Essaypreis

Gemeinsam mit der Wirtschaftswoche prämieren wir die besten Essays zum Thema "Demokratie und Wirtschaft"

Demokratie und Wirtschaft. Unser Essaypreis

In welchem Verhältnis stehen Demokratie und Wirtschaft? Was verbindet die beiden Sphären, was trennt sie? Wie sieht ein Zusammenspiel aus, das der gesamten Gesellschaft nützt?

Wandel durch Handel, Demokratisierung durch ökonomische Verflechtung: Nach diesem Prinzip wollte der Westen autoritären und populistischen Regimes weltweit etwas entgegen­setzen. Der Krieg in der Ukraine zeigt die Grenzen, auch das Scheitern dieses Ansatzes - und ist ein Anlass, das Zusammenspiel von Wirtschaft und Demokratie zu reflektieren. 

Wie verändert sich das Verhältnis von politischem Liberalismus und Marktwirtschaft angesichts von globalen Wirtschaftskrisen und politischen Konfrontationen, von Weltgemeinschaftsaufgaben wie der Bekämpfung der Corona-Pandemie oder des Klimawandels, die wir entweder gemeinsam oder gar nicht lösen? Wie werteorientiert können und müssen wir wirtschaften? Wie kommen Demokratien als Ordnungsrahmen zur Konsensfindung und als Wohlstandsproduzenten gegen selbstbewusste Diktatoren und Populisten in aller Welt wieder in die Offensive?

Vor dem Hintergrund solcher und anderer Fragen schreibt die Hertie-Stiftung gemeinsam mit der WirtschaftsWoche zum dritten Mal den „Essaypreis Demokratie und Wirtschaft“ aus. Wir laden Personen aus Universitäten und wissenschaftlichen Forschungseinrichtungen, Think-Tanks, Unternehmen, Stiftungen, Verbänden, Gewerkschaften und NGOs sowie Journalistinnen und Journalisten dazu ein, Beiträge einzureichen. Die Makroperspektive ist für uns genauso interessant wie die Mikroperspektive, das globale Panorama genauso wie der exemplarische Blick auf einzelne Unternehmen. Auch grundsätzliche Fragen interessieren uns. Wozu verpflichtet Eigentum? Wozu brauchen Unternehmen einen handlungsfähigen Sozialstaat? Wie viel Konzentration von Macht und Geld in der Hand von globalen Plattformkonzernen verträgt ein demokratisches Gemeinwesen?

Eine hochkarätige Jury aus Wissenschaft, Wirtschaft und Journalismus entscheidet, welche Einsendungen ausgezeichnet werden. Beurteilt werden die Relevanz des Themas, der Stil des Textes, die Originalität des Ansatzes und die Tiefe der Argumentation. Die Gewinnertexte werden in der WirtschaftsWoche publiziert. Darüber hinaus behalten wir uns vor, neben den prämierten Essays auch andere Beiträge in geeigneter Form zu veröffentlichen.

Der Essaypreis von Hertie-Stiftung und WirtschaftsWoche ist mit insgesamt 12.000 Euro dotiert. Der erste Preis wird mit 7.000 Euro prämiert, der zweite Preis mit 3.000 Euro und der dritte Preis mit 2.000 Euro.  

Der Essaypreis von Hertie-Stiftung und WirtschaftsWoche 

  • Mit der Einsendung bestätigen Sie, dass Sie die Teilnahmebedingungen und die Hinweise zum Datenschutz gelesen haben und diesen zustimmen.
  • Die Beiträge können in deutscher oder englischer Sprache eingereicht werden (die englischen Beiträge werden im Falle einer Auswahl und Publikation übersetzt).
  • Die Beiträge sollten eine Länge von 10.000 - 12.000 Zeichen (inklusive Leerzeichen) haben und in keinem Fall 12.000 Zeichen überschreiten.
  • Die Beiträge können bis zum 4. September 2022 als PDF-Dokument über das untenstehende Bewerbungsformular eingereicht werden.
  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

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Jurorinnen und Juroren

Die Gewinnerinnen und Gewinner 2021

1. Platz in der Kategorie "Unveröffentlichter Text"

Florian Eichel (Humboldt-Universität zu Berlin, Masterstudent der Philosophie)
Titel: “Moral als Ware – Die Kapitalisierung der korrekten Haltung”

Florian Eichel ist Masterstudent an der Berliner Humboldt-Universität, die thematischen Schwerpunkte seines Studiums liegen im Bereich der philosophischen Ästhetik. In seiner Masterarbeit untersucht er die ästhetischen und kulturtheoretischen Dimensionen des Spielbegriffs bei Kant, Schiller und Lyotard. Auf das Thema seines Essay stieß er in seinem Bekanntenkreis. Dort beobachtete er, dass moralische Themen vor allem in den Sozialen Medien zwar prominenter kommuniziert, aber weniger diskutiert werden. Substanzielle ethische Fragestellungen würden so zum bloßen Trend degradiert.

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Bester bereits veröffentlichter Text

Elisabeth von Thadden (Die ZEIT)
Titel: „Das teure Nest“

Elisabeth von Thadden ist verantwortliche Redakteurin für die Seiten „Sinn & Verstand“ im Feuilleton der ZEIT. In ihrer Arbeit widmet sie sich seit langem der ökologisch zerstörerischen Moderne und den Alternativen, die in der Moderne liegen sowie dem Verhältnis von Geistes- und Naturwissenschaften. In diesem Zusammenhang beschäftigt sie sich auch mit Fragen der ökologischen und sozialen Verantwortung des Privateigentums und neuer Eigentumsformen. Seit Jahren beobachtet sie, wie Menschen plötzlich in Eigenheime umzogen, nachdem sie geerbt hatten, während andere keine bezahlbare Miet-Wohnung mehr finden konnten. Die Scham, die über diesem Thema des Erbens liegt, interessierte sie als eine Herausforderung der demokratischen Versprechen, und so begann sie für den Essay, der im Februar 2021 in der ZEIT erschien, zu recherchieren.  

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2. Platz in der Kategorie "Unveröffentlichter Text"

Rachel Balmer (London, Politikberaterin)
Titel: „Queuetopia: how capitalism fell in love with waiting in line”

Rachel Balmer lebt und arbeitet als Politikberaterin in London. 2019 hat sie ihr Studium an der Hertie School of Governance mit einem “Master of International Affairs” abgeschlossen. Die Frage, welches Verhältnis unterschiedliche Länder und unterschiedliche gesellschaftliche Systeme zum Schlange stehen haben, hat sie schon lange fasziniert. Während der Corona-Pandemie entdeckte sie dann, wie das Schlange stehen rund um die Welt zu einem Teil des Alltages wurde, und sie stellte sich die Frage nach dessen psychologischen, ökonomischen und politischen Kontext. 

Zum Essay in englischer Sprache 

3. Platz in der Kategorie "Unveröffentlichter Text"

Dr. Carsten Lotz (Paris, Unternehmensberater)
Titel: „Das Ende des Shareholder Value?“

Carsten Lotz hat katholische Theologie und Philosophie studiert und arbeitet seit 2006 für eine weltweit führende Unternehmensberatung, seit 2020 in deren Pariser Büro. Er berät er vor allem europäische Unternehmen aus dem Transport- und Energiesektor. Als Berater und Philosoph wurde er hellhörig, als in Unternehmen plötzlich nicht mehr der Profit im Mittelpunkt stehen sollte, sondern Manager begannen, über einen „Purpose“ ihres Tuns zu reden. Er fragte sich, was die Akteure antreibt, wie ernst sie es meinen und ob sich die Gesellschaft darauf verlassen sollte.

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Die Essaypreis-Gewinner 2020

1. Platz in der Kategorie "Unveröffentlichter Text": Kasyoka Salim Mutunga

Kasyoka Salim Mutunga: "Makers of Nations, Three Wise Men, and a Star from the East"         

Kasyoka Salim Mutunga ist kenianische Rechtsanwältin und arbeitet als wissenschaftlichee Mitarbeiterin bei Anjarwalla & Khanna (A&K) ALN Kenia, einer der führenden Anwaltskanzleien in Ost- und Zentralafrika. Ihre Arbeit als Forscherin konzentriert sich hauptsächlich auf die Schnittstelle zwischen Rechtsstaatlichkeit und Entwicklung in Kenia und in Afrika.

Zum Essay auf der Website der WirtschaftsWoche

Hier finden Sie den ausgezeichneten Text in englischer Sprache 

1. Platz in der Kategorie "Veröffentlichter Text": Adrian Lobe

Adrian Lobe: "Macht der Computer uns zu Kommunisten?"   (erschienen in der Neuen  Zürcher Zeitung)

Adrian Lobe, Jahrgang 1988, ist freier Journalist und Buchautor. Der studierte Politologe schreibt unter anderem für die Berliner Zeitung, Neue Zürcher Zeitung und Süddeutsche Zeitung über Technologiethemen und ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf Algorithmen und Künstlicher Intelligenz. 

Den ganzen Text auf der Website der Neuen Zürcher Zeitung lesen

2. Platz (geteilt) in der Kategorie "Unveröffentlichter Text": Mathis Richtmann & Max Krahé

Mathis Richtmann & Max Krahé: "Onwards, but not via Beijing: for a re-embedded liberalism"

Max Krahé ist Gründer des Dezernat Zukunft, eines jungen Think Tanks zu Finanz-, Geld-, und Fiskalpolitik, sowie Inhaber des Chaire SFPI an der königlichen Akademie der Wissenschaften und Schönen Künste von Belgien. 

Mathis Richtmann ist Geschäftsführer des Dezernat Zukunft. Er hat dort mit einem Team von 33 Wissenschaftler:innen kürzlich eine Sammlung von 14 ambitionierten wirtschaftspolitischen Vorschlägen für Europa publiziert.

Hier finden Sie den ausgezeichneten Text in deutscher Übersetzung

2. Platz (geteilt) in der Kategorie "Unveröffentlichter Text": Dr. Andrei Guter-Sandu & Dr. Steffan Murau

Dr. Andrei Guter-Sandu & Dr. Steffan Murau: "Democratising Eurozone governance? Place ‘off-balance-sheet fiscal agencies’  under the European Parliament’s budget authority"

Dr. Andrei Guter-Sandu ist politischer Ökonom und Postdoctoral Fellow am Centre for Analysis of Risk and Regulation der London School of Economics. Er arbeitet dort an einem vom Economic and Social Research Council (ESRC) finanzierten Projekt über die Governance von sozialen Risiken durch Finanzialisierung und Vermarktlichung.  Seine Forschungsinteressen umfassen das Spannungsverhältnis von Geld und Moral, Zentralbanken, Wege zu einem nachhaltigen und sozialen Finanzsystem sowie New Public Governance.

Dr. Steffen Murau ist politischer Ökonom und Postdoctoral Fellow am Global Development Policy Center der Boston University. Er arbeitet dort an einem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanzierten Projekt über die Transformation der Eurozonen-Architektur. Seine Forschungsinteressen umfassen Geldtheorie und -geschichte, europäische Währungsintegration, das internationale Währungssystem sowie Schattenbanken.

Hier finden Sie den ausgezeichneten Text in deutscher Übersetzung. 

3. Platz in der Kategorie "Unveröffentlichter Text": Dr. Lisa Suckert

Dr. Lisa Suckert: „Zeit gewinnen! Von der Corona-Pandemie über Michael Endes Momo zu den Tücken der kapitalistischen Zeitherrschaft“ 

Dr. Lisa Suckert wurde 2016 an der Universität Bamberg promoviert und arbeitet seitdem als Wissenschaftlerin am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung. Ihre Forschungsinteressen sind Wirtschafts- und Zeitsoziologie, politische Soziologie sowie Nachhaltigkeits- und Kapitalismusforschung. 

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