#FehlerkulturChallenge

Eine Initiative der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung

Warum die Politik einen anderen Umgang mit Fehlern braucht.

In der Politik ist es oft schwer und manchmal unmöglich, offen über Fehler zu sprechen. Politikerinnen und Politiker, die Fehler eingestehen, müssen häufig viel Spott und Häme über sich ergehen lassen, vor allem in den Sozialen Medien. Die politische Konkurrenz und viele Medien lassen keine Gelegenheit verstreichen, Schwächen und Versäumnisse zu skandalisieren. Das wirkt abschreckend auf viele Menschen, die über politisches Engagement nachdenken und führt zu Prozessen, die oft einseitig auf Fehlervermeidung und -vertuschung ausgerichtet sind. Dabei würden viele Missstände schneller behoben und Verbesserungsmöglichkeiten eher genutzt, wenn sich in der Politik wie in Teilen der Wirtschaft eine Kultur verankern ließe, zu der auch Scheitern, Neuanfänge und das öffentliche Lernen aus Fehlern gehören würden.

Leider können derzeit coronabedingt keine öffentlichen Veranstaltungen stattfinden. Auch die von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung geplante „Fuckup-Night für die Demokratie“ musste verschoben werden. Deshalb hat die Stiftung stattdessen Politikerinnen und Politiker eingeladen, gemeinsam in den Sozialen Medien eine #FehlerkulturChallenge zu starten und so einen virtuellen Austausch über einen lernenden Umgang mit Fehlern in der Politik zu befördern.

    Zur #FehlerkulturChallenge auf Twitter

    Essay beim Tagesspiegel von Projektleiter Christoph Seils über die fehlende politische Fehlerkultur

    Teilnehmer der FehlerkulturChallenge bisher:

    Aminata Touré, Vizepräsidentin des Landtags in Schleswig-Holstein, Bündnis 90/Die Grünen

    Nadine Schön, Bundestagsabgeordnete, CDU

    Patrick Dahlemann, Chef der Staatskanzlei Mecklenburg-Vorpommern, SPD

    Danyal Bayaz, Finanzminister Baden-Württemberg, Bündnis 90/Die Grünen

    Agnieszka Brugger, Stellvertr. Fraktionsvorsitzende. Bündnis 90/Die Grünen

    Wie haben Politikerinnen und Politiker gebeten, in einem mit dem Smartphone selbstgedrehten Video von maximal zwei Minuten Länge folgende Fragen zu beantworten:

    1. Gibt es eine politische Entscheidung oder politische Handlung, von der Sie rückblickend sagen würden, sie war falsch?
    2. Was haben Sie aus dem gemachten Fehler gelernt?
    3. Wie kommt die Politik insgesamt zu einer anderen Fehlerkultur?

    Darüber hