Ideen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt 

Das Hertie-Innovationskolleg (HIK) setzt sich mit konkreten Herausforderungen des gesellschaftlichen Zusammenlebens in Europa auseinander. Dabei stehen die Zukunft der Demokratie, der Bildung und des gesellschaftlichen Zusammenhalts im Fokus. Das HIK identifiziert und begleitet mit Know-how und finanziellen Mitteln vielversprechende Projekte bei ihrer Weiterentwicklung, um daraus zukunftsweisende Lösungsansätze zu schaffen.

Im Jahr 2017 wurden insgesamt acht Projekte beim HIK aufgenommen. Sie beschäftigen sich mit der Verbesserung der Motivation und den Arbeitsbedingungen von Lehrkräften, der Professionalisierung des Dritten Sektors, dem Diskurs zu westlichen und russischen Werten, dem Aufbau eines European People’s Fund sowie der Gründung eines Centers for Intersectional Justice (CIJ). Die drei im Oktober aufgenommenen Projekte setzen sich mit der Stärkung und der Verbesserung der Infrastruktur ländlicher Räume, der Gestaltung von Unterkünften durch Geflüchtete und einem Ansatz zum Corporate Volunteering auseinander. Eigene Formate wie ein „Democracy Slam“ und die international besetzte Gründungskonferenz des CIJ zeigten bereits 2017 erste Arbeitsergebnisse.

 
Der Pilotjahrgang endete Ende März mit einer öffentlichen Abschlussveranstaltung, wobei „Diversität und Integration“ von Anne Marie Kortas und der Grassroots-Thinktank Polis180 weiter gefördert wurden. Frau Kortas arbeitet bis Mai 2018 an der praktischen Umsetzung und Polis180 führte „#Demokratie braucht Dich!“ durch. Die knapp fünfmonatige Kampagne zielte darauf ab, junge Menschen zur Bundestagswahl zu motivieren, für mehr politisches Engagement zu werben und ein zeitgemäßes Format zu bieten. Die Kampagne fand vorwiegend in sozialen Netzwerken statt, begleitet von diversen Marketing-Aktivitäten, einer Online-Challenge, öffentlichen Diskussionsformaten und über 30 weiteren Events. Sie erreichte über Social-Media-Kanäle und sechs Vor-Ort-Veranstaltungen über 180.000 Menschen und war in überregionalen Medien vertreten. Abschluss der Kampagne bildete die Petition „Politische Beteiligung vereinfachen und digital erweitern“ (www.change.org).

Themenforen mit hochkarätigen Gästen

Highlights der HIK-Themenforen 2017 waren eine Diskussionsrunde mit der US-amerikanischen Journalistin Brooke Borel, Autorin des Chicago Guide of Fact Checking, zum Thema „Zukunft der Fakten”, der Besuch der neuen Intendantin des RBB, Patricia Schlesinger, die über „Die Medien als Vierte Gewalt: Herausforderungen für unsere Demokratie“ sprach, sowie die Veranstaltung „Integration zum Frühstück“, die im Kitchen on the Run-Container im Museum Angewandte Kunst in Frankfurt stattfand.

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Nicht-medikamentöse
MS-Therapien vorantreiben

In den letzten Jahren stand die Entwicklung von Konzepten zur Immuntherapie im Brennpunkt des Interesses der MS-Forschung. Aber auch abseits der Medikamente gibt es mehr und mehr interessante Erkenntnisse darüber, wie die Krankheit beeinflusst werden kann. Die auch bei anderen Krankheitsbildern zunehmend wissenschaftlich anerkannte Meinung, dass z. B. Umweltfaktoren und der individuelle Lebensstil eine Rolle beim Verlauf der Erkrankung spielen, ist für die Betroffenen eine wichtige Erkenntnis. So ergeben sich möglicherweise Chancen, zusätzlich zur medikamentösen Therapie aktiv Einfluss auf die Erkrankung zu nehmen.

Die Hertie-Stiftung setzte dafür 2017 erstmals in einer direkten Zusammenarbeit mit verschiedenen Pharmafirmen ein MS-Projekt um. Gemeinsam mit einem sogenannten MS-Konsortium der Pharmaindustrie wurde ein Antragsverfahren zur nicht-medikamentösen MS-Therapie finanziert. Beteiligt waren sechs Firmen: Bayer Vital GmbH, Biogen GmbH, Novartis Pharma GmbH, Sanofi-Genzyme, Roche Pharma AG und TEVA GmbH.

Anfang Oktober erfolgte die Ausschreibung, bei der Mittel in Höhe von bis zu 100.000 Euro für die Umsetzung eines Forschungsprojekts beantragt werden konnten. Das Thema des Antrags musste zum Spektrum der nicht-medikamentösen MS-Therapie gehören (Ernährung, Sport, Klima, Psychologie).

>>> www.ghst.de/nicht-medikamentoese-ms-therapie