Hertie-Preis und Förderung

Wir vergeben den Hertie-Preis und verschiedene Förderungen an Individuen, Verbände und Initiativen im Bereich der Multiplen Sklerose und anderen Erkrankungen des Nervensystems.

UNTERSTÜTZUNG UND FÖRDERUNG BEI MULTIPLER SKLEROSE

Die Stiftung fördert und unterstützt Menschen und Initiativen im Bereich der Multiplen Sklerose mit dem Hertie-Preis, über Förderungen oder mit Einzelfallhilfe. 

Hertie-Preis für Engagement und Selbsthilfe

Mit dem Engagement-Preis würdigt die Stiftung Aktionen von Einzelpersonen oder Selbsthilfegruppen zugunsten neurodegenerativ oder MS-Erkrankter. Die Aktivitäten sollen möglichst kreativ, ungewöhnlich oder durch einen besonderen Zusammenschluss von unterschiedlichen Menschen geprägt sein. Die Größe des Projekts ist dabei weniger entscheidend als der Einsatz der Agierenden.

Unter den bisherigen ausgezeichneten Personen und Gruppen ist z.B. eine Journalistin, die einen MS-Podcast produziert. Oder eine Gruppe IT-Studierende, die gemeinsam mit Parkinson-Erkrankten ein trainierendes Videospiel entwickelt haben. Prämierte Aktionen schauen über den Tellerrand, machen anderen Betroffenen Mut, bauen Vorurteile ab und schaffen idealerweise Aufmerksamkeit.

Der Hertie-Preis für Engagement und Selbsthilfe ist mit 25.000 Euro dotiert und wird in der Regel auf mehrere Ausgezeichnete verteilt.

Die Jury:

  • Ein Vertreter der Hertie-Stiftung 
  • Ein Vertreter der Deutschen Alzheimer Gesellschaft 
  • Ein Vertreter der DMSG 
  • Ein Vertreter der Deutschen Parkinson-Vereinigung 
  • Eine im Journalismus tätige Person

Die Gewinner der Vorjahre

Hertie-Preis für Engagement und Selbsthilfe 2018

Bruno Schmidt und sein Verein ALS-Alle Lieben Schmidt e.V.

Bruno Schmidt ist passionierter Radfahrer. Im Dezember 2014 wurde bei ihm die Diagnose einer Amyotrophen Lateralsklerose (ALS) gestellt. Zwei Jahre später gründete er seinen Verein ALS – Alle lieben Schmidt e.V. als Selbsthilfeverein für Menschen, die an dieser unheilbaren Krankheit leiden. Herr Schmidt hat es sich zur Aufgabe gemacht, Betroffene und deren Familien zu unterstützen und ihnen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Trotz seiner Krankheit möchte er für die Erkrankung des motorischen Nervensystems Aufmerksamkeit schaffen und organisiert Veranstaltungen wie z.B. die Tour de ALS 2017, um Spenden zu sammeln.

Die 7.500 Euro Preisgeld sollen die Projektarbeit fördern und die Vernetzung der verschiedenen ALS-Selbsthilfe Initiativen in Nordrhein-Westfalen unterstützen. Weiterhin steht die Förderung von ALS-Ambulanzen im Vordergrund.

Frau Dorothea Dattenberger

Seit 2015 betreibt die Künstlerin und Diplom-Sozialpädagogin Dorothea Dattenberger ein offenes Atelier im MS-Pflegeheim "Haus der Freunde" . Dort ermöglicht sie den Bewohnern, sich trotz extrem starker Einschränkungen bei weit fortgeschrittener Multiple Sklerose kreativ auszudrücken. Jeder kann sich im Atelier gemäß seiner Vorstellung und Möglichkeiten einbringen. Dies ist eine einzigartige Gelegenheiten für die Betroffenen, Selbstwirksamkeit zu erleben. Die Bewohnerinnen und Bewohner erfahren so Gemeinschaft, Austausch sowie positives und oft auch humorvolles Feedback zu ihren Arbeiten.

Kooperation Bauernhöfe für Menschen mit Demenz 

Das Kompetenzzentrum Demenz der Alzheimer Gesellschaft Schleswig-Holstein e.V. hat auf der Suche nach innovativen Ansätzen, um Versorgungslücken im ländlichen Raum zu schließen, die Kooperation Bauernhöfe für Menschen mit Demenz mit der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein vereinbart. Sie hat zum Zweck, Menschen mit Demenz Zeit auf Bauernhöfen zu ermöglichen. Da viele Menschen in der Nachkriegszeit auf dem Land aufgewachsen sind, verbinden sie mit dem Leben auf einem Bauernhof oft angenehme Erinnerungen. Durch Naturerlebnisse, Kontakt mit Tieren und typischen Geräuschen und Gerüchen werden Momente des Wohlbefindens geschaffen. Die Betroffenen werden, je nach Wunsch und Können, in den Tagesablauf auf den Höfen einbezogen oder sind einfach nur vor Ort in der Gruppe oder auch in Einzelbetreuung.

