mitMiSsion [mitmischen]

Lebensumstände von MS-Erkrankten verbessern

Seit über zwanzig Jahren engagiert sich die Gemeinnützige Hertie-Stiftung im Bereich der Multiple-Sklerose-Erkrankung. Mit mitMiSsion wurde 2013 eine neuartige Ausschreibung ins Leben gerufen: Für die Entwicklung und Realisierung effizienter sozialer Multiple Sklerose-Maßnahmen stellt die Hertie-Stiftung insgesamt 200.000 € zur Verfügung. Die Mindestfördersumme pro Selbsthilfe-Vorhaben liegt bei 15.000 €.

Dr. Eva Koch, Leiterin Multiple Sklerose-Projekte der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, erläutert: "Die gesuchten Selbsthilfe-Maßnahmen sollen MS-Betroffenen eine Unterstützung im Alltag bieten und können von der Telefon-Hotline über das barrierefreie Sommerfest bis hin zum Fahrservice reichen. Wir möchten mit der Ausschreibung Menschen mobilisieren, sich mit der chronischen Erkrankung MS stärker auseinanderzusetzen und verschiedene Angebote zu entwickeln." Diesen Ansatz spiegelt auch der Ausschreibungstitel mitMiSsion wieder: Er soll einen Appell an den Handlungswillen von engagierten Menschen leisten und sie zum Mitmischen bewegen - mit dem Ziel einer Verbesserung der Lebensumstände von MS-Erkrankten.

Die Initiative mitMiSsion wird aktuell zum fünften Mal ausgeschrieben. Die Ausschreibung finden Sie auf der rechten Seite.

Übersicht der bisherigen Förderprojekte

2016

Hotline: Plan Baby bei MS
DMSG Bundesverband und Landesverbände. Fördersumme 70.000,-

Ausbau einer unabhängigen Telefonberatung für MS-Erkrankte mit Fragen zu Kinderwunsch, Schwangerschaft und Elternschaft. 


Beratungshotline für MS-Erkrankte zur palliativen und hospizlichen Versorgung
Gemeinschaftsantrag des DMSG-Bundesverbands und des Zentrums für Palliativmedizin Köln. Folgeantrag, Fördersumme 30.000,-

Es handelt sich um eine spezielle Telefonsprechstunde für schwerstbetroffene MS-Patienten und Angehörige zur Palliativversorgung, die tagsüber direkt von den Beratern des Zentrums für Palliativmedizin übernommen wird und außerhalb der Sprechzeiten über einen Anrufbeantworter einen schnellen Rückruf garantiert. Die Hotline ist dafür gedacht, schnell und unkompliziert Beratung zu erhalten und eigenverantwortlich die nächsten Schritte zu gehen.


IT Plattform MS Connect
DMSG Landesverband Hessen. Folgeantrag, Fördersumme 30.000,- 

Soziales Netzwerk für Mitglieder der DMSG, damit MS-Betroffene zueinander finden. Förderung der Testphase vom Prototyp zur Livephase.


Vielfältig-chronisch-engagiert
Aids-Hilfe NRW e.V. mit DMSG Landesverband NRW und Dt. Rheuma Liga-NRW e.V. Fördersumme 20.000,-

Indikationsübergreifende Selbsthilfe und Diversity-Management am Arbeitsplatz.

2015

Gemeinschaftsantrag verschiedener DMSG-Landesverbände in Kooperation mit der Hochschule Fresenius und der Universität des Saarlandes, Sportwiss. Institut.
Sportorientierte Kompaktschulungen für Menschen, die an Multipler Sklerose erkrankt sind

In zwei in 4-6wöchigem Abstand erfolgenden Wochenendworkshops für MS-Erkrankte (mit oder ohne ihre Partner) werden theoretische Hintergründe zu Sport und Training im Allgemeinen und Sport und Training für MS-Erkrankte im Besonderen vermittelt und das Wissen praktisch in die Tat umgesetzt, d.h. es wird trainiert. Jeder Teilnehmer erhält ein Trainingshandbuch, anhand dessen die Übungen zu Hause allein durchgeführt werden können. Nach etwa einem Jahr erfolgt ein Refresher-Workshop in Tagesform.

DMSG-NRW & MedEcon Ruhr GmbH
Aufbau eines MS-Netzwerkes für Kinder und Jugendliche Rhein-Ruhr

Insgesamt ist die Wachsamkeit für die kindliche oder die jugendliche MS in den letzten Jahren gestiegen. Ein nächster Schritt muss es sein, zur Verbesserung der Lebensqualität der Kinder/Jugendlichen und ihrer Familien beizutragen. Eine ortsnahe Betreuung der Kinder und Jugendlichen durch kompetente Fachleute aus unterschiedlichen Fachbereichen ist ein Teil dieses Weges.
Ziel des Projektes ist es daher, Kindern und Jugendlichen an Rhein und Ruhr ein Netzwerk an Ansprechpartnern und Behandlern in ihrer Nähe zu bieten, die im regelmäßigen Austausch stehen, um die Schwere der Erkrankung und ihre Folgen durch das Wissen aus verschiedensten Fachdisziplinen besser ertragbar zu machen - für Kinder und Eltern! Inhaltlich wird das Netzwerk durch die Kompetenzen von Neuropädiatern, Neurologen, Radiologen, Psychologen, Selbsthilfegruppen, Verbänden und niedergelassenen Schwerpunktpraxen getragen.


PariSozial - gemeinnützige Gesellschaft für paritätische Sozialdienste mbH in den Kreisen Minden-Lübbecke und Herford & örtliche Multiple-Sklerose-Selbsthilfegruppen
Durchführung von Empowerment-Trainings für Menschen mit Multipler Sklerose

Die Diagnosemitteilung und der Verlauf einer MS hinterlassen tiefe Spuren in der Lebensgeschichte der Betroffenen. Häufig führen die Symptome dieser chronischen Erkrankung zum Rückzug aus dem gesellschaftlichen Leben, zu Selbstwertproblemen und Resignation, zu Gefühlen von Hilflosigkeit und Ausgeliefertsein, da die gesamte Identität der Betroffenen, insbesondere von jungen Menschen, erschüttert wird. Gerade bei MS-Betroffenen, die sich bei einem schubförmigen oder chronisch progredienten, niemals aber vorhersagbaren Krankheitsverlauf mit sich ständig verändernden Gegebenheiten auseinandersetzen müssen, ist als ein wesentliches Unterstützungsangebot eine lebensbegleitende Beratung unverzichtbar.

Das gezielte Training in der Gruppe soll Menschen mit MS die Erfahrung einer veränderten Eigenwahrnehmung ermöglichen, sowie die Ziele einer selbstbestimmten Lebensgestaltung und eine Stärkung von Selbstvertretungs- und Selbsthilferessourcen aufzeigen. Das Empowerment-Training kann dabei mithelfen, die Lücke in der ganzheitlichen Unterstützung von Menschen mit MS zu schließen.

Bildungswerk Landessportbund NRW & DMSG-NRW
Aufbau eines inklusiven Sportzentrums - ein Projekt von Betroffenen für Betroffene

Bereits 2013 konnten die Projektpartner mit ihrem Projekt „Lass die Wattehülle fallen - zieh die Sportschuhe an!" das mitMiSsion-Vergabegremium mit ihrer Idee von (Abenteuer-)Sport bei MS begeistern. Die Ideen sind den Kooperationspartnern bis heute nicht ausgegangen: Der Aufbau eines inklusiven Sportzentrums soll zukünftig dabei helfen, noch mehr Menschen mit Handicap das Gefühl von Selbstwirksamkeit zu vermitteln, ihnen beim Ausbau von Fähigkeiten und beim Abbau von Ängsten und Zweifeln helfen und Mut, Lebensqualität und Gesundheit zu verbessern.

2014

DEUTSCHLANDWEIT
Gemeinschaftsantrag verschiedener DMSG-Landesverbände
Community-Plattform für Mitglieder verschiedener DMSG-Landesverbände
(Fördersumme 50.000,-)
Plattform, die MS-Betroffenen erlaubt, untereinander Kontakte anzubahnen mit den folgenden wesentlichen Eigenschaften:
• Die MS-Betroffenen können Kriterien wie gemeinsame Interessen, Lebenssituation oder geographische Nähe anwenden, um passende Kontakte zu finden.
• Anders als kommerzielle soziale Netzwerke (wie z. B. Facebook) bietet die Plattform:
• Kontrollierte, sukzessive Reduktion von Anonymität gegenüber möglichen Kontakten.
• Sicherheit in punkto Authentizität der Mitglieder.

Die Technik der beantragten Plattform kann sowohl bundesweit als auch für Betroffene anderer chronischer Erkrankungen bereitgestellt werden.

