Arbeitsplatz mit Computer, Notizen und Lesebrille

Der Essaypreis der Hertie-Stiftung

Die Hertie-Stiftung prämiert gemeinsam mit der Wirtschaftswoche die besten Essays zum Thema: Demokratie und Wirtschaft.

Demokratie und Wirtschaft. Unser Essaypreis

In welchem Verhältnis stehen Demokratie und Wirtschaft? Was verbindet die beiden Sphären, was trennt sie? Wie sieht ein Zusammenspiel aus, das der gesamten Gesellschaft nützt?

Das Coronavirus hat die Welt auf den Kopf gestellt. Und die Pandemie ist fraglos ein Stresstest für die komplizierte Beziehung zwischen Demokratie und Wirtschaft. Viele Länder schränkten vorübergehend wirtschaftliche Grundrechte wie die Berufs- und Gewerbefreiheit ein. Regierungen retteten Unternehmen mit vielen Milliarden, legten staatliche Konjunkturprogramme auf, verteilten großzügig soziale Hilfen. Der starke Staat ist zurück. Austerität und Schuldenbremse waren gestern. An Geld mangelt es angeblich nicht mehr (Stephanie Kelton), es regnet Billionen. Die Wirtschaft soll von einer Mission beseelt sein (Mariana Mazzucato), ein Green New Deal den Weg in eine prosperierende Zukunft weisen. Kann das gelingen? Kann der Gesetzgeber die „Gesetze des Marktes“ bestimmen?

Gleichzeitig fordert der chinesische Staatskapitalismus den Westen selbstbewusster denn ja heraus. Die Stimmen, die in den Verfahren und Prozeduren der Demokratie einen Wettbewerbsnachteil sehen, werden lauter, seit das Versprechen eines materiell reichhaltigen Lebens in den alten Industrieländern brüchig geworden ist. 

Wie viel Demokratie also braucht der Kapitalismus - und wie viel Kapitalismus die Demokratie? Welche Probleme wirft die Konzentration von Geld und Macht in der Hand von Plattformkonzernen auf – nicht zuletzt für die Beschäftigten? Wozu verpflichtet Eigentum? Wie viel ist renditegetriebenen Firmen ein handlungsfähiger Sozialstaat wert? Eröffnet uns das Homeoffice einen Weg zum selbstbestimmten Arbeiten? Können Unternehmen von innerbetrieblicher Demokratie und flachen Hierarchien profitieren? 

Oder verstärkt die Pandemie nur kritische Trends? Die Ungleichheit. Den Vormarsch des Populismus. Das Selbstbewusstsein von Autokraten. Die Zweifel an der sozialen Marktwirtschaft. Wie kommen Demokratien als Mechanismus zur Konsensfindung und Wohlstandsproduzent wieder in die Offensive, um globale Herausforderungen – den Klimawandel, die globalisierte Migration, die Systemkonkurrenz – zu meistern? Braucht die neue Wirtschaftswelt eine wertegetriebene Allianz der Demokratien oder rein geschäftsbasierte Kooperationen mit Ländern wie China und Russland?  

Vor dem Hintergrund solcher Fragen schreibt die Hertie-Stiftung gemeinsam mit der WirtschaftsWoche zum zweiten Mal den „Essaypreis Demokratie und Wirtschaft“ aus. Wir laden neben Journalistinnen und Journalisten vor allem Personen aus Universitäten und wissenschaftlichen Forschungseinrichtungen, Think-Tanks, Unternehmen, Stiftungen, Verbänden, Gewerkschaften und NGOs dazu ein, Beiträge einzureichen. Die Makroperspektive ist für uns genauso interessant wie die Mikroperspektive, das globale Panorama genauso wie der exemplarische Blick auf die innerbetriebliche Demokratie. 

Eine hochkarätige Jury aus Wissenschaft, Wirtschaft und Journalismus entscheidet, welche Einsendungen prämiert werden. Beurteilt werden die Relevanz des Themas, der Stil des Textes, die Originalität des Ansatzes und die Tiefe der Argumentation. 

Die Gewinnertexte, die bisher noch nicht veröffentlicht wurden, werden in der WirtschaftsWoche publiziert. Darüber hinaus behalten wir uns vor, neben den prämierten Essays auch andere Beiträge in geeigneter Form zu veröffentlichen.

Podcast

Der Essaypreis von Hertie-Stiftung und WirtschaftsWoche 

Einsendeschluss verlängert auf 10. August 2021

Der Essaypreis wird in zwei Kategorien verliehen:

  1. Unveröffentlichte Arbeiten, die für den Essaypreis verfasst werden. Der erste Platz wird mit 7.000 €, der zweite Platz mit 3.000 € und der dritte Platz mit 2.000 € Preisgeld prämiert.
  2. Bereits veröffentlichte  Arbeiten, die das Thema „Demokratie und Wirtschaft“ ebenso tiefgründig wie originell angehen. Der Gewinnertext dieser Kategorie wird mit 3.000 € Preisgeld prämiert.