Hertie-Preis für Engagement und Selbsthilfe 2017

Spurwechsel

Seit Anfang 2016 arbeiten die MS-Betroffene, Texterin und Interviewerin Anke Breuer und der Fotograf Markus Paulußen an ihrem Foto-Text-Projekt Spurwechsel. Dabei gelingt es ihnen in ihrer Fotoausstellung, die 1.000 Gesichter der MS in Form von tatsächlichen Gesichtern und Geschichten auf eindrucksvolle Art und Weise darzustellen. Alle Texte und Collagen sind auch auf der Homepage www.spurwechsel-ms.de zu sehen. Mit dem Preisgeld in Höhe von 7.500 Euro soll eine zweite Ausstellung sowie die Ausweitung des Projektes auf das Ausland finanziert werden.

Radfahrlust

Seit 10 Jahren organisiert Klaus Vock, Leiter der Darmstädter Selbsthilfegruppe Radfahrlust und selbst MS-Betroffener, jährlich Radtouren für MS-Erkrankte. Gleichgesinnte schwingen sich in den Sattel von speziellen Liegedreirädern und radeln mehrere Tage durch den Südwesten Deutschlands und sogar in die Nachbarländer. MS-Betroffenen soll über das Radfahren wieder Spaß an Bewegung, fröhlicher Austausch und eine gute Zeit ermöglicht werden. Die Räder werden den Teilnehmenden dabei größtenteils kostenlos zur Verfügung gestellt. Das Preisgeld in Höhe von 7.500 Euro wurde für eine Tour verwendet, die unter dem Motto Freiheit, Teilhabe, Toleranz in und um Berlin stattfand.

Münchenstift

Das Alfons-Hofmann-Haus des Münchenstifts gewährleistet seit 2008 eine Eins-zu-Eins-Betreuung von MS-Betroffenen. Die Pflegeeinrichtung gehört damit zu den wenigen, die speziell für MS-Erkrankte aufgestellt sind. Zahlreiche Ehrenamtliche kümmern sich engagiert um jeden einzelnen Bewohner und unterstützen auch bei Gruppenveranstaltungen wie Lesungen, Festen und anderen Unternehmungen. Daneben bilden sie sich – ebenfalls ehrenamtlich – in den Stift-eigenen Schulungen fort. Ziel ist, den Bewohnern durch gute Pflege und Versorgung, aber auch eine gute psychosoziale Begleitung, ein gutes Leben zu ermöglichen. Vom Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro möchten die Ehrenamtlichen des Münchenstifts einen Pavillon, neue Terrassenmöbel und einen großen Grill für die beliebten Grillabende im Sommer anschaffen und Ausflüge finanzieren.

Hertie-Preis für Engagement und Selbsthilfe 2016

NCL-Stiftung
NCL (Neuronale Ceroid Lipofuszinose) ist eine Stoffwechselerkrankung des Gehirns, die ähnlich wie der Morbus Alzheimer ein schrittweises Absterben von Nervenzellen verursacht. Betroffen sind jedoch Kinder, die oftmals schon im Grundschulalter erkranken und nur selten ihr 30. Lebensjahr erreichen. Denn NCL gehört zu den seltenen und tödlich verlaufenden Erkrankungen, für die es bislang kaum Therapiemethoden und kein Heilmittel gibt. Seit 2002 setzt sich deshalb die NCL-Stiftung für die Erforschung der sogenannten Kinderdemenz ein, hat Forschungskooperationen initiiert sowie Forschungspreise- und Stipendien vergeben.
Ein weiteres großes Ziel der Stiftung ist die Aufklärung über Symptome und Verlauf von NCL. In diesem Zusammenhang wurde das Schulprojekt „NCL macht Schule“ in Hamburg initiiert. Ziel ist, gerade die jüngeren Generationen auf die Problematik von seltenen Erkrankungen aufmerksam zu machen. Das Projekt ist modulartig aufgebaut und kann ergänzend zum Biologieunterricht der gymnasialen Oberstufe eingesetzt werden. Neben theoretischen Grundlagen bekommen die Schülerinnen und Schüler unter anderem Einblicke in die praktische Arbeitsweise eines medizinischen Labors und können Analysemethoden und Diagnostik im Rahmen eines Schülerlabors selbst erproben und durchführen.
Die Jury des Hertie-Engagementpreises würdigt insbesondere das Schulprojekt der NCL-Stiftung, das Theorie und Praxis miteinander verbindet und Schülerinnen und Schüler weiter für das Thema seltener Erkrankungen sensibilisiert. Die Hertie-Stiftung honoriert dieses Engagement mit einem Preisgeld in Höhe von 12.500€ und unterstützt damit die weitere Umsetzung von „NCL macht Schule“.

