“. 

>>> www.ghst.de/gehirn-ausstellung

MS? Da wollen wir mitmischen!

Um soziale Maßnahmen im Bereich der Erkrankung Multiple Sklerose zu entwickeln und zu realisieren, schrieb die Stiftung zum vierten Mal die Initiative mitMiSsion aus. Zielgruppe sind hier Institutionen wie Selbsthilfegruppen, Verbände oder auch Firmen, die zu Kooperationen (zum „Mitmischen“) motiviert werden sollen. Die Fördersumme betrug 200.000 Euro und wurde 2017 auf vier Vorhaben verteilt. Eine besondere Aktion war darüber hinaus die Entwicklung einer aufmerksamkeitsstarken Postkarte für ein älteres mitMiSsion-Projekt, das 2017 richtig Fahrt aufgenommen hat. „Ich will ein Kind von dir“ stand in großen Lettern auf einer pinken Karte, die in Cafés ausgelegt und an Ärzte verschickt wurde. Beworben wurde damit die DMSG-Telefonberatung „Plan Baby mit MS“ für Betroffene mit Fragen rund um Schwangerschaft und Kinderwunsch.

>>> www.ghst.de/mitmission