MS-Forschung

Die Hertie-Stiftung fördert und unterstützt die wissenschaftliche Erforschung der neurologischen Erkrankung Multiple Sklerose.

Unser Engagement im Bereich der MS-Forschung

Die Hertie-Stiftung fördert über medMS Ärztinnen und Ärzte sowie Doktorandinnen und Doktoranden in ihrer Forschung an der Erkrankung Multiple Sklerose und unterstützt Forschende bei der erkundung Nicht-medikamentöser Therapien.

medMS
MyLab-Programm für Ärztinnen und Ärzte

Mit dem medMS-MyLab Programm können junge, arbeitende Ärztinnen und Ärzte Gelder beantragen, um Forschung in einem eigenen Labor nachhaltig und langfristig weiter zu verfolgen. Dabei geht es ausdrücklich nicht um eine Projektförderung, sondern um die Perspektive und Entwicklung der geförderten Person im Sinne eines Clinician Scientist mit eigenständiger und hochrangiger Forschung.

Es können in einem zeitlich flexiblen Rahmen Mittel für den Aufbau, die qualitative Weiterentwicklung oder Verstetigung des eigenen Labors beantragt werden. Pro Person können bis zu 400.000 € beantragt werden; es werden jährlich 2-3 ärztliche Forschende gefördert.

Ausschreibung des medMS-MyLab-Förderprogramms

Unterstützte Ärztinnen und Ärzte

Angegeben sind jeweils das Jahr der Projektbewilligung und die antragstellende Person.

2018

PD Dr. Lucas Schirmer (Universitätsmedizin Mannheim, Universität Heidelberg)
Herr PD Dr. Schirmer beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den Grundlagen und Mechanismen der Nervenzellschädigung und chronischen Entzündung bei der Multiplen Sklerose. Das Interesse seiner Arbeitsgruppe liegt in einem besseren Verständnis des Fortschreitens der Erkrankung unter Zuhilfenahme eines breiten Methodenspektrums aus systembiologischen Ansätzen, experimentellen Modellen und Humanpathologie.

Dr. Lisa Ann Gerdes (Institut für Klinische Neuroimmunologie am Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München)
Frau Dr. Gerdes hat seit 2012 eine weltweit einzigartige Kohorte mit mehr als 60 eineiigen Zwillingspaaren aufgebaut mit der Besonderheit, dass jeweils ein Zwilling an Multipler Sklerose (MS) erkrankt ist, während der andere keine erkennbaren Anzeichen der Erkrankung aufweist. Mit innovativen Forschungsansätzen möchte Frau Dr. Gerdes mögliche Triggerfaktoren, u.a. die Darmflora, sowie verschiedene Biomarker untersuchen, mit dem Ziel die Ursachen der Multiplen Sklerose besser zu verstehen.

2017

Prof. Dr. Stefan Bittner (Universität Mainz)
Herr Prof. Bittner konzentriert sich in seiner Forschung auf chronisch-entzündliche Prozesse bei der Multiplen Sklerose. Aufbauend auf sehr beachteten Vorarbeiten möchte er in den kommenden Jahren mit seinem Forschungsteam umfangreiche Studien rund um den schädigenden Einfluss von Kalziumionen auf Nervenzellen durchführen, die zu einem tieferen Verständnis dieses Signalwegs führen und neue therapeutische Konzepte ermöglichen.

Dr. Klaus Lehmann-Horn (Klinikum rechts der Isar, Technische Universität München)
Herr Dr. Lehmann-Horn möchte im Rahmen des vorliegenden Projekts den chronischen Krankheitsverlauf der Multiplen Sklerose studieren und sich auf Entzündungsszellen konzentrieren, von denen man vermutet, dass sie – wenn sie in hoher Zahl vorliegen – eine Rolle bei der Entstehung und auch dem Fortschreiten der Erkrankung spielen.

2016

Dr. Volker Siffrin (Charité Berlin)
Herr Dr. Siffrin möchte Studien zur Neurodegeneration, also dem Untergang von Nervengewebe, bei der MS durchführen und im Rahmen dieser sog. Biomarker identifizieren, die für die MS so dringend benötigt werden, um prognostische Aussagen zum Krankheitsverlauf und der Behinderungsentwicklung treffen zu können.

