ÜBER DIE GEMEINNÜTZIGE HERTIE-STIFTUNG

Anstoßen – Bewegen – Wirken

Unsere Mission – Gehirn erforschen und Demokratie stärken

Wer Anstösse geben und Veränderungen initiieren will, muss selbst beständig in Bewegung sein.

Mit ihrem Projektportfolio bleibt die Hertie-Stiftung dem Wirken und Willen des Stifters verbunden, ist zugleich aber einer modernen, zeitgemäßen Umsetzung seiner Anliegen verpflichtet. Die Hertie-Stiftung arbeitet innerhalb ihrer Leitthemen modellhaft. Als Reformstiftung schafft sie Anreize und führt ihre Projekte operativ zur „Marktreife" mit dem Ziel, sie dauerhaft zu verankern.

Gehirn erforschen

Unter dem Leitthema "Gehirn erforschen" fördert die Stiftung Forschung und Dialog rund um das Gehirn und um die Bekämpfung seiner Erkrankungen. Die Notwendigkeit der Hirnforschung ergibt sich allein aus der Häufigkeit der Hirnerkrankungen: 27% der EU Bevölkerung leiden an einer Erkrankung des Gehirns und jeder dritte heute in Deutschland lebende Mensch wird selbst an Alzheimer erkranken. Hinzu kommen die Möglichkeiten der Entwicklung neuer technischer Lösungen, vor allem im EDV-Bereich, und die hohe Wertschätzung und immer noch wachsende Bedeutung neurowissenschaftlicher Ergebnisse für gesellschaftliche Diskussionen und Entscheidungen.

Schwerpunkte unserer Arbeit bilden die Förderung klinischer Hirnforschung (insbesondere mit dem Hertie-Institut für klinische Hirnforschung) und der Multiplen Sklerose. Darüber hinaus unterstützt die Stiftung neurowissenschaftliche Initiativen für innovative Forschungs-, Bildungs- und Kommunikationsformate.

Mit einem Fördervolumen von durchschnittlich 9 Mio. € pro Jahr ist die Hertie-Stiftung der größte private Förderer der Hirnforschung in Deutschland und der drittgrößte in Europa. Im Bereich der Multiplen Sklerose ist die Stiftung die führende Förderinstitution sowohl in der MS-Forschung als auch im Bereich der Selbsthilfe von MS-Erkrankten.

Demokratie stärken

Den gesellschaftlichen Zusammenhalt Deutschlands und Europas sichern: dies ist das gemeinsame Ziel der Projekte im Bereich „Demokratie stärken“.

Demokratie ist die Basis für Frieden, Freiheit und Sicherheit und somit Grundpfeiler unserer Gesellschaft. Doch Demokratie ist kein statischer Zustand, sondern in einem ständigen Prozess und heute vielleicht mehr in Bewegung denn je.

Dabei wird Demokratie stets als selbstverständlich angesehen. Doch die Entwicklungen in Deutschland, Europa und der Welt machen deutlich, wie schnell sich die Zustände in andere, unserem Verständnis nach weniger demokratische Richtungen verändern können. Populismus, autokratische Staatslenker und die Möglichkeiten der digitalen Öffentlichkeit bilden eine explosive Mischung und zeigen der Demokratie bisweilen ihre Grenzen auf.

Im Arbeitsgebiet „Demokratie stärken“ untersuchen wir die Grundlagen unseres Zusammenhalts, machen sie erlebbar, sorgen für ihre Weiterentwicklung und verteidigen sie gegen radikale Gegner.

Unsere Arbeitsweise

Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht der Mensch. Wir finden Lösungen, die ihm nützen und zu konkreten Verbesserungen von Lebensbedingungen führen.

Wir vereinen in unseren Arbeitsgebieten Innovationen und nachhaltiges Stiftungshandeln. Gemäß des Stiftungsmottos „Anstoßen. Bewegen. Wirken.“ haben wir einen Gestaltungswillen, verbinden konzeptionelles und operatives Handeln, verfolgen Ziele langfristig, verstehen uns als lernende Organisation und handeln nach dem Prinzip von Wirkung und Wirtschaftlichkeit.

Um ihre Mittel mit höchster Wirkung einzusetzen, konzentriert sich die Stiftung auf modellhafte Lösungen. Dabei legt sie Wert darauf, ihr eigenes Fachwissen und ihre besonderen Erfahrungen einzubringen. Um in der Projektarbeit neue Anstöße geben zu können, gewährt die Stiftung ihre Förderung grundsätzlich auf Zeit.

