Jahresbericht 2019, die Mitarbeitenden der Hertie-Stiftung

Jahresbericht 2019

Anstoßen.Bewegen.Wirken – Unser Jahresbericht 2019 in einer Zusammenfassung.

Unser Jahresbericht 2019 in einer Zusammenfassung

das wichtigste aus der Projektarbeit und dem Vermögensmanagement

Vorwort von Frank-Jürgen Weise

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde, Förderer und Partner,

ein häufig gebrauchtes Wort in der Hertie-Stiftung im Jahr 2019 war „digital“. Nicht dass uns der Begriff oder seine Auswirkungen neu gewesen wären, aber es wird spürbar, wie sehr die Digitalisierung unseren Alltag, unsere Projekte und unser Handeln von Woche zu Woche mehr bestimmt.

So stand unsere neurowissenschaftliche Veranstaltungsreihe „Gehirn der Zukunft“ ganz im Zeichen der künstlichen Intelligenz (KI). Unsere Kommunikation haben wir noch stärker als bisher auf digitale Kanäle gelenkt, mit Filmen bei YouTube, eigenen Podcasts auf unserer neu gestalteten Homepage und einer wachsenden Gemeinschaft bei Facebook. Und da ist unsere Kampagne zur „Generation Grenzenlos“, mit der wir anlässlich des 30. Jahrestags der deutschen Wiedervereinigung 30 Personen unter 30 Jahren vorstellen, die die innerdeutsche Grenze nicht mehr erlebt haben, nun aber neue aktuelle Grenzen überwinden – sei es die Kluft zwischen Stadt und Land oder zwischen Einheimischen und Zugewanderten. Diese Kampagne bedient sich gänzlich des Mediums dieser Generation: Instagram.

Auch in anderen Feldern haben wir die Hertie-Stiftung weiterentwickelt, was sich in interessanten Personalia zeigt: In der Geschäftsführung folgte zum Jahreswechsel 2019/2020 die renommierte Wirtschaftsjournalistin Elisabeth Niejahr auf Kaija Landsberg. Frau Niejahr wird das Thema „Demokratie stärken“ verantworten und hat schon vor ihrem Antritt Initiativen eingebracht, die 2020 sichtbar werden.

In unserem Kuratorium haben Frau Prof. Dagmar Schipanski und Herr Prof. Wolf Singer die Altersgrenze erreicht, beide stehen uns aber weiter beratend zur Seite. Frau Prof. Maria Böhmer hat anstelle von Frau Prof. Schipanski den stellvertretenden Vorsitz des Kuratoriums übernommen. Als neues Mitglied begrüßen wir Frau Dr. Annette Schavan, Bundesministerin a. D.

Die Hertie School of Governance, die nun nur noch Hertie School heißt, ist erfolgreich und auf Wachstumskurs. Die Fakultät wuchs auf 35 Professoren, die Einrichtung der neuen Center mit eigenen Forschungsschwerpunkten geht schneller als erhofft.

Das Hertie-Institut für klinische Hirnforschung in Tübingen machte Anfang 2019 von sich reden, als Prof. Mathias Jucker, einer der weltweit führenden Alzheimer-Forscher, den ersten Bluttest zur Frühdiagnose für diese Alterserkrankung des Gehirns präsentierte. Die Nachricht ging um den gesamten Globus.

Weitere Höhepunkte unserer Arbeit finden Sie in diesem Jahresbericht. Ich weise hier nur stichpunktartig hin auf die Verleihung des Eric-Kandel-Preises in der Frankfurter Paulskirche, den Start unseres Netzwerkes für junge Neurowissenschaftler, die schöne Veranstaltung zu 70 Jahren Grundgesetz wiederum in der Paulskirche, den Berliner Summit unserer Alumni oder die Entwicklung unseres Deutschen Integrationspreises zum MITWIRKEN-Programm.

All dies war nur möglich durch unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Kolleginnen und Kollegen in Vorstand und Kuratorium, die Partner, Freunde und Förderer. Allen, die sich für die Hertie-Stiftung und ihre Ziele engagiert haben, gilt mein großer Dank.