Theaterpädagogisches Zentrum Sachsen e.V.
Ein Leben mit Demenz konfrontiert Betroffene wie Angehörige mit einer Reihe von Herausforderungen, schmerzlichen Erfahrungen und Einschränkungen – auch eine vollwertige Teilhabe am gesellschaftlichen und kulturellen Leben ist für Demenzkranke oftmals nicht mehr möglich. Dem wollten Walter Henckel und Dirk Strobel vom Theaterpädagogischen Zentrum Sachsen e.V. entgegenwirken und haben das Theaterstück „Die Väter“ initiiert und umgesetzt. Das Stück richtet sich speziell an Demenzerkrankte, Angehörige und Senioren in Pflegeeinrichtungen und greift nicht nur thematisch typische Situationen und Probleme auf, sondern ist auch in Art und Weise der Inszenierung auf die kognitiven Möglichkeiten der Zielgruppe abgestimmt. So sind einzelne Szenen nicht länger als 10 Minuten und das Stück wird in den Pflegeeinrichtungen selbst aufgeführt. Rund um Dresden wurde „Die Väter“ in diesem Jahr bereits mehrfach gezeigt, weitere Aufführungen sowie ein Stückwettbewerb sind in Planung.
Die Jury des Hertie-Engagementpreises würdigt die erstmalige Entwicklung und Umsetzung dieser zielgruppenorientierten Theaterform mit einem Preisgeld von 7.500€ und schätzt insbesondere die Zielsetzung des Projekts – nämlich Demenzkranken und ihren Angehörigen sowie Senioren in Pflegeeinrichtungen die Teilhabe an kulturellen Angeboten weiterhin zu ermöglichen.

DPV Regionalgruppe Bad Segeberg & das Projekt „Segeberger Symposien“
Schon zum dritten Mal initiiert Bernd Braun die Segeberger Symposien, die unter dem Motto „Medizin trifft Kunst“ stattfinden. Bernd Braun, seit 2005 an Parkinson erkrankt, weiß, dass die Krankheit ihre Betroffenen nicht nur mit körperlichen Einschränkungen konfrontiert, sondern im Krankheitsverlauf auch psychologische Begleiterscheinungen wie Angst und Depressionen auftreten können. Das Symposium bietet Workshops zu Tanz, Musik, Gesang und Theater an, in denen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer selbst die aktivierende Wirkung von Musik erleben können. Ziel der Workshops ist es, Betroffene nicht nur in physiologischer Hinsicht zu motivieren, sondern auch Raum für gemeinsames Erleben und gegenseitigen Austausch zu bieten.
Die Jury des Hertie-Engagementpreises würdigt insbesondere den kreativen Einsatz, mit dem die Segeberger Symposien initiiert wurden und fördert mit einem Preisgeld von 5.000€ ihren Fortbestand.

Hertie-Preis für Engagement und Selbsthilfe 2015

BAER - Mentoring-Projekt für Kinder und Jugendliche mit Multipler Sklerose
Wie bei anderen schweren Krankheiten im Kindesalter empfinden die meisten Kinder mit juveniler MS die Diagnose regelrecht als Verlust ihrer Kindheit. Besonders, da die MS zu den vergleichsweise seltenen Erkrankungen zählt, tausend verschiedene Gesichter hat und dadurch besonders schwer zu diagnostizieren ist. Despina Sivitanides-Middelmann, selbst als Jugendliche an MS erkrankt und mit dem Spießrutenlauf vertraut, setzt sich als Erwachsene heute mit dem Projekt BAER für diese Kinder ein. BAER steht für Barrierefreiheit, Alltagsunterstützung, Erlebnisreichtum und Respekt – vier Säulen eines ehrenamtlichen Projekts, mit denen Kinder und Jugendliche auf ihrem schwierigen Krankheitsweg von Mentoren unterstützt werden. Aufklärung von Fragen zur chronischen Erkrankung, Begleitung bei administrativen Vorgängen und Alltägliches wie „Pieks-Hilfen“ sollen für die Betroffenen langfristig den Weg in die Selbständigkeit bereiten. Projektträger bei der Ausbildung der Mentoren ist die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft in NRW (zum Projekt).
Die Jury des Hertie-Engagementpreises würdigt bei dem Projekt die Kreativität und den persönlichen Einsatz von Frau Sivitanides-Middelmann, die u.a. auch mit der Aktion Lesend helfen des Esch Verlags kooperiert und die prominente Comedy-Größe Annette Frier als Fürsprecherin gewann. Die Hertie-Stiftung honoriert dieses vorbildliche Engagement mit einem Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro.

Demenz-Servicezentrum NRW für Menschen mit Zuwanderungsgeschichte der AWO
Menschen mit Demenzerkrankungen verlieren ihr Kurzzeitgedächtnis und ihre Erinnerungen beschränken sich zunehmen auf Kindheit und Jugend. Bei Zuwanderern bedeutet dies oft sowohl den Verlust der Zweitsprache als auch Erinnerungen an die neue Kultur – eine Herausforderung für Angehörige und Pflegepersonal. Das Demenz-Servicezentrum NRW für Menschen mit Zuwanderungsgeschichte (www.demenz-service-migration.de) stellt bedarfsgerechte Unterstützungsangebote für Betroffene bereit. So gibt es muttersprachliche Beratungen in Russisch und Türkisch (die statistisch größten Zuwanderergruppen in der Altersklasse), Austausch mit Fachkräften aus diesen Herkunftsländern, Entwicklung kultursensibler Materialien wie Karten mit Sprichwörtern und vieles mehr. Ein aktuelles Großprojekt war der Dreh des Dokumentarfilms „Uns bleibt die Liebe“ von und für Demenzerkrankte (in Kooperation mit Medienprojekt Wuppertal e.V.). Der Film in russischer Sprache mit deutschen Untertiteln portraitiert den Lebensalltag in den Familien, klärt auf und sensibilisiert für das Thema, dass in unserer Migrationsgesellschaft künftig zunehmend aktueller wird.
Die Jury des Hertie-Engagementpreises würdigte besonders den innovativen Ansatz eines Dokumentarfilms von und für Demenzerkrankte mit Zuwanderungsgeschichte und den Modellcharakter für weitere Initiativen dieser Art. Die Hertie-Stiftung honoriert dieses vorbildliche Engagement mit einem Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro.

