Lehren lehrt

Dr. Nicolas Snaidero vom Hertie Network of Excellence in Clinical Neuroscience über seine Arbeit und die Motivation, die durch Nachwuchsförderung entsteht.

„Die besten Ideen habe ich in Gesprächen mit Mentoren, auf Konferenzen oder bei Treffen mit meinen Studenten“

Was hat Sie dazu bewegt, in die klinische Hirnforschung zu gehen? 

Nachdem ich viele Jahre lang hauptsächlich Grundlagenforschung im Bereich des Gehirns betrieben habe, möchte ich mich nun auch der klinischen Forschung zuwenden. Ich möchte damit die Reichweite meiner Arbeit und ihre Bedeutung im Zusammenhang mit menschlichen Krankheiten erweitern und einen Beitrag zur Entwicklung neuer Therapien leisten. 

Einfach erklärt: Woran arbeiten Sie momentan? Was wollen Sie damit erreichen? 

Das Hauptaugenmerk meines Labors liegt auf der Entschlüsselung der Mechanismen, die der kortikalen Myelinisierung zugrunde liegen. Darüber hinaus arbeiten wir an der Entwicklung translationaler Therapien zum Schutz der Integrität neuronaler Netzwerke bei kortikalen MS-Läsionen und Alterung, indem wir konkret auf das CNS-Myelin abzielen.

Welche Rahmenbedingungen sind Ihrer Meinung nach für exzellente Forschung notwendig?

Leidenschaft für die Arbeit, ausreichend finanzielle Mittel, um wettbewerbsfähige und innovative Forschung betreiben zu können, sowie Mentorinnen und Mentoren.

Wann bzw. wo haben Sie die besten Ideen? 

In Gesprächen mit Mentoren, auf Konferenzen oder bei Treffen mit meinen Studenten. 

Wie motivieren Sie sich, wenn Dinge nicht so laufen, wie geplant?

Wenn ich sehe, dass meine Studenten Spaß an ihrer Arbeit und ihren Ergebnissen haben, sie ihre Projekte und sich selbst auf diesem Weg weiterentwickeln, dann motiviert mich das.

Gibt es bereits ein konkretes Beispiel, wie Sie vom Hertie-Network bzw. der HertieAkademy profitiert haben?

Abgesehen von der finanziellen Unterstützung, die es mir ermöglichte, einen Studenten an einem meiner Hauptprojekte mitarbeiten zu lassen, konnte ich mit Experten innerhalb des Hertie-Netzwerks in Kontakt treten und mit der Zusammenarbeit beginnen.

Wie sieht ein perfekter Tag für Sie aus?

Frühes Aufstehen, keine Berge von Verwaltungs-E-Mails, die über Nacht gekommen sind, Zeit, um die Projekte im Labor zu lesen und mitzugestalten. Treffen mit alle meinen Studierenden, die die neuesten, coolen mikroskopischen Bilder mit mir teilen, misslungene Experimente, abgeschlossene Datenanalysen, seltsame Beobachtungen und spannende wissenschaftliche Diskussionen. Außerdem Zeit und den Kopf frei haben für meine Familie zu Hause. 

Haben Sie ein Motto bzw. einen Vorsatz?

Ein Meister ist eine Person, die alle möglichen Fehler auf dem Weg gemeistert hat.

Hertie Network

Das Hertie Network of Excellence in Clinical Neuroscience und die Hertie Academy of Clinical Neuroscience fördern und vernetzen exzellente Neurowissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler. Mehr Informationen dasrüber finden Sie auf der Projektseite.

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