Die Gemeinnützige Hertie-Stiftung stiftet andere gesellschaftlich Aktive zum Wirken an. Sie gibt Hilfe zur Selbsthilfe. Sie erwartet deshalb auch, dass die Geförderten selbst einen angemessenen Beitrag leistet. In einer Zeit, in der das staatliche Wirken durch Initiativen der Bevölkerung ergänzt werden muss, versteht die Gemeinnützige Hertie-Stiftung ihre Tätigkeit als Beitrag zu einer aktiven Bürgergesellschaft.

Verfassung der Hertie-Stiftung

Stiftungssitz in Frankfurt

Das Domizil der Hertie-Stiftung befindet sich im Grüneburgweg 105 im Frankfurter Westend. Frankfurt am Main – eine Stadt, die wie kaum eine andere in Deutschland geprägt ist von Stiftungen, Stiftern und Mäzenen. Bürgerschaftliches Engagement hat hier eine Tradition, die viele Jahrhunderte zurück reicht. Die Hertie-Stiftung bekennt sich aktiv zu diesem Standort. Viele wichtige Pilotprojekte sind hier begonnen worden und wurden auf Basis der hier gesammelten Erfahrung ausgeweitet. Darüber hinaus förderte und fördert die Stiftung in Frankfurt immer wieder Projekte von beträchtlicher Bedeutung und Größenordnung. Dazu gehört z.B. der Wiederaufbau der Alten Stadtbibliothek (Literaturhaus) oder der Anbau des Städel Museums.

Büro Berlin

Berlin ist politisches, kulturelles wie kreatives Zentrum Deutschlands. Und Berlin ist auch ein wichtiger Standort der Hertie-Stiftung. Das Büro Berlin ist die Schnittstelle zwischen dem Stiftungsort Frankfurt und den Projekten in Berlin. Es beobachtet und kommentiert für das Frankfurter Kollegium die politischen wie gesellschaftlichen Entwicklungen in der Hauptstadt. In den letzten Jahren haben die Mitarbeitenden des Büros Berlin ein tragfähiges Netzwerk von Mitwirkenden der Stiftung in Deutschlands größter Stadt entwickelt. Mittels Veranstaltungen trägt die Zweigstelle die Projekte und Themen der Stiftung in die Berliner Öffentlichkeit. 

Woher wir kommen

Mit ihrem Vermögen von 1 Milliarde Euro gehört die Hertie-Stiftung zu den größten privaten Stiftungen Deutschlands.

  •  Gründung: 1974
  •  Stifter: Hans-Georg Karg und Brigitte Gräfin von Norman
  •  Anlagevermögen: rund 1 Milliarde Euro (Details zur Bilanz 2017) 
  •  Jährliche Förderung: 20 – 25 Mio. Euro

Die Hertie-Stiftung baut auf dem Lebenswerk des 1972 verstorbenen Stifters Georg Karg, Inhaber der Hertie Waren- und Kaufhaus GmbH, auf. Er war ein Mensch, der sich nicht nur dem Unternehmen und seinen Mitarbeitenden, sondern auch dem Allgemeinwohl verpflichtet fühlte, dem er sein Vermögen widmete. Sein Leben und Werk sind Vorbild und Maßstab für das Wirken der Stiftung.

In Fortführung seiner Pläne beschloss der Vorstand der Hertie-Familienstiftung am 10. Dezember 1974 auf Initiative der Kinder und Erben, Brigitte Gräfin von Norman und Hans-Georg Karg, die „Gemeinnützige Hertie-Stiftung zur Förderung von Wissenschaft, Erziehung, Volks- und Berufsbildung" mit Sitz in Frankfurt am Main zu gründen.

97,5 Prozent der Anteile der Hertie Waren- und Kaufhaus GmbH wurden in diese Stiftung eingebracht. Mit dem Verkauf ihrer Karstadt-Anteile an Quelle im Jahr 1998 löste sich die Hertie-Stiftung aus ihrer Unternehmensbindung. In den vergangenen zwölf Jahren hat sie große Projekte in selbstständiger Rechtsform gegründet oder in die Selbstständigkeit überführt: Zur „Familie" der Hertie-Stiftung gehören heute das Hertie-Institut für klinische Hirnforschung in Tübingen, die Hertie School of Governance in Berlin sowie die START-Stiftung gGmbH in Frankfurt am Main.

Die Geschichte der Hertie-Warenhäuser, der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung und des Stifters Georg Karg finden Sie in folgendem Dokument:

Geschichte der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung