Neue Therapiekonzepte entwickeln

Dr. Franziska Thaler ist Clinician Scientist  am Klinikum der Universität München und eine von 24 Fellows der Hertie Academy for Clinical Neuroscience. Ein Interview über ihre Forschungsprojekte, gute Voraussetzungen für Wissenschaft und ihr Vorbild. 

Das Wichtigste ist ein gutes Team

Dr. Franziska Thaler ist Clinician Scientist am Institut für Neuroimmunologie am Klinikum der Universität München. Im Rahmen der Hertie Academy for Clinical Neuroscience ist sie eine von 24 Fellows an 6 ausgewählten Standorten.

Was hat Sie dazu bewegt, in die klinische Hirnforschung zu gehen? 

Im Rahmen meiner klinischen Tätigkeit in der Neuroimmunologie habe ich immer wieder Patienten mit Erkrankungen erlebt, die sich keinem bisher klar definierten Krankheitsbild zuordnen lassen. Das hat mich inspiriert, immunologische Grundkonzepte bei diesen Erkrankungen verstehen zu wollen und dabei nah am Patienten und an der Schnittstelle von Forschung und Klinik zu bleiben.

Einfach erklärt: Woran arbeiten Sie momentan? 

Mein Forschungsschwerpunkt konzentriert sich auf Patienten mit Autoimmunenzephalitis, d.h. einer Gruppe von Erkrankungen mit autoimmuner Hirnentzündung, bei denen meist Antikörper gegen verschiedene neuronale Zielantigene nachweisbar sind. Hier interessiere ich mich vor allem dafür, die Immunpathogenese von Erkrankungen mit Nachweis von Antikörpern gegen das intrazelluläre Protein GAD (glutamic acid decarboxylase) zu verstehen.

Was wollen Sie damit erreichen? 

Mein Ziel ist es, neue Therapiekonzepte zu entwickeln, die möglichst zielgerichtet und nebenwirkungsarm die fehlgeleitete Autoimmunreaktion unterdrücken können.

Welche Rahmenbedingungen sind für exzellente Forschung notwendig? 

Das wichtigste ist ein gutes Team mit Leuten, die sich gegenseitig unterstützen, motivieren und positiv verstärken. Dieses Team ist idealerweise in ein Netzwerk von Arbeitsgruppen eingeschlossen, im Rahmen dessen ein Austausch von Wissen und Kompetenzen stattfindet. 

Was erhoffen Sie sich von der Hertie Academy? 

Mit Hilfe der Hertie Academy möchte ich den Schritt in die Eigenständigkeit in Form einer eigenen Arbeitsgruppe erreichen. Zudem erhoffe ich mir, dass sich durch den wissenschaftlichen Austausch neue Forschungsimpulse ergeben und die Vernetzung mit anderen Wissenschaftlern bei zukünftigen Projekten hilfreich ist.

Welche Wissenschaftlerin/welchen Wissenschaftler aus Vergangenheit oder Gegenwart würden Sie gerne einmal treffen? 

Marie Curie als Vorreiterin von Frauen in der Wissenschaft.

Haben Sie ein Motto/einen Vorsatz?

Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

Der perfekte Tag – wie sieht der für Sie aus?

Tagsüber super Ergebnisse im Labor erzielen und am Abend mit den Kindern im Garten entspannen. 

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