DEMOKRATIE UND SCHULE

Erarbeitung von Empfehlungen durch die Hertie-Kommission

Wie können schulische Angebote zur Stärkung unserer Demokratie beitragen?

An verschiedenen Stellen zeigt sich, dass unsere Demokratie in Bedrängnis ist. Autoritäre Strömungen im In- und Ausland, gezielte Desinformation und eine Vertrauenskrise zwischen Staat und Bürgern gefährden den Zusammenhalt. Ein Mittel dagegen sind schulische Bildungsangebote für Kinder und Jugendliche, mit denen Kompetenzen vermittelt werden, die für eine pluralistische, offene Gesellschaft entscheidend sind. Diese Investition ist lohnenswert, da frühe positive Bildungserfahrungen lebenslang wirken.
Mit den Überlegungen zum Wahlrecht ab 16 Jahren gewinnt die Aufgabe der Demokratiebildung für die Bildungseinrichtungen zusätzlich an Relevanz. Eine wachsende Zahl von Einzelinitiativen in diesem Feld spricht für die Achtsamkeit in unserer Gesellschaft. Jetzt geht es darum, schlüssige Konzepte und wirksame Strategien zu entwickeln, die alle Beteiligten in der Politik, in der Bildung, in den Medien und vor allem in der Zivilgesellschaft einbeziehen. Mit der Ganztagsschule und der Nachmittagsbetreuung öffnen sich dringend benötigte Räume für die Demokratiebildung - insbesondere mit Blick auf den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in der Grundschule ab 2026. Diese gilt es bestmöglich auszufüllen und zu gestalten.

Vor diesem Hintergrund wurde die Hertie-Kommission Demokratie und Bildung ins Leben gerufen. Sie wird bis Anfang 2023 konkret umsetzbare Reformen anregen.

Für Fragestellungen, die die Kommission festlegt, wird eine Zwischenstudie in Auftrag gegeben. Sie wird im Herbst 2022 als Zwischenergebnis der Kommission vorgestellt. Die Vorstellung des Ergebnisberichts soll in der ersten Hälfte des Jahres 2023 erfolgen.