Prof. Dr. Ricarda Diem (Universität Heidelberg)
Frau Prof. Diem arbeitet seit vielen Jahren intensiv auf dem Gebiet der Sehnerventzündung, die häufig im Rahmen einer MS auftritt und Aufschluss über die Krankheitsentstehung liefert. In den kommenden Jahren möchte sie mit ihrem Forschungsteam umfangreiche Studien durchführen, um die Mechanismen dieser Erkrankung zu entschlüsseln.

medMS Doktorandenprogramm

Das MyLab-Programm wird ergänzt durch ein Programm für Medizinstudierende:  Mit dem Doktorandenprogramm sollen Anreize für wissenschaftlich interessierte Medizinstudierende geschaffen werden, sich in ihrer Dissertation auf das Thema Multiple Sklerose zu konzentrieren und/oder die wissenschaftliche Qualität der Arbeit zu erhöhen.

Hauptförderung ist ein 12-monatiges Stipendium während der Laborphase der Promotion, in dem das Medizinstudium für mindestens sechs Monate zugunsten der vollzeitlichen Tätigkeit für die Dissertation unterbrochen wird. Die betreuende Person der Arbeit erhält einen Sachmittelzuschuss. Die von der GHS geförderten Doktoranden treffen sich regelmäßig (auch über die Zeit des Stipendiums hinaus) zum wissenschaftlichen Austausch. Zudem kann jeder Doktorand den Welt-MS-Kongress und eine neurowissenschaftliche Summer School besuchen. Herausragende Arbeiten werden mit einem Preis belohnt.

Ausschreibung des Doktorandenprogramms

Unterstützte Doktoranden

Angegeben sind jeweils das Jahr der Projektbewilligung und die antragstellende Person.

2018

Manuel A. Friese/Lukas Can Bal, Institut für Neuroimmunologie und Multiple Sklerose (INIMS), Zentrum für Molekulare Neurobiologie (ZMNH), Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Die Rolle der neuronalen microRNA-155 in der entzündungsinduzierten Neurodegeneration

Carmen Infante-Duarte/Lina Anderhalten, Institut für Medizinische Immunologie, Charité - Universitätsmedizin Berlin 
Untersuchung der Effekte der Gadolinium-Ablagerung im ZNS im Rahmen der Neuroinflammation am Maus- und in vitro Modell

Tanja Kuhlmann/Katharina Heß, Institut für Neuropathologie, Wilhelms-Universität Münster
Entzündung in MS-Läsionen – Freund oder Feind der Remyelinisierung?

Carola Meier/Lea Müller, Medizinische Fakultät – Anatomie und Zellbiologie, Universität des Saarlandes, Homburg
Der Wirkmechanismus von Probenecid bei der Therapie der Experimentellen Autoimmunen Enzephalomyelitis

Christine Stadelmann-Nessler/Cora Alexandra Nau-Gietz, Institut für Neuropathologie, Universitätsmedizin Göttingen 
Analyse BCAS1-positiver Oligodendrozyten als Marker für aktive Remyelinisierung bei multipler Sklerose

Christine Stadelmann-Nessler/Robert Büse, Institut für Neuropathologie, Universitätsmedizin Göttingen
Mikroglia-Aktivierung und Modifikation des homöostatischen Phänotyps bei multipler Sklerose und AQP4-seropositiver Neuromyelitis optica

Christina Vogelaar/Nicholas Hanuschek, Klinik und Poliklinik für Neurologie, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Spezifische Effekte des Zytokins Interleukin-4 und synthetischer Interleukin-4 Rezeptor Agonisten auf Neurone und Myelin in der Multiplen Sklerose

Tjalf Ziemssen/Puya Shalchi-Amirkhiz, Zentrum für klinische Neurowissenschaften- Multiple Sklerose Zentrum, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden
Beurteilung zellmechanischer Eigenschaften unterschiedlicher peripherer immunologischer Zellpopulationen mittels real-time fluorescence und deformability cytometry (RT-FDC) bei Multiple Sklerose Patienten und Evaluation der Modellierbarkeit unter spezifischen Therapiestrategie

2017

Stefan Bittner/Julia Loos, Klinik für Neurologie, Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Understanding neurodegeneration: Identification of novel pathways underlying inflammatory-driven neuronal injury

Manuel Friese/Marcel Seungsu Woo, Institut für Neuroimmunologie und Multiple Sklerose (INIMS), Zentrum für Molekulare Neurobiologie (ZMNH), Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf 
Identifikation von neuronalen Adaptationswegen bei mitochondrialer Dysfunktion zur therapeutischen Induktion neuronaler Resilienz bei der Multiplen Sklerose