Berufskolleg Stadtmitte in Mühlheim an der Ruhr in Zusammenarbeit mit der Alzheimer Gesellschaft Mühlheim e.V.
Am Berufskolleg Mühlheim gibt es einen Bildungszweig für das Sozial- und Gesundheitswesen. Während ihrer Ausbildung erfahren die Teilnehmer viel über Demenz, ein Krankheitsbild, um das künftige Alten- oder Krankenpfleger nicht herumkommen. Auf Initiative zweier Jugendlicher (Sarah Lohkamp und Lucca Thannheimer) hat sich im Jahr 2014 eine ganze Schülergruppe gefunden, die das Erlernte in der Praxis erproben wollte, aber weit über den Schulalltag hinaus Motivation zeigte. Die engagierten jungen Leute fragten bei der Alzheimer Gesellschaft in Mühlheim nach Teilnahmemöglichkeiten und brachten sich bald nicht nur aktiv in vorhandene Programme ein, sondern entwickelten mit großem Einsatz eigene konzeptionelle Ideen. Die Schüler beteiligten sich an der Betreuung Demenzkranker, unterstützten bei Vorträgen und im Austausch mit Angehörigen und erstellten kreativ Broschüren und Trainingspläne. Darüber hinaus warben sie Spenden ein, von denen sie Laptop, Kamera und Beamer anschafften, um ihre Erfahrungen zu dokumentieren und andere Schulklassen zum Mitmachen zu motivieren.

Die Jury des Hertie-Engagementpreises würdigte besonders den Mut der jungen Menschen, sich so intensiv und ohne Berührungsängste mit dem Thema Demenz auseinanderzusetzen – für 17-jährige längst nicht selbstverständlich. Die Initiative hat Modellcharakter für weitere Projekte dieser Art überall in Deutschland. Die Hertie-Stiftung honoriert dieses vorbildliche Engagement mit einem Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro.

mitMiSsion

Seit über zwanzig Jahren engagiert sich die Gemeinnützige Hertie-Stiftung im Bereich der Multiple-Sklerose-Erkrankung. Mit mitMiSsion wurde 2013 eine neuartige Ausschreibung ins Leben gerufen: Für die Entwicklung und Realisierung effizienter sozialer Multiple Sklerose-Maßnahmen stellt die Hertie-Stiftung insgesamt 200.000 € zur Verfügung. Die Mindestfördersumme pro Selbsthilfe-Vorhaben liegt bei 15.000 €.

Dr. Eva Koch, Leiterin der Multiple-Sklerose-Projekte der Hertie-Stiftung, erläutert: "Die gesuchten Selbsthilfe-Maßnahmen sollen MS-Betroffenen eine Unterstützung im Alltag bieten und können von der Telefon-Hotline über das barrierefreie Sommerfest bis hin zum Fahrservice reichen. Wir möchten mit der Ausschreibung Menschen mobilisieren, sich mit der chronischen Erkrankung MS stärker auseinanderzusetzen und verschiedene Angebote zu entwickeln." Diesen Ansatz spiegelt auch der Ausschreibungstitel mitMiSsion wieder: Er soll einen Appell an den Handlungswillen von engagierten Menschen leisten und sie zum Mitmischen bewegen - mit dem Ziel einer Verbesserung der Lebensumstände von MS-Erkrankten.

Die bisherigen Förderprojekte

2018

Kinder und Familienfreizeiten für MS-Erkrankte und Familienmitglieder
DMSG Schleswig-Holstein e.V. Fördersumme: 18.000,-

Die drei DMSG -Nord-Landesverbände Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein möchten in den folgenden zwei Jahren jeweils eine Familien- und eine Kinderfreizeit für MS-Betroffene ausrichten. Ziel des Projekts ist, die Familien zu entlasten und zugleich eigene, aber auch gemeinsame schöne Erlebnisse zu schaffen.

Plan Baby bei MS - Unser Kind muss laufen lernen!
DMSG NRW e.V. Folgeantrag, Fördersumme: 98.000,-       

Das Projekt „Plan Baby bei MS“ bietet MS-Erkrankten mit Fragen zu Kinderwunsch, Schwangerschaft und Elternschaft eine unabhängige Telefonberatung an. Mit der erneuten Förderung möchte die DMSG Nordrhein-Westfalen die Mitarbeitende der Landesverbände durch weitere Schulungen und Intervision noch besser qualifizieren und die Netzwerke sowie die öffentliche Sichtbarkeit des Projekts noch weiter vorantreiben.