Dieser Jahresbericht erscheint wieder sowohl in gedruckter Fassung als auch online, wobei die elektronische Variante zusätzliche Informationen in Form von Filmen, Fotogalerien und Weiterleitungen auf interessante Inhalte bietet.

Ich wünsche viel Freude bei der Lektüre.

Frank-Jürgen Weise
Vorstandsvorsitzender der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung

Unser Gehirn beeinflusst, wer wir sind, wie wir fühlen, sprechen und handeln. Es ist das komplexeste Organ des menschlichen Körpers. Aber was passiert, wenn es nicht wie gewohnt seine Arbeit verrichtet? Was kann die Hirnforschung leisten, gerade angesichts der Zunahme altersbedingter Hirnerkrankungen? Welche Rolle können dabei neue digitale Lösungen spielen? Und welche Bedeutung haben neurowissenschaftliche Erkenntnisse auch für gesellschaftliche Diskussionen und Entscheidungen?

In unserem Arbeitsgebiet „Gehirn erforschen“ verfolgen wir drei wesentliche Ziele, die eng miteinander verbunden sind: Strukturen schaffen, Talente fördern und Menschen erreichen. Durch die Stärkung von wissenschaftsfreundlichen Strukturen in der klinischen Hirnforschung wollen wir die Bedingungen für Spitzenforschung optimieren. Dafür braucht es die besten Köpfe, die wir in unseren Nachwuchsprogrammen fördern. Und wir möchten das Verständnis für Neurowissenschaften in der Gesellschaft erhöhen und engagieren uns für an MS erkrankte Menschen.

Lange Zeit galt es in Deutschland als selbstverständlich, in einer stabilen Demokratie zu leben. Doch das Vertrauen vieler Bürgerinnen und Bürger in die Demokratie und ihre Repräsentanten nimmt ab, der öffentliche Diskurs verroht an vielen Stellen und Extremismus und Gewalt gegen Minderheiten nehmen zu.

Mit unserem Arbeitsgebiet „Demokratie stärken“ leisten wir daher einen Beitrag dafür, dass demokratische Werte wie Pluralismus, Respekt vor Andersdenkenden, Meinungsfreiheit und Rechtsstaatlichkeit nicht nur gefordert, sondern im Alltag auch praktiziert werden. Mit Projekten wie der Hertie School, START oder Jugend debattiert befähigen wir Menschen, wertvolle Beiträge für die Demokratie zu leisten.

Das Jahr 2019

Die globale Konjunkturerwartung wurde im Jahr 2019 von politischen Entwicklungen massiv beeinflusst. Hier seien exemplarisch ein sich zuspitzender Handelsstreit zwischen den USA und China, im Raum stehende Zölle für Europa und die nicht endenden Diskussionen um den Brexit genannt. Hinzu kamen eine Gewinnrezession auf Unternehmensseite sowie Schwächesignale wichtiger Konjunkturindikatoren. Folglich schwenkten die großen Notenbanken hin zu einer wieder expansiveren Geldpolitik, auch wenn der Versuch einer Reflationierung bislang als nicht geglückt bezeichnet werden kann.

Angesichts der fundamentalen Vorgaben kann das an den Aktienmärkten realisierte Ergebnis 2019 doch überraschen: Unter geringen Schwankungen legte der deutsche Leitindex (DAX) 2019 mehr als 25 % zu und lag zum Jahresende nicht weit unter seinem Allzeithoch. Internationale Indizes (MSCI Welt bzw. der US-amerikanische S&P 500) übertrafen den prozentualen Anstieg noch bei Weitem. Für Kapitalanleger erfreulich war zudem, dass auch nahezu alle übrigen Asset-Klassen eine positive Wertentwicklung zeigten.

Die Gemeinnützige Hertie-Stiftung partizipierte mit dem breit diversifizierten Vermögen im Jahr 2019 an den genannten Entwicklungen, wobei der wesentliche Beitrag von den Aktienanlagen beigesteuert wurde. Anpassungen der Asset-Allokation erfolgten nur im Detail, eine noch wirksamere Diversifikation war Hauptaugenmerk. Zugleich wurde der Anteil der Aktienanlagen nicht  gesteigert, sondern die Quote durch Abbau stabilisiert. Aus dem Vermögen insgesamt konnte eine Performance (Summe aus realisierten und nicht realisierten Wertänderungen der Vermögensanlagen sowie der vereinnahmten Erträge) von 9,6 % erwirtschaftet werden.

In der handelsrechtlichen Sichtweise, nach der die testierte Gewinn- und Verlustrechnung aufgestellt wurde, werden hingegen nur die realisierten Ergebnisse aus Umschichtungen und laufende Erträge aufgeführt. Schwankungen der „Stillen Reserven“ werden nicht abgebildet. Die Summe der so ermittelten Erträge lag 2019 bei 34,5 Mio. Euro. Sowohl der Stiftungsbetrieb als auch die gemeinnützige Projektarbeit konnten somit im geplanten Umfang voll umgesetzt werden.

Für eine Stiftung ist ein Kapitalanlageergebnis wie im Jahr 2019 erfreulich, eine mehrjährige Betrachtung der Vermögensperformance hingegen zielführender, da Kapitalmärkte Schwankungen unterliegen und das Ende des Kalenderjahres einen zufälligen Abschnitt definiert. Über den Zeitraum der vergangenen zehn Jahre wurde eine annualisierte Performance aus der Vermögensanlage von 6 % erreicht, was eine beständige Zweckverwirklichung ermöglicht.

Performance der Vermögensanlage (in %) 

Anlagepolitik

Anlagepolitik

Das Vermögensmanagement hat die Aufgabe, das Stiftungsvermögen in seiner Substanz langfristig real zu erhalten und ausreichend Erträge zur Erfüllung des Stiftungszwecks zu erwirtschaften. Ferner sollen Schwankungen des Vermögenswertes auch über einen Konjunkturzyklus hinweg begrenzt werden. Deshalb erfolgt die Vermögensanlage nach dem Prinzip der Risikostreuung international diversifiziert in verschiedene Asset-Klassen, Marktsegmente und Währungen.

Die Gemeinnützige Hertie-Stiftung finanziert ihre Projekte ganz überwiegend aus den Erträgen der Vermögensbewirtschaftung. Daher stellt die strategische Asset-Allokation des Stiftungsvermögens eine Kernherausforderung für den Stiftungserfolg dar. Die Allokations-Entscheidungen werden in eigener Verantwortung getroffen. Hingegen ist die Abwicklung der Wertpapiertransaktionen über Fonds weitgehend ausgelagert. In Immobilienanlagen, die sich fast ausschließlich in Deutschland befinden, wird vornehmlich direkt investiert.

Angesichts des auf Jahre zu erwartenden mageren Zinsertrages bevorzugt das Vermögensmanagement Sachwertinvestments, die derzeit rund 2/3 des Anlagevolumens ausmachen (v. a. Immobilien, Aktien, Private Equity, Infrastrukturinvestments). Teile des Vermögens sind jedoch weiterhin in festverzinslichen Wertpapieren investiert. Dabei werden mittlere Laufzeiten bevorzugt. Es wird vornehmlich in Unternehmensanleihen mit unterschiedlichen Bonitäten investiert, Euro-Staatsanleihen werden gemieden. Die festverzinslichen Papiere sind etwa zur Hälfte in Euro denominiert und weisen eine hohe Liquidität auf. Wertpapiere aus Emerging Markets und in US-Dollar bzw. in weiteren Währungen begebene Papiere sind ebenso vertreten. Eine regelmäßige Überwachung der Bonität aller Anleiheemittenten ist im Risikomanagement von zentraler Bedeutung.

Die Immobilienanlagen tragen mit stabilen laufenden Erträgen und Wertsteigerungen zur langfristigen Verwirklichung des Stiftungszwecks und zur realen Sicherung der Vermögenssubstanz bei. Das Immobilienportefeuille besteht – neben zwei eigengenutzten Immobilien in Frankfurt am Main – aus elf in Deutschland gelegenen Objekten mit vorwiegend gewerblicher Nutzung. Im Jahr 2019 wurden erneut wertsteigernde Investitionen in Bestandsimmobilien getätigt. Weiterhin ist die Stiftung über drei Beteiligungen an Fonds breit gestreut in Immobilien investiert.

Der Anteil der Aktienanlagen lag zum Jahresende 2019 bei 27 % des Anlagevolumens. Neben bekannten Standardwerten (Large Caps) wird auch weltweit in kleine und mittlere Unternehmen investiert. Unter den Aktienanlagen werden auch „strukturierte Aktienprodukte“ subsumiert, in die je nach Volatilitätsniveau investiert wird. Hierdurch kann eine für Stiftungen vorteilhafte Begrenzung der Marktrisiken
unter Aufgabe von maximalen Ertragschancen erreicht werden.

Seit vielen Jahren investiert die Stiftung in Private Equity, im Schaubild unter Alternative Anlagen gefasst. Die Beteiligungen sind geografisch, nach Größenklassen und Auflagejahren gestreut. Im Berichtsjahr wurden selektiv neue Zusagen getätigt. Zum Jahresende waren rund 9 % des Anlagevolumens der Stiftung in Private Equity allokiert. Neben einer im Vergleich zu börsennotierten Aktien geringeren Volatilität zeichnet sich Private Equity durch höhere Erträge aus, die zur Verwirklichung des Stiftungszwecks genutzt werden. Darüber hinaus sind innerhalb der Alternativen Anlagen auch Infrastrukturinvestments und liquide Absolute-Return-Fonds enthalten.

Das Vermögen ist zu rund 81 % im Euro angelegt. Die übrigen Währungen, mehrheitlich der US-Dollar, stellen eine beabsichtigte Streuung dar.

Vermögensaufteilung (per 31.12.2019)

Ausblick

Für Anleger, die konstante Erträge aus der Vermögensbewirtschaftung erzielen wollen, stellen mehrjährige Perioden mit niedrigen bis negativen Renditen auf festverzinsliche Wertpapiere große Herausforderungen dar. Höhere Volatilitäten in der Ergebnisentwicklung sind wahrscheinlicher, wenn der stabilisierende Cashflow auskömmlicher Kupons entfällt. Der reale Kapitalerhalt mittels dieser Anlageform ist nicht mehr möglich. Immobilien und Infrastrukturinvestments stellen in Zeiten niedriger Renditen für festverzinsliche Anlagen Alternativen dar, die Preisentwicklungen dieser Asset-Klassen setzt Portfolioergänzungen allerdings Grenzen. Auf mittlere Sicht bleiben Aktienanlagen ein wichtiges Element zur Zukunftssicherung einer Stiftung, trotz der zwischenzeitlichen Schwankungen der Marktpreise.

Die Stiftung strebt aus der Vermögensanlage weiterhin eine annualisierte Performance um 5 % an. Diese Zielmarke orientiert sich an einer Durchschnittsbetrachtung über mehrere Jahre, die in der Vergangenheit realisiert werden konnte. Eine sachwertorientierte Vermögensallokation wird unverändert favorisiert.

Für das Geschäftsjahr 2020 sind steigende Projektmittel
vorgesehen. Das Vermögensmanagement ist bestrebt, die entsprechenden Erträge zu erwirtschaften. Eine beständige Finanzierung der derzeitigen Projekte sollte aufgrund der soliden Finanzlage der Stiftung auch mittelfristig gesichert sein.

Risikomanagement

Die Ergebnisse der Vermögensanlage sind zentraler Bestandteil der jährlich aktualisierten mehrjährigen Unternehmensplanung. Das Management von potenziellen Chancen und Risiken aus der Vermögensanlage ist somit wesentlich für den Stiftungserfolg und genießt die entsprechende Aufmerksamkeit der Organe.

Regeln zur Vermögensanlage ergeben sich aus den vom Vorstand beschlossenen „Grundsätze für die Vermögensanlage“, in denen Anteile für einzelne Asset-Klassen definiert sowie Einzelrisiken (z. B. Emittenten oder Währungsrisiken) limitiert sind. Die Vermögenspositionierung wird laufend überwacht und hinterfragt. Strategische Entscheidungen werden vom Vermögensmanagement vorbereitet und vom Anlageausschuss des Vorstandes entschieden. Dem Anlageausschuss, der zusätzlich zum Gesamtvorstand mehrmals im Jahr tagt, werden Sensitivitätsanalysen und Stressszenarien vorgelegt, um die Auswirkungen von Marktentwicklungen auf das Vermögen und die Ertragslage abzuschätzen. Ein Ausschuss des Kuratoriums steht dem Vorstand speziell in Fragen der Vermögensanlage mit Rat zur Seite. Der Vorstand wird monatlich, das Kuratorium per Quartalsende mit einem detaillierten Bericht über die  Vermögensanlage informiert.

Nach Umsetzung der Vorstandsbeschlüsse durch das Vermögensmanagement überwacht die Revision die Einhaltung der Limite und Vorgaben.

Bilanz

Die Stiftung bilanziert nach deutschem Handelsrecht. Rund 88 % der Bilanzsumme entfallen auf langfristige Sach- und Finanzanlagen. In den Sachanlagen (155 Mio. Euro) sind überwiegend unsere Renditeimmobilien enthalten. Unter den Finanzanlagen werden die Anteile an Wertpapierfonds und Aktien (535 Mio. Euro) sowie die Beteiligungen an Unternehmen und Private-Equity-Fonds (109 Mio. Euro) ausgewiesen.

Das bilanzielle Eigenkapital der Stiftung stieg um 1,3 % und beträgt 807 Mio. Euro. Neben dem Grundstockvermögen betreffen wesentliche Teile die Rücklage aus Vermögensumschichtung (486 Mio. Euro), sowie die Freie Rücklage mit einem Bestand von 136 Mio. Euro. Für Projekte im Bereich Neurowissenschaften wurde ein Mittelvortrag in Höhe von 6,7 Mio. Euro gebildet.

 Verbindlichkeiten bestehen insbesondere für Förder- und Projektmittel (20,9 Mio. Euro) und gegenüber Kreditinstituten (65,5 Mio. Euro), die aus Immobilienfinanzierungen resultieren.

Das Ergebnis aus dem Vermögensmanagement liegt bei 34,5 Mio. Euro, leicht unter dem Vorjahreswert. Dabei stieg die Summe der laufenden Erträge um 3,8 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr auf 31 Mio. Euro. Der Saldo aus realisierten Gewinnen und Verlusten aus Wertpapieren sowie Abschreibungen und Aufwertungen von Finanz- und Umlaufvermögen reduzierte sich auf 4,5 Mio. Euro. Die gesamten erwirtschafteten Mittel gingen um 3,3 Mio. Euro auf 35,1 Mio. Euro zurück. Neben den Nettoerträgen aus dem Vermögensmanagement sind darin auch die Fördermittelzuwendungen von Dritten enthalten.

Im Geschäftsjahr 2019 konnten die Kosten für die Verwaltung der Stiftung konstant bei 2,5 Mio. Euro gehalten werden. Die Verwaltungskostenquote liegt mit 7 % auf einem niedrigen Niveau. Zur Berechnung werden die Verwaltungskosten ins Verhältnis zu der Summe der erwirtschafteten Mittel gesetzt.

Die Summe der Projektmittel verringerte sich im Jahr 2019 geringfügig um 0,5 Mio. Euro auf den Betrag von 25,9 Mio. Euro. Die tatsächlichen Auszahlungen für Projekte, deren Höhe stark von den Mittelabrufen durch die Projektpartner abhängt und die zum Teil auch Bewilligungen früherer Jahre enthalten, beliefen sich auf 22,3 Mio. Euro.

Die Position „Sonstiges Ergebnis“ enthält im Wesentlichen in früheren Jahren zugesagte, aber nicht voll verbrauchte Fördermittel. Diese Gelder werden dem Projektbereich zur weiteren Verwendung wieder zugeführt.

Die Tabelle „Auszahlungen Projektmittel 2019“ zeigt die Mittelabflüsse für die größten Projekte. Zusätzlich sind für die Sach- und Personalmittel der Projektarbeit 4,2 Mio. Euro aufgewendet worden.

Die Hertie-Stiftung hat in den Jahren 2015 bis 2019 insgesamt rund 114 Mio. Euro für Projekte ausgezahlt. Darin sind vonseiten Dritter erhaltene Mittel von 4,4 Mio. Euro enthalten. Zusätzlich haben die von der Stiftung gegründeten Institutionen (Hertie-Institut für klinische Hirnforschung, Hertie School und START-Stiftung) Mittel in Höhe von zusammen 68 Mio. Euro eingeworben (siehe Grafik „Drittmittel“). Diese Drittmittel haben die Fortentwicklung der Projekte unterstützt und das Wirken der Stiftung weiter verstärkt.

Projektauszahlungen (in Mio. €)

Drittmittel 2015–2019 (in Mio. €)

Auszahlung Projektmittel 2019 (in T€)

Hertie School of Governance gGmbH8.148
START-Stiftung gGmbH2.722
Hertie-Institut für klinische Hirnforschung2.340
MS-Forschung (diverse Programme)911
Unterstützung von MS-Erkrankten726
Jugend debattiert/Jugend debattiert international584
Deutscher Integrationspreis448
Hertie-Senior-Forschungsprofessuren
Neurowissenschaften
406
Neurowissenschaftliche Schulprojekte
(u. a. Wir sind Hirnforscher! & Blue Brain Club)
344
Berliner Institut für empirische Integrationsund
Migrationsforschung
336
Eric Kandel Young Neuroscientists Prize &
Neurowissenschaftliche Veranstaltungen
der GHS
258
www.dasGehirn.info (Internetplattform)157
Hertie Alumniprogramm fellows & friends150
Veranstaltungen und Kampagnen der GHS
im Bereich Demokratie stärken
124
MITWIRKEN – das Hertie-Förderprogramm
für gelebte Demokratie/Hertie-Innovationskolleg
117
Sonstige Projekte und Förderbeiträge
an Dritte
354

Jahresabschluss

Bilanz31.12.1931.12.18
in T€in T€
Aktiva
Anlagevermögen798.716833.535
Sachanlagen154.656157.367
Finanzanlagen644.060676.168
Umlaufvermögen105.67963.367
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände1.3911.053
Wertpapiere des Umlaufvermögens32.76116.636
Liquide Mittel71.52745.678
Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten66
Summe904.401896.908
Passiva
Eigenkapital806.801796.350
Grundstockvermögen163.152163.152
Rücklage aus Vermögensumschichtung485.800485.252
Freie Rücklage135.947135.947
Projektrücklagen/Mittelvortrag21.90211.999
Rückstellungen8.4218.838
Verbindlichkeiten89.05491.559
• aus zugesagten Förder- und Projektmitteln20.87521.415
• gegenüber Kreditinstituten65.46467.594
• sonstige2.7152.550
Passiver Rechnungsabgrenzungsposten125161
Summe904.401896.908
Ertrags- und Aufwandsrechnung20192018
in T€in T€
Erträge
Ergebnis aus dem Vermögensmanagement34.54237.495
• Ergebnis aus Wertpapieren / Geldmarktanlagen17.21211.757
• Ergebnis aus Immobilien / Immobilienfonds
(nach Abschreibungen und sonstigen Kosten)
6.038
 
3.190
 
• Ergebnis aus Private-Equity-Beteiligungen7.75812.279
• Ergebnis aus Vermögensumschichtungen4.53911.235
• Aufwendungen des Vermögensmanagements–1.005-966
Sonstige Erträge (inkl. Fördermittelzuwendungen)542906
Summe erwirtschaftete Mittel35.08438.401
Aufwendungen
Verwaltungsaufwendungen–2.460-2.497
Summe Projektmittel–25.850-26.400
Projektaufwendungen und Mittelzusagen–22.647-26.750
Saldo aus Einstellungen / Verbrauch / Auflösungen von Projektrücklagen*–3.203350
Sonstiges Ergebnis4753.094
Mittelvortrag aus dem Vorjahr03.000
Restmittel zur Eigenkapitaldotierung7.24915.598
Saldo aus Einstellungen / Verbrauch / Auflösungen von Rücklagen*–549-15.598
• Freie Rücklage0-7.000
• Rücklage aus Vermögensumschichtung netto–549-8.598
Mittelvortrag ins Folgejahr–6.7000
* Einstellung (–) / Verbrauch und Auflösung (+).

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Jahresbericht 2019

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