Das Gehirn der Zukunft

Künstliche Intelligenz, neuronale Netze, autonome Systeme: Die Digitalisierung durchdringt alles. Visionäre aus Industrie, Wirtschaft und Wissenschaft werfen einen Blick auf das Gehirn von morgen.

4. Künstliche Intelligenz und Autonomes Fahren

13. Mai 2019, 18 Uhr
Stuttgart, Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, Hörsaal 2D5

Prof. Dr. Oliver Bendel

Prof. Dr. Oliver Bendel hat Philosophie und Germanistik sowie Informationswissenschaft studiert und in der Wirtschaftsinformatik promoviert. Er ist Experte in den Bereichen Wissensmanagement, Informationsethik und Maschinenethik. Seine Forschung in der Maschinenethik wird weltweit mit großem Interesse aufgenommen. Seit 1998 sind über 300 Fachpublikationen entstanden, darunter verschiedene Bücher und Buchbeiträge sowie Artikel in Praktiker- und Fachzeitschriften.

Chancen und Risiken des automatisierten Fahrens

Das automatisierte Fahren kann man aus den Perspektiven der Informations- und der Maschinenethik betrachten. Es geht zum einen darum, wie sich informationelle und persönliche Autonomie verbessern oder verschlechtern. Zum anderen fragt sich, ob das Auto bei einem Unfall quantifizieren und qualifizieren soll. Der Referent erkennt im automatisierten Fahren sowohl Chancen als auch Risiken.

Prof. Dr. Andreas Geiger

Andreas Geiger ist Professor an der Universität Tübingen und Leiter einer unabhängigen Nachwuchsgruppe am Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme. Zuvor war er Gastprofessor an der ETH Zürich. Der von ihm 2012 publizierte KITTI Benchmark hat sich zu einem der einflussreichsten Datensätze im Bereich autonomes Fahren entwickelt. Für seine Arbeit an der Schnittstelle von Computer Vision, maschinellem Lernen und Robotik wurde Geiger mit zahlreichen Preisen wie dem IEEE PAMI Young Investigator Award und dem Heinz Maier Leibnitz Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft ausgezeichnet.

Sehen lernen um fahren zu lernen

Aktuelle Ansätze für selbstfahrende Fahrzeuge lassen sich in zwei Kategorien einteilen: klassische modular aufgebaute Systeme und ganzheitlich trainierbare Modelle. In meinem Vortrag werde ich beide Ansätze vorstellen, vergleichen und darstellen, welche Rolle die derzeitigen Entwicklungen im Bereich KI, insbesondere im Bereich der tiefen neuronalen Netze, in diesem Zusammenhang spielt.

Dr. Sebastian Söhner

Dr. Sebastian Söhner ist als Sachgebietsleiter bei der Porsche AG für die datengetriebene Entwicklung und Innovation für Fahrerassistenzsysteme/hochautomatisiertes Fahren zuständig. Nach seinem Studium der Elektro- und Informationstechnik am Karlsruher Institut für Technologie, promovierte er bei Porsche zum Thema „Automatisierte Scheinwerferkalibrierung“ und befasst sich jetzt mit dem Thema datengetriebene Entwicklung und der Koordination des Doktoranden-Campus für Fahrerassistenzsysteme und hochautomatisierte Fahrfunktionen.

Hochautomatisiertes Fahren und Künstliche Intelligenz bei Porsche

Das hochautomatisierte Fahren ist neben der Elektrifizierung und der Connectivity der Megatrend in der Automobilindustrie. Für die Branche ist das mit großen Herausforderungen verbunden, wobei das Allheilmittel mit der künstlichen Intelligenz schon gefunden scheint. Bei genauer Betrachtung kann dies pauschal nicht bestätigt werden. KI bietet auf der einen Seite ungeahntes Potential, muss aber auf der anderen Seite gegenüber den automobilen Anforderungen bestehen. Den Herausforderungen des hochautomatisierten Fahrens entgegenzutreten, heißt auch, KI in diesem Anwendungsbereich beherrschen zu können. Der Impulsvortrag adressiert das Thema hochautomatisiertes Fahren bei Porsche und geht auf die Interpretation neuronaler Netze ein.

Das Gehirn der Zukunft

Eine Übersicht über alle Veranstaltungen der Reihe sowie detaillierte Informationen über einzelne Veranstaltungen finden Sie hier:

Veranstaltungsreihe "Das Gehirn der Zukunft"