Implementierung von Funktionstraining in der DMSG Hessen
DMSG Hessen e.V. Fördersumme: 84.000,-

Die DMSG Hessen möchte MS-Betroffenen möglichst flächendeckend einen einfachen und regelmäßigen Zugang zu MS-spezifischen Sportangeboten ermöglichen. Ein Pilot-Programm zu entsprechenden Funktionstrainings wird hierzu mit der Hochschule Fresenius entwickelt und soll nachhaltig in Hessen implementiert werden.

2017

Neurologische Standardtests am eigenen Smartphone
ScienceClub des Gymnasium Papenberg. Außerordentliche Förderung. Fördersumme 5.000,-

Im Jahr 2017 entwickelten die beiden Schüler Tim Depping und Lilian Rieke die Smartphone-App “MSHealth“, die klassische neurologische Standardtests zur Messung der Gehfähigkeit und Bewegungskoordination, der Bewegungskoordination der oberen Extremitäten sowie die Aufmerksamkeit, Merkfähigkeit und Konzentration misst.

Sportorientierte Kompaktschulungen für Menschen, die an Multipler Sklerose erkrankt sind
DMSG-Landesverbände Baden-Württemberg (AMSEL), Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Schleswig-Holstein, Thüringen und Hochschule Fresenius. Folgeantrag, Fördersumme 75.000,-

In zwei in 4-6 wöchigem Abstand erfolgenden Wochenendworkshops für MS-Erkrankte (mit oder ohne ihre Partner) werden theoretische Hintergründe zu Sport und Training im Allgemeinen und Sport und Training für MS-Erkrankte im Besonderen vermittelt und das Wissen praktisch in die Tat umgesetzt, d.h. es wird trainiert.

Tandem – Erfahrung nutzen – Selbsthilfe stärken
DMSG Landesverband Niedersachsen e.V. Fördersumme 50.000,-

Das Tandem Projekt soll die Beratung MS-Erkrankter in Thüringen und Niedersachsen im Sinne der Betroffenen noch breiter aufstellen und dazu vorhandene Ressourcen beider Landesverbände bestmöglich nutzen.

Grenzenlos vernetzte Sozialarbeit
DMSG-Landesverband Thüringen e.V. Fördersumme 80.000,-

Die Zusammenarbeit zwischen der DMSG und dem Krankenhaussozialdienst soll systematisch aufgebaut werden, damit vermehrt MS-Erkrankte über die Angebote der DMSG wie Jobcoaching, MS-Connect und Plan Baby bei MS informiert werden können.

2016

Hotline: Plan Baby bei MS
DMSG Bundesverband und Landesverbände. Fördersumme 70.000,-

Ausbau einer unabhängigen Telefonberatung für MS-Erkrankte mit Fragen zu Kinderwunsch, Schwangerschaft und Elternschaft. Denn MS überrascht häufig im Alter zwischen 20 und 40, in der Kernzeit für Familienplanung. Betroffenen steht unter 0211 933040 nun ein neues Beratungstelefon der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft zur Verfügung. 

Wir unterstützten die Bekanntmachung der Beratung im Rahmen des Welt-MS-Tages mit einer Werbepostkarte. 


Beratungshotline für MS-Erkrankte zur palliativen und hospizlichen Versorgung
Gemeinschaftsantrag des DMSG-Bundesverbands und des Zentrums für Palliativmedizin Köln. Folgeantrag, Fördersumme 30.000,-

Es handelt sich um eine spezielle Telefonsprechstunde für schwerstbetroffene MS-Patienten und Angehörige zur Palliativversorgung, die tagsüber direkt von den Beratenden des Zentrums für Palliativmedizin übernommen wird und außerhalb der Sprechzeiten über einen Anrufbeantworter einen schnellen Rückruf garantiert. Die Hotline ist dafür gedacht, schnell und unkompliziert Beratung zu erhalten und eigenverantwortlich die nächsten Schritte zu gehen.


IT Plattform MS Connect
DMSG Landesverband Hessen. Folgeantrag, Fördersumme 30.000,- 

Soziales Netzwerk für Mitglieder der DMSG, damit MS-Betroffene zueinander finden. Förderung der Testphase vom Prototyp zur Livephase.


Vielfältig-chronisch-engagiert
Aids-Hilfe NRW e.V. mit DMSG Landesverband NRW und Dt. Rheuma Liga-NRW e.V. Fördersumme 20.000,-

Indikationsübergreifende Selbsthilfe und Diversity-Management am Arbeitsplatz.

2015

Gemeinschaftsantrag verschiedener DMSG-Landesverbände in Kooperation mit der Hochschule Fresenius und der Universität des Saarlandes, Sportwiss. Institut.
Sportorientierte Kompaktschulungen für Menschen, die an Multipler Sklerose erkrankt sind

In zwei in 4-6wöchigem Abstand erfolgenden Wochenendworkshops für MS-Erkrankte (mit oder ohne ihre Partner) werden theoretische Hintergründe zu Sport und Training im Allgemeinen und Sport und Training für MS-Erkrankte im Besonderen vermittelt und das Wissen praktisch in die Tat umgesetzt, d.h. es wird trainiert. 

DMSG-NRW & MedEcon Ruhr GmbH
Aufbau eines MS-Netzwerkes für Kinder und Jugendliche Rhein-Ruhr

Ziel des Projektes ist es, Kindern und Jugendlichen an Rhein und Ruhr ein Netzwerk an Ansprechpersonen und Behandelnden in ihrer Nähe zu bieten, die im regelmäßigen Austausch stehen, um die Schwere der Erkrankung und ihre Folgen durch das Wissen aus verschiedensten Fachdisziplinen besser ertragbar zu machen - für Kinder und Eltern!

PariSozial - gemeinnützige Gesellschaft für paritätische Sozialdienste mbH in den Kreisen Minden-Lübbecke und Herford & örtliche Multiple-Sklerose-Selbsthilfegruppen
Durchführung von Empowerment-Trainings für Menschen mit Multipler Sklerose

Das gezielte Training in der Gruppe soll Menschen mit MS die Erfahrung einer veränderten Eigenwahrnehmung ermöglichen, sowie die Ziele einer selbstbestimmten Lebensgestaltung und eine Stärkung von Selbstvertretungs- und Selbsthilferessourcen aufzeigen. Das Empowerment-Training kann dabei mithelfen, die Lücke in der ganzheitlichen Unterstützung von Menschen mit MS zu schließen.

Bildungswerk Landessportbund NRW & DMSG-NRW
Aufbau eines inklusiven Sportzentrums - ein Projekt von Betroffenen für Betroffene

Der Aufbau eines inklusiven Sportzentrums soll zukünftig dabei helfen, noch mehr Menschen mit Handicap das Gefühl von Selbstwirksamkeit zu vermitteln, ihnen beim Ausbau von Fähigkeiten und beim Abbau von Ängsten und Zweifeln helfen und Mut, Lebensqualität und Gesundheit zu verbessern.

2014

DEUTSCHLANDWEIT
Gemeinschaftsantrag verschiedener DMSG-Landesverbände
Community-Plattform für Mitglieder verschiedener DMSG-Landesverbände
(Fördersumme 50.000 Euro)

Plattform, die MS-Betroffenen erlaubt, untereinander Kontakte anzubahnen mit den folgenden wesentlichen Eigenschaften:
• Die MS-Betroffenen können Kriterien wie gemeinsame Interessen, Lebenssituation oder geographische Nähe anwenden, um passende Kontakte zu finden.
• Anders als kommerzielle soziale Netzwerke (wie z. B. Facebook) bietet die Plattform:
• Kontrollierte, sukzessive Reduktion von Anonymität gegenüber möglichen Kontakten.
• Sicherheit in punkto Authentizität der Mitglieder.

Die Technik der beantragten Plattform kann sowohl bundesweit als auch für Betroffene anderer chronischer Erkrankungen bereitgestellt werden.

DEUTSCHLANDWEIT
Gemeinschaftsantrag verschiedener DMSG-Landesverbände

Jobcoaching bei Multiple Sklerose (Fortsetzungsantrag) – Inklusion im Arbeitsleben nachhaltig fördern (Fördersumme 34.960 Euro)
Resultierend aus dem Antrag „Jobcoaching bei Multiple Sklerose“ aus 2013 wurden 10 hauptamtliche Mitarbeitende der DMSG-Landesverbände psychologisch und rechtlich intensiv geschult. Diese werden nun im Rahmen der Verlängerung sachkundig und ohne bürokratische Hürden berufstätige MS-Betroffene bei Fragen und Entscheidungen rund um den Job begleiten und unterstützen.

DEUTSCHLANDWEIT
Gemeinschaftsantrag des DMSG-Bundesverbands und des Zentrums für Palliativmedizin (Köln)
Aufbau und Implementierung einer bundesweiten Hotline für MS-Erkrankte zur Palliativversorgung (Fördersumme 28.800 Euro)

Es handelt sich um eine spezielle Telefonsprechstunde für schwerstbetroffene MS-Patienten und Angehörige zur Palliativversorgung, die tagsüber direkt von den Beratern des Zentrums für Palliativmedizin übernommen wird und außerhalb der Sprechzeiten über einen Anrufbeantworter einen schnellen Rückruf garantiert. Die Hotline ist dafür gedacht, schnell und unkompliziert Beratung zu erhalten und eigenverantwortlich die nächsten Schritte zu gehen.

