Ziel erreicht: Beein­druckende Beteiligung, erfolgreiche Konzepte 

16.000 Unterstützer und insgesamt über 700.000 Euro für Integrationsprojekte: Diese Zahlen verdeutlichen, dass das Thema Integration nach wie vor höchste gesellschaftliche Aktualität besitzt. Im Jahr 2017 verlieh die Hertie-Stiftung erstmals den Deutschen Integrationspreis. Der Preis zeichnet Projekte aus, die durch besonders wirksame und skalierbare Ideen einen Beitrag zur Integration leisten.

John-Philip Hammersen, Geschäftsführer der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung: „In dem Maße, wie die Zahl an dramatischen Bildern von Flucht nachlässt, schwindet auch das Bewusstsein der Öffentlichkeit, wie wichtig Integration ist. Crowdfunding ist eine gute Möglichkeit, die Notwendigkeit von Integration und die vielen guten Ideen dazu in den Köpfen vieler Menschen zu verankern.“

Im Rahmen des Deutschen Integrationspreises kombinierte die Hertie-Stiftung erstmals Stiftungspreisgeld mit Crowdfunding im Bereich gesellschaftliche Innovation. Von den 250 auf die Ausschreibung eingegangenen Bewerbungen wurden 40 Projekte für den Wettbewerb auf Startnext ausgewählt. Im Hertie-Camp im Januar 2017 bereiteten sich die Teilnehmer in Workshops optimal auf ihre Crowdfunding-Kampagnen vor und lernten sich gegenseitig kennen.

Fahrradtouren für geflüchtete Frauen

Gleich 34 Projekte erreichten das Finanzierungsziel und generierten mit ihrem Einsatz insgesamt über 700.000 Euro – davon 140.000 Euro Stiftungsgelder. Die achtköpfige Jury des Deutschen Integrationspreises wählte hiervon wiederum acht Finalisten aus, von denen im Oktober 2017 drei Projekte auf der Preisverleihung mit noch einmal insgesamt 100.000 Euro ausgestattet wurden.

Das Fahrrad als Symbol für ungebundene Bewegungsfreiheit eignet sich hervorragend, um die regionalen Besonderheiten und Traditionen zu entdecken: Das Freiburger Integrationsprojekt Bike Bridge e. V. bietet Fahrradkurse und -touren für geflüchtete Frauen an und konnte die Jury überzeugen. Das erstplatzierte Projekt erhielt 50.000 Euro. „Mit dem Preisgeld können wir nun den zahlreichen Anfragen nachkommen und unser mehrfach getestetes Konzept weiterverbreiten”, berichtete Lena Pawelke vom Bike Bridge e. V. begeistert nach der Preisverleihung.

 

Individuelle Lösungen statt Massenunterkunft

Das Projekt ZuBaKa, ZukunftsBauKasten für Neuankommende, ermöglicht mit einem maßgeschneiderten System allen jugendlichen Neuankommenden einen erfolgreichen Start in Schule und Beruf und wurde dafür mit dem zweiten Platz und 30.000 Euro Preisgeld ausgestattet. Flüchtlinge willkommen setzt sich dafür ein, geflüchtete Menschen statt in Massenunterkünften in individuellen Wohnsituationen, etwa Wohngemeinschaften, unterzubringen, und hat dafür eine Online Vermittlungsplatt-form entwickelt. Ihre Initiative wurde mit dem dritten Preis und 20.000 Euro unterstützt.

Im Jahr 2018 richtet sich die Ausschreibung des Deutschen Integrationspreises noch gezielter an Projekte, die von Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund umgesetzt werden. Zudem fördert in diesem Jahr der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e. V. den Preis im Rahmen seiner Initiative „Integration durch Bildung“.

>>> www.deutscher-integrationspreis.de

Neurowissenschaftliche Erkenntnisse
für Schulen nutzbar machen

Praxisrelevante Ergebnisse der Hirnforschung für gesellschaftlich wichtige Felder wie z. B. Bildung fehlen weitgehend, obwohl gerade Schulen in besonderem Maß von neurowissenschaftlicher Forschung profitieren könnten. Denn in der Neuropädagogik liegen viele Ergebnisse zur Lokalisation von Funktionen wie Lesen und Rechnen vor, aber sie liefern bislang keine konkreten Erkenntnisse für die Verbesserung des Schulunterrichts. Mit dem Projekt G_AP Gehirn – Anwendung – Praxis soll diese Transfer-Lücke geschlossen werden. 

Hierzu hat die Hertie-Stiftung mit einem Team von Neurowissenschaftlern und Pädagogen den aktuellen Stand der Forschung zusammengetragen und in einer Online-Publikation verständlich aufbereitet. Themen sind die Prävention und Früherkennung von Lernstörungen, Besonderheiten des „pubertierenden Gehirns“, die Auswirkungen von Schlaf und Tagträumen auf die Gedächtnisleistung sowie die Nutzung digitaler Medien. So hat die Forschung z. B. nachgewiesen, dass sich Lern-DVDs für Babys und Kleinkinder negativ auf die geistigen Fähigkeiten der Kleinen auswirken. Bei Schulkindern aber hat eine Stunde Computerspiel pro Woche einen positiven Effekt auf die visomotorischen Fähigkeiten.

>>> www.ghst.de/gap