Lieblingsort Mikroskop

Der angehende Neurobiologe Marcel Seungsu Woo über Motivation, seine Art zu forschen und außerirdisches Leben.

Der Rhythmus der Nervenzellen

Der Neurobiologe Marcel Seungsu Woo erzählt Im Interview, wie er auf neue Ideen kommt, worauf er stolz ist und wen er gerne einmal treffen würde.

Marcel Seungsu Woo forscht am Zentrum für Molekulare Neurobiologie in Hamburg und hat am medMS-Doktorandenprogramm der Hertie-Stiftung teilgenommen.

Wann haben Sie die besten Ideen?

Die besten Ideen habe ich in der Regel am Mikroskop. Nervenzellen beim Feuern zu beobachten ist für mich jedes Mal wieder faszinierend. Das rhythmische Zusammenspiel hat auf mich eine beruhigende Wirkung, wodurch ich meine Ideen besser im Kopf kreisen lassen und sortieren kann.

Was tun Sie, wenn Sie sich etwas Gutes tun wollen?

Wenn ich Zeit zum Nachdenken oder eine Auszeit brauche, mache ich gerne für 2-3 Tage Städtetrips. Dabei besuche ich Museen und Cafés, um die unterschiedlichen Kulturen und Mentalitäten kennenzulernen. Dadurch gewinne ich oft einen neuen Blickwinkel auf eine Fragestellung.

Wie motivieren Sie sich?

In erster Linie denke ich an meine Ziele und überlege, ob meine Prioritäten dementsprechend ausgerichtet sind. Dabei probiere ich, mir auch immer wieder klarzumachen, wie viel in meinem Leben auf Glück basiert und dass man die gegebenen Chancen wertschätzen und nutzen sollte.

Haben Sie ein Motto oder einen Vorsatz?

Ich versuche fokussiert wenige Themen abzuarbeiten, anstelle zu viele nur oberflächlich anzugehen. Denn es macht mir Spaß, über die Details der Problematiken nachzudenken, um auf ergebnisorientierte Lösungen zu kommen.

Was können Sie besonders gut?

Eine meiner Stärken ist logisches Denken und konsequent Schlüsse zu ziehen. Ich lerne gerne neue Methoden und freue mich immer auf eine neue Herausforderung. Dadurch bin ich ein großer Befürworter von Automatisierung und Standardisierung von statistischen Analysen geworden, um Effektivität und Reproduzierbarkeit zu optimieren.

Auf was sind Sie stolz in Ihrem Leben?

Ich bin vor allem stolz auf meine Eltern, die aus Südkorea nach Deutschland gekommen sind und sich hier ein Leben aufgebaut haben. Dadurch haben sie meinem Bruder und mir die bestmögliche Bildung und viele Möglichkeiten ermöglicht, die ich hoffentlich zu nutzen weiß. Dafür werde ich immer dankbar sein.

Haben Sie einen Lieblingsort?

Mein Lieblingsort ist unser Mikroskop, weil ich fasziniert von dem Zusammenspiel der Nervenzellen bin. Ich finde es großartig, die Kommunikation auf kleinster Ebene zu visualisieren und dank der neuen Technologien ist es möglich dies immer genauer und multimodaler zu quantifizieren.

Wie tanken Sie Kraft?

Kraft tanke ich, indem ich mit Freunden interagiere. Dazu zählen vor allem Bouldern gehen und Kinobesuche. Dadurch versuche ich eine ausgewogene Work-Life-Balance zu erreichen.

Der perfekte Tag – wie sähe der für Sie aus?

In der Hinsicht bin ich ein wenig spannender Mensch. Auf jeden Fall würden Sport und koreanisches BBQ dazugehören.

Wen würden Sie gerne auf einen Kaffee treffen, wenn Sie die freie Wahl hätten?

Seit der Kindheit konnte ich mich schon sehr für den Kosmos und die Frage nach andersartiger biologischer Intelligenz begeistern. Daher würde ich gerne Elon Musk treffen, um über artifizielle Intelligenz, extraterrestrisches Leben und die Besiedlung des Mars zu diskutieren. Vor allem würde mich interessieren, wie diese Thematiken das Selbstverständnis des Menschen und unsere Beziehung zur Umwelt und Natur verändern könnten.

MenSchlich - kreativ und engagiert rund um MS

Die Gemeinnützige Hertie-Stiftung engagiert sich sowohl in der Erforschung von Nervenerkrankungen wie Multipler Sklerose als auch in der Unterstützung von Betroffenen. In der Rubrik MenSchlich erzählen wir die  Geschichten der Menschen rund um MS.

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