DEUTSCHLANDWEIT
Antrag von Dr. Alexander Tallner, Institut für Sportwissenschaft und Sport an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

geMeinSam aktiv - Internetbasierte Plattform zur Förderung der körperlichen Aktivität von Personen mit MS (Fördersumme 37.285 Euro)
Hier soll eine internetbasierte Plattform für körperliche Aktivität und Training für Personen mit Multiple Sklerose geschaffen werden. Ziel ist die Förderung der körperlichen Aktivität durch Vernetzung von Betroffenen untereinander und mit Anbietern gesundheitsförderlicher, bewegungsbezogener Programme.
Es werden 3 Plattformen geschaffen
ms-int@kt - Ein Konzept für internetbetreutes körperliches Training
ms-plak@t - Ein soziales Netzwerk mit vielfältigen Kommunikationsmöglichkeiten
ms-k@rte - Eine interaktive Karte zur Darstellung von Bewegungsangeboten und „Bewegungs-Suchenden“

BAYERN
Gemeinschaftsantrag des DMSG-Landesverbands Bayern e.V., der MS-Ambulanz der Neurologischen Universitätsklinik Würzburg, der Johanniter-Unfall-Hilfe e. V. und des Zentrums für Aphasie und Schlaganfall Unterfranken

Bayernweite Koordinationsstelle für Einzelbetreuungen MS-Erkrankter (Fördersumme 40.000 Euro)
Die Koordinationsstelle hat zur Aufgabe, ehrenamtliche Mitarbeiter zu finden, zu vermitteln und zu betreuen. Diese sollen als organisierter Besuchsdienst (mit geschulten Helferinnen und Helfern), bei alleinlebenden und an sozialen Beziehungen verarmten MS-Betroffenen der Vereinsamung entgegenwirken und vorbeugen und vorhandene Ressourcen stärken. An die Koordinationsstelle können sich MS-Betroffene, Selbsthilfegruppen, Beratungsstellen und Kooperationspartner wenden. Eine Mitgliedschaft in der DMSG ist keine Voraussetzung für die Inanspruchnahme des Dienstes.

2013

DEUTSCHLANDWEIT
Gemeinschaftsantrag verschiedener DMSG-Landesverbände

„Jobcoaching bei Multiple Sklerose“ (Fördersumme 40.000 Euro)
Hauptamtliche Mitarbeitende der einreichenden DMSG-Landesverbände werden zu Job-Coaches weitergebildet. Ziel ist es, berufstätigen MS-Betroffenen bei Fragen und Entscheidungen rund um den Beruf zur Seite zu stehen. Die Beratenden, zumeist aus dem Sozialdienst, stellen den Betroffenen ihr Fachwissen zur Verfügung, bieten also „Hilfe zur Selbsthilfe“, und unterstützen bei einer (selbst) sicheren Entscheidungsfindung. Eingereicht haben den Antrag die Landesverbände Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Schleswig-Holstein - die Jury entschied, dass die Fortbildung den Sozialdienst-Mitarbeitende aller DMSG-Landesverbände angeboten werden sollte.

NORDRHEIN-WESTFALEN
Bildungswerk Landessportbund NRW & DMSG-NRW

„Lass die Wattehülle fallen – zieh die Sportschuhe an“ (Fördersumme 30.000 Euro)

Bei diesem Sportprojekt haben MS-Betroffene die Möglichkeit, an verschiedenen speziell für ihre Bedürfnisse konzipierten Angeboten teilzunehmen. So kann in der Kletterhalle Malakoff in Bottrop sowohl an der therapeutischen Kletterwand der erste Kletterversuch unternommen als auch bis unter das Dach geklettert werden, im Allgäu das Skilanglaufen und das Freiluft-Abenteuer Klettern und Radfahren bewältigt werden, in den Dolomiten an einem Bergabenteuer oder mit der Familie an einem Abenteuercamp mit dem Schwerpunkt Kanufahren teilgenommen werden.

BERLIN
DMSG Berlin
„Betreuungsverbund für Menschen mit MS“ (Fördersumme 25.000 Euro)

Bereits seit 2007 bietet die DMSG Berlin die Möglichkeit des betreuten Einzelwohnens für schwerbehinderte MS-Erkrankte an, jedoch ist es zum heutigen Zeitpunkt so, dass die Betroffenen in unterschiedlichen Teilen der Stadt betreut werden. Mit einer Betreuungsmöglichkeit mehrerer Klienten in unmittelbarer Wohnraumnähe als Verbund, versehen mit einer Stützpunktwohnung, kann die sozialpädagogische Betreuung den Bedürfnissen der Betroffenen sehr viel besser angepasst werden und können die Mitglieder des Betreuungsverbundes unkompliziert Kontakt zueinander aufnehmen.

BERLIN
Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland e.V.               
„Ausbildung von MS-betroffenen Empowerment-TrainerInnen“ (Fördersumme 25.000 Euro)
               
Im Verständnis von Gesundheitsförderung ist Empowerment ein Prozess, durch den Menschen mehr Kontrolle über Entscheidungen und Handlungen erlangen, die ihre Gesundheit beeinflussen. Für viele Menschen mit einer chronischen Erkrankung steht ein solches Empowerment am Beginn einer individuellen Weiterentwicklung. Im Kreise gleichbetroffener Menschen erhalten sie eine Unterstützung, um im Verlauf der chronischen Erkrankung „verschütt“ gegangene Ressourcen wieder neu zu entdecken. Um dem steigenden Bedarf an Empowerment-Trainings gerecht zu werden, sollen insgesamt zwölf behinderte und chronisch-kranke Frauen und Männer zu Empowerment-TrainerInnen ausgebildet werden, davon mind. vier Personen mit MS.

KÖLN
doMS e.V.
„Selbstbestimmt wohnen mit MS: in den eigenen vier Wänden mit Versorgungssicherheit“ (Fördersumme 25.000 Euro)
                  
In diesem Kölner Wohnprojekt sind 2009 über 90 Personen, darunter 15 MS-Betroffene, zusammengezogen. Das Wohnprojekt ist geprägt von Nachbarschaftshilfe. Der Bundesfreiwilligendienst unterstützt, wo es nötig ist, und ein ambulanter Pflegedienst sorgt für die alltägliche Hilfe. Allerdings haben die Handicaps bei allen MS-Betroffenen zugenommen. Daher muss die Versorgungssicherheit mit der Perspektive einer 24 Stunden-Pflege sichergestellt werden, damit die 15 MS-Betroffenen selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben können.

MÜNCHEN
Lehrstuhl Sozialpädiatrie der Technischen Universität München
 
„Entwicklung eines Schulungsprogramms für Kinder und Jugendliche mit Multiple Sklerose und deren Eltern - Strategien zur Förderung des Selbstmanagements und Übergang zum Erwachsenenalter (Transition)“ (Fördersumme 40.000 Euro)
Kinder und Jugendliche mit MS und deren Eltern sollen durch ein Schulungsprogramm in altersangemessener Weise zu Sachverständigen für ihre Gesundheit, ihr Wohlbefinden und das Krankheitsmanagement ausgebildet werden. Zudem soll die psychosoziale Belastung gesenkt und die gesundheitsbezogene Lebensqualität der Betroffenen und aller Familienmitglieder durch Steigerung des relevanten Wissens erhöht werden. Dies ist eine wesentliche Voraussetzung für die längerfristige Förderung der Eigenverantwortlichkeit und Autonomie im Erwachsenenalter (Transition).

Förderung der Landesverbände der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft

Seit dem Jahr 2001 besteht ein fester Vertrag mit der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG). Nach einem festgelegten Schlüssel werden die Mittel der Hertie-Stiftung an die Landesverbände der DMSG verteilt, die sich ihrerseits verpflichtet haben, damit die Betreuung und Beratung von Multiple Sklerose-Erkrankten und die Förderung der Aktivitäten von Selbsthilfegruppen zu leisten. Im Rahmen der Zusammenarbeit hat die Hertie-Stiftung bislang 7,5 Mio. Euro zur Verfügung gestellt.

Mit der DMSG konnte die größte und kompetenteste deutsche Interessenvertretung der Multiple Sklerose-Erkrankten als Koopertion gewonnen werden. Die Hertie-Stiftung hat sich in der Zusammenarbeit mit der DMSG auf eine langfristige Förderung festgelegt, um die Effizienz der Fördermittel zu erhöhen. So können auch Programme von längerer Dauer für MS-Betroffene begonnen und Personalkräfte eingestellt werden, die mit kurzfristigen Verträgen nicht zu gewinnen gewesen wären. Beispiele für Förderungen aus Mitteln der Hertie-Stiftung:

  • Unterstützung für Selbsthilfegruppen
  • Schulung ehrenamtlicher Mitarbeitender in den Landesverbänden
  • Seminare (z. B. für neue Erkrankte)
  • Kinder- und Familienfreizeiten
  • Einstellung von Sozialarbeitenden, psychologischem Fachpersonal und anderen Beratenden

Die Beantragung von Fördermitteln für Selbsthilfegruppen – unabhängig ob sie Mitglied der DMSG sind oder nicht – kann direkt und unter Hinweis auf die Beantragung einer Unterstützung aus Fördermitteln der Hertie-Stiftung an den für sie zuständigen Landesverband der DMSG gerichtet und von diesem entschieden werden.

Die Kontaktdaten der DMSG-Landesverbände finden Sie hier.

Einzelfallhilfe mit dem Deutschen Caritasverband

Seit 2009 arbeitet die Hertie-Stiftung mit dem Deutschen Caritasverband (DCV) zusammen. Der Deutsche Caritasverband hat seit vielen Jahren und durch viele Kooperationen mit anderen Organisationen Erfahrung in der Vergabe von Mitteln an hilfsbedürftige Einzelpersonen. Für die Hertie-Stiftung betreut er die Einzelfallhilfen für MS-Erkrankte. Pro Jahr stehen seither jeweils 100.000 Euro zur Verfügung. Einzelne MS-Betroffene in finanzieller Not können beim DCV einen Antrag auf finanzielle Unterstützung stellen. 

Die Beantragung einer Einzelfallhilfe für Multiple-Sklerose-Erkrankte sollte bitte direkt beim Deutschen Caritasverband erfolgen. Bitte wenden Sie sich dazu an Frau Petra Giehl, Abteilung Soziales und Gesundheit. Auf der Website des DCV finden Sie Petra Giehls Kontaktdaten sowie weitere Informationen zum Antragsverfahren und ein Formular zum Herunterladen.

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