Klaus Lehmann-Horn/Rosa Brand, Klinikum und Poliklinik für Neurologie, Klinikum rechts der Isar der TU München
Antigen-getriebene Affinitätsreifung von B-Lymphozyten in meningealem ektopischen Lymphgeweben in einem Modell der Multiplen Sklerose

Sven Meuth/Marco Gallus, Department für Neurologie, Universitätsklinikum Münster 
Charakterisierung der löslichen Adenylylzyklase als möglichen Ansatz zur MS-Therapie

Christine Stadelmann-Nessler/Carolin Dreyer, Institut für Neuropathologie, Universitätsmedizin Göttingen 
Entmarkungsaktivität, Entzündungszellinfiltration und Komplementablagerung in frühen Multiple Sklerose‐ und Neuromyelitis optica‐Läsionen

Brigitte Wildemann/Cornelia Würthwein, Abteilung für Neurologie - Molekulare Neuroimmunologie, Universität Heidelberg 
Defective cross-talk between B cells and regulatory T cells: connecting the dots in the emergence of impaired peripheral B-cell tolerance in multiple sclerosis?

2016

Stefan Bittner/Falk Steffen, Klinik für Neurologie, Universitätsmedizin Mainz 
Die Rolle der Kaliumkanäle KCNK5/6 für die Funktion Dendritischer Zellen und Makrophagen in der Multiplen Sklerose

Ricarda Diem/Christina Sabina Valeska Mayer, Neurologische Klinik, Universitätsklinikum Heidelberg
Degenerative synaptische Veränderungen retinaler Ganglienzellen der Ratte in Folge von experimenteller autoimmuner Optikusneuritis

Carmen Infante-Duarte/Daniel Brunotte-Strecker, Institut für Medizinische Immunologie, Charité - Universitätsmedizin Berlin 
Charakterisierung der innate lymphoid cells (ILC) im ZNS und peripheren Immunorganen in der schubförmigen EAE und MS

Ingo Kleiter/Florian Graz/Laura Petrikowski, Klinik für Neurologie, St. Josef-Hospital, Klinikum der Ruhr-Universität Bochum 
Mechanismen immunologischer und degenerativer Schädigung an Sehnerv und Retina bei
Antikörper-vermittelter Demyelinisierung 

Nicht-medikamentöse MS-Therapie

Fördermittelvergabe für wissenschaftliche Projekte im Rahmen der Nicht-medikamentösen MS-Therapie

Die Hertie-Stiftung hat 2018 einmalig gemeinsam mit einem wissenschaftlichen MS-Konsortium der Pharmaindustrie (bestehend aus sechs Firmen: Bayer Vital GmbH, Biogen GmbH, Novartis Pharma GmbH, Roche Pharma AG, Sanofi-Genzyme und TEVA GmbH) Fördermittel für Forschungsprojekte zur Nicht-medikamentösen MS-Therapie ausgeschrieben. Im Fokus standen Arbeiten, die sich mit dem Einfluss von nicht-medikamentösen Faktoren auf die Erkrankung Multiple Sklerose oder ganz gezielt mit therapeutischen Effekten von Ernährung, Sport etc. auseinandersetzen.

  • Die Ausschreibung richtete sich an MS-Forschende
  • Beantragt werden konnten max. 100.000 € pro Forschungsprojekt.
  • Das Thema des Antrags musste zum Spektrum der Nicht-medikamentösen MS-Therapie gehören (Ernährung, Sport, Klima, Psychologie etc.).
  • Die gesamte operative Abwicklung des Projekts, inkl. Organisation der wissenschaftlichen Begutachtung, Mittelbewilligung und Betreuung der Forschenden, hat die Hertie-Stiftung übernommen.

Geförderte Projekte

Eine wissenschaftliche Jury hat aus den 20 eingegangenen Anträgen zwei zur Förderung ausgewählt. Beide Forschungsprojekte werden mit jeweils 100.000 € für eine Laufzeit von zwei Jahren gefördert.

Dr. Tino Zähle

Dr. Tino Zähle, Leiter der Sektion Neuropsychologie an der Neurologie des Universitätsklinikums Magdeburg konzentriert sich in seiner Forschungsarbeit auf das Fatigue-Syndrom.

Dr. Carine Nguemeni Yonga

Dr. Carine Nguemeni Yonga von der Neurologischen Klinik des Universitätsklinikums der Julius-Maximilians-Universität in Würzburg forscht an der Verbesserung der Gangstabilität und der Reduktion des Sturzrisikos bei MS-Patienten.