So können Sie teilnehmen: 

  1. Mit der Einsendung bestätigen Sie, dass Sie die Teilnahmebedingungen und die Hinweise zum Datenschutz gelesen haben und diesen zustimmen.
  2. Die Beiträge können in deutscher oder englischer Sprache eingereicht werden (die englischen Beiträge werden im Falle einer Auswahl und Publikation übersetzt).
  3. Die Beiträge sollten eine Länge von 10.000 - 12.000 Zeichen (inklusive Leerzeichen) haben und in keinem Fall 12.000 Zeichen überschreiten.
  4. Der Einsendeschluss wurde verlängert. Die Beiträge können bis zum 10. August 2021 als PDF-Dokument über das unten stehende Bewerbungsformular eingereicht werden.
  5. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. 

    Jurorinnen und Juroren

    Bewerben Sie sich mit Ihrem Text

    (Maximal 500 Zeichen)

    Die Essaypreis-Gewinner 2020

    1. Platz in der Kategorie "Unveröffentlichter Text": Kasyoka Salim Mutunga

    Kasyoka Salim Mutunga: "Makers of Nations, Three Wise Men, and a Star from the East"         

    Kasyoka Salim Mutunga ist kenianische Rechtsanwältin und arbeitet als wissenschaftlichee Mitarbeiterin bei Anjarwalla & Khanna (A&K) ALN Kenia, einer der führenden Anwaltskanzleien in Ost- und Zentralafrika. Ihre Arbeit als Forscherin konzentriert sich hauptsächlich auf die Schnittstelle zwischen Rechtsstaatlichkeit und Entwicklung in Kenia und in Afrika.

    Zum Essay auf der Website der WirtschaftsWoche

    Hier finden Sie den ausgezeichneten Text in englischer Sprache 

    1. Platz in der Kategorie "Veröffentlichter Text": Adrian Lobe

    Adrian Lobe: "Macht der Computer uns zu Kommunisten?"   (erschienen in der Neuen  Zürcher Zeitung)

    Adrian Lobe, Jahrgang 1988, ist freier Journalist und Buchautor. Der studierte Politologe schreibt unter anderem für die Berliner Zeitung, Neue Zürcher Zeitung und Süddeutsche Zeitung über Technologiethemen und ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf Algorithmen und Künstlicher Intelligenz. 

    Den ganzen Text auf der Website der Neuen Zürcher Zeitung lesen

    2. Platz (geteilt) in der Kategorie "Unveröffentlichter Text": Mathis Richtmann & Max Krahé

    Mathis Richtmann & Max Krahé: "Onwards, but not via Beijing: for a re-embedded liberalism"

    Max Krahé ist Gründer des Dezernat Zukunft, eines jungen Think Tanks zu Finanz-, Geld-, und Fiskalpolitik, sowie Inhaber des Chaire SFPI an der königlichen Akademie der Wissenschaften und Schönen Künste von Belgien. 

    Mathis Richtmann ist Geschäftsführer des Dezernat Zukunft. Er hat dort mit einem Team von 33 Wissenschaftler:innen kürzlich eine Sammlung von 14 ambitionierten wirtschaftspolitischen Vorschlägen für Europa publiziert.

    Hier finden Sie den ausgezeichneten Text in deutscher Übersetzung

    2. Platz (geteilt) in der Kategorie "Unveröffentlichter Text": Dr. Andrei Guter-Sandu & Dr. Steffan Murau

    Dr. Andrei Guter-Sandu & Dr. Steffan Murau: "Democratising Eurozone governance? Place ‘off-balance-sheet fiscal agencies’  under the European Parliament’s budget authority"

    Dr. Andrei Guter-Sandu ist politischer Ökonom und Postdoctoral Fellow am Centre for Analysis of Risk and Regulation der London School of Economics. Er arbeitet dort an einem vom Economic and Social Research Council (ESRC) finanzierten Projekt über die Governance von sozialen Risiken durch Finanzialisierung und Vermarktlichung.  Seine Forschungsinteressen umfassen das Spannungsverhältnis von Geld und Moral, Zentralbanken, Wege zu einem nachhaltigen und sozialen Finanzsystem sowie New Public Governance.

    Dr. Steffen Murau ist politischer Ökonom und Postdoctoral Fellow am Global Development Policy Center der Boston University. Er arbeitet dort an einem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanzierten Projekt über die Transformation der Eurozonen-Architektur. Seine Forschungsinteressen umfassen Geldtheorie und -geschichte, europäische Währungsintegration, das internationale Währungssystem sowie Schattenbanken.

    Hier finden Sie den ausgezeichneten Text in deutscher Übersetzung. 

    3. Platz in der Kategorie "Unveröffentlichter Text": Dr. Lisa Suckert

    Dr. Lisa Suckert: „Zeit gewinnen! Von der Corona-Pandemie über Michael Endes Momo zu den Tücken der kapitalistischen Zeitherrschaft“ 

    Dr. Lisa Suckert wurde 2016 an der Universität Bamberg promoviert und arbeitet seitdem als Wissenschaftlerin am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung. Ihre Forschungsinteressen sind Wirtschafts- und Zeitsoziologie, politische Soziologie sowie Nachhaltigkeits- und Kapitalismusforschung. 

    Den ganzen Text lesen