Editorial
 

Liebe Leserinnen und Leser,
 

die Demokratie steht unter Druck und ebenso die Wissenschaft. Das wird auch in der Arbeit von Stiftungen deutlich. Mit noch mehr Konzentration auf wesentliche Themen und Entwicklungen will auch die Hertie-Stiftung zu mehr Leidenschaft für die Demokratie, zur Stärkung der Wissenschaft und zu einer politischen Kultur beitragen, in der der Respekt voreinander, der Zusammenhalt in der Gesellschaft und der Einsatz für das Gemeinwesen wachsen.

Premiere feierten in Frankfurt im Oktober die Alte Oper Nights. An zwei Abenden kamen rund 5.000 Bürgerinnen und Bürger, um internationale Musikgruppen zu hören und Hertie Talks mit viel Expertise und zu spannenden Themen aus den Förderbereichen der Hertie-Stiftung zu erleben. Eine internationale Gesellschaft war in der Alten Oper präsent. Der Fokus lag auf der Vielfalt in einer Stadtgesellschaft als Chance und Potential einer modernen Stadt. Wir setzen dieses eindrucksvolle Festival in den kommenden Jahren fort. Frankfurt ist international, die Hertie-Stiftung ist es angesichts einer wachsenden Zahl an internationalen Aktivitäten und das soll deutlich werden.

Demokratie stärken heißt heute auch, die Handlungsfähigkeit öffentlicher Institutionen zu verbessern und mehr Vertrauenskultur zu wagen. Der Bericht der Initiative für einen handlungsfähigen Staat mit 35 Empfehlungen, mit viel Expertise erarbeitet, wurde von der Hertie-Stiftung und drei weiteren Stiftungen finanziell getragen. Die Medienresonanz war hoch; die Staatsmodernisierung drängt. Bei diesen Themen beginnen die Hertie-Stiftung und die Hertie School interessante Kooperationen mit staatlichen Einrichtungen im Bund, in den Ländern und Kommunen. Dazu gehört die Initiative Jugend entscheidet, die Kommunen ermutigt, jungen Menschen Möglichkeiten für ein kommunales Engagement zu geben. Die Kommunalpolitik ist das Fundament der politischen Kultur. Sie trägt wesentlich zur politischen Stabilität in unserem Land bei.

Die Hertie-Stiftung verstärkt ihre Wissenschaftsförderung. Dazu gehört eine neue Kooperation des Hertie-Instituts für klinische Hirnforschung mit dem Weizmann Institut in Israel ebenso wie der Round Table bei Falling Walls in Berlin zu „60 Years of Israeli-German Science Diplomacy“. Einrichtungen der Wissenschaft und Forschung in Israel sind und bleiben hoch interessante internationale Partner für Deutschland. Das wollen wir auch in diesen politisch schwierigen Zeiten nicht vergessen.

Die von der Hertie-Stiftung geförderte Dauerausstellung „Gehirne“ im Senckenberg Museum in Frankfurt erfreut sich großer Beliebtheit. Sie ist ein gelungenes Beispiel für Wissenschaftskommunikation in eine breite Öffentlichkeit hinein. Wer die Akzeptanz von Wissenschaft und wissenschaftlicher Ergebnisse stärken will, muss die öffentliche Kommunikation darüber ausbauen. Deshalb beteiligt sich die Hertie-Stiftung auch an internationalen Kommunikationsformaten wie Falling Walls und wird ihre entsprechenden Initiativen ausbauen.

Das Hertie-Zentrum für Neurologie und das Hertie Institute for AI in Brain Health in Tübingen wachsen weiter und sind auf Erfolgsspur. Herzlichen Glückwunsch auch an dieser Stelle allen, die an den beiden Instituten forschen, für große Erfolge bei internationalen Auszeichnungen und dem jüngsten Exzellenzwettbewerb. Die Universität Tübingen gehört bundesweit zur Spitze der Hochschullandschaft und unsere Institute tragen dazu bei.

Dieser Jahresbericht gibt Ihnen einen Einblick in das breite Spektrum der Projekte und Initiativen im Jahr 2025. Ich danke allen im Stiftungsteam in Frankfurt, Berlin und Tübingen, die dazu beigetragen haben und wünsche Ihnen eine gute Lektüre.

Annette Schavan

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