DEUTSCHLANDWEIT
Gemeinschaftsantrag verschiedener DMSG-Landesverbände

Jobcoaching bei Multiple Sklerose (Fortsetzungsantrag) – Inklusion im Arbeitsleben nachhaltig fördern (Fördersumme 34.960,-)
Resultierend aus dem Antrag „Jobcoaching bei Multiple Sklerose“ aus 2013 wurden 10 hauptamtliche Mitarbeiter der DMSG-Landesverbände psychologisch und rechtlich intensiv geschult. Diese werden nun im Rahmen der Verlängerung sachkundig und ohne bürokratische Hürden berufstätige MS-Betroffene bei Fragen und Entscheidungen rund um den Job begleiten und unterstützen.

DEUTSCHLANDWEIT
Gemeinschaftsantrag des DMSG-Bundesverbands und des Zentrums für Palliativmedizin (Köln)
Aufbau und Implementierung einer bundesweiten Hotline für MS-Erkrankte zur Palliativversorgung (Fördersumme 28.800,-)
Es handelt sich um eine spezielle Telefonsprechstunde für schwerstbetroffene MS-Patienten und Angehörige zur Palliativversorgung, die tagsüber direkt von den Beratern des Zentrums für Palliativmedizin übernommen wird und außerhalb der Sprechzeiten über einen Anrufbeantworter einen schnellen Rückruf garantiert. Die Hotline ist dafür gedacht, schnell und unkompliziert Beratung zu erhalten und eigenverantwortlich die nächsten Schritte zu gehen.

DEUTSCHLANDWEIT
Antrag von Dr. Alexander Tallner, Institut für Sportwissenschaft und Sport an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

geMeinSam aktiv - Internetbasierte Plattform zur Förderung der körperlichen Aktivität von Personen mit MS (Fördersumme 37.285,-)
Hier soll eine internetbasierte Plattform für körperliche Aktivität und Training für Personen mit Multiple Sklerose geschaffen werden. Ziel ist die Förderung der körperlichen Aktivität durch Vernetzung von Betroffenen untereinander und mit Anbietern gesundheitsförderlicher, bewegungsbezogener Programme.
Es werden 3 Plattformen geschaffen
ms-int@kt - Ein Konzept für internetbetreutes körperliches Training
ms-plak@t - Ein soziales Netzwerk mit vielfältigen Kommunikationsmöglichkeiten
ms-k@rte - Eine interaktive Karte zur Darstellung von Bewegungsangeboten und „Bewegungs-Suchenden“

BAYERN
Gemeinschaftsantrag des DMSG-Landesverbands Bayern e.V., der MS-Ambulanz der Neurologischen Universitätsklinik Würzburg, der Johanniter-Unfall-Hilfe e. V. und des Zentrums für Aphasie und Schlaganfall Unterfranken

Bayernweite Koordinationsstelle für Einzelbetreuungen MS-Erkrankter (Fördersumme 40.000,-)
Die Koordinationsstelle hat zur Aufgabe, ehrenamtliche Mitarbeiter zu finden, zu vermitteln und zu betreuen. Diese sollen als organisierter Besuchsdienst (mit geschulten Helferinnen und Helfern), bei alleinlebenden und an sozialen Beziehungen verarmten MS-Betroffenen der Vereinsamung entgegenwirken und vorbeugen und vorhandene Ressourcen stärken. An die Koordinationsstelle können sich MS-Betroffene, Selbsthilfegruppen, Beratungsstellen und Kooperationspartner wenden. Eine Mitgliedschaft in der DMSG ist keine Voraussetzung für die Inanspruchnahme des Dienstes.

2013

DEUTSCHLANDWEIT
Gemeinschaftsantrag verschiedener DMSG-Landesverbände
„Jobcoaching bei Multiple Sklerose“ (Fördersumme 40.000 Euro)
Hauptamtliche Mitarbeiter der einreichenden DMSG-Landesverbände werden zu Job-Coaches weitergebildet. Ziel ist es, berufstätigen MS-Betroffenen bei Fragen und Entscheidungen rund um den Beruf zur Seite zu stehen. Die Berater, zumeist aus dem Sozialdienst, stellen den Betroffenen ihr Expertenwissen zur Verfügung, bieten also „Hilfe zur Selbsthilfe“, und unterstützen bei einer (selbst) sicheren Entscheidungsfindung. Eingereicht haben den Antrag die Landesverbände Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Schleswig-Holstein - die Jury entschied, dass die Fortbildung den Sozialdienst-Mitarbeitern aller DMSG-Landesverbände angeboten werden sollte.

NORDRHEIN-WESTFALEN
Bildungswerk Landessportbund NRW & DMSG-NRW
            
„Lass die Wattehülle fallen – zieh die Sportschuhe an“ (Fördersumme 30.000 Euro)
Bei diesem Sportprojekt haben MS-Betroffene die Möglichkeit, an verschiedenen speziell für ihre Bedürfnisse konzipierten Angeboten teilzunehmen. So kann in der Kletterhalle Malakoff in Bottrop sowohl an der therapeutischen Kletterwand der erste Kletterversuch unternommen als auch bis unter das Dach geklettert werden, im Allgäu das Skilanglaufen und das Freiluft-Abenteuer Klettern und Radfahren bewältigt werden, in den Dolomiten an einem Bergabenteuer oder mit der Familie an einem Abenteuercamp mit dem Schwerpunkt Kanufahren teilgenommen werden.

BERLIN
DMSG Berlin
„Betreuungsverbund für Menschen mit MS“ (Fördersumme 25.000 Euro)
Bereits seit 2007 bietet die DMSG Berlin die Möglichkeit des betreuten Einzelwohnens für schwerbehinderte MS-Erkrankte an, jedoch ist es zum heutigen Zeitpunkt so, dass die Betroffenen in unterschiedlichen Teilen der Stadt betreut werden. Mit einer Betreuungsmöglichkeit mehrerer Klienten in unmittelbarer Wohnraumnähe als Verbund, versehen mit einer Stützpunktwohnung, kann die sozialpädagogische Betreuung den Bedürfnissen der Betroffenen sehr viel besser angepasst werden und können die Mitglieder des Betreuungsverbundes unkompliziert Kontakt zueinander aufnehmen.

BERLIN
Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland e.V.               
„Ausbildung von MS-betroffenen Empowerment-TrainerInnen“ (Fördersumme 25.000 Euro)
               
Im Verständnis von Gesundheitsförderung ist Empowerment ein Prozess, durch den Menschen mehr Kontrolle über Entscheidungen und Handlungen erlangen, die ihre Gesundheit beeinflussen. Für viele Menschen mit einer chronischen Erkrankung steht ein solches Empowerment am Beginn einer individuellen Weiterentwicklung. Im Kreise gleichbetroffener Menschen erhalten sie eine Unterstützung, um im Verlauf der chronischen Erkrankung „verschütt“ gegangene Ressourcen wieder neu zu entdecken. Um dem steigenden Bedarf an Empowerment-Trainings gerecht zu werden, sollen insgesamt zwölf behinderte und chronisch-kranke Frauen und Männer zu Empowerment-TrainerInnen ausgebildet werden, davon mind. vier Personen mit MS.

KÖLN
doMS e.V.
„Selbstbestimmt wohnen mit MS: in den eigenen vier Wänden mit Versorgungssicherheit“ (Fördersumme 25.000 Euro)
                  
In diesem Kölner Wohnprojekt sind 2009 über 90 Personen, darunter 15 MS-Betroffene, zusammengezogen. Das Wohnprojekt ist geprägt von Nachbarschaftshilfe. Der Bundesfreiwilligendienst unterstützt, wo es nötig ist, und ein ambulanter Pflegedienst sorgt für die alltägliche Hilfe. Allerdings haben die Handicaps bei allen MS-Betroffenen zugenommen. Daher muss die Versorgungssicherheit mit der Perspektive einer 24 Stunden-Pflege sichergestellt werden, damit die 15 MS-Betroffenen selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben können.

MÜNCHEN
Lehrstuhl Sozialpädiatrie der Technischen Universität München
 
„Entwicklung eines Schulungsprogramms für Kinder und Jugendliche mit Multiple Sklerose und deren Eltern - Strategien zur Förderung des Selbstmanagements und Übergang zum Erwachsenenalter (Transition)“ (Fördersumme 40.000 Euro).
Kinder und Jugendliche mit MS und deren Eltern sollen durch ein Schulungsprogramm in altersangemessener Weise zu Sachverständigen für ihre Gesundheit, ihr Wohlbefinden und das Krankheitsmanagement ausgebildet werden. Zudem soll die psychosoziale Belastung gesenkt und die gesundheitsbezogene Lebensqualität der Betroffenen und aller Familienmitglieder durch Steigerung des relevanten Wissens erhöht werden. Dies ist eine wesentliche Voraussetzung für die längerfristige Förderung der Eigenverantwortlichkeit und Autonomie im Erwachsenenalter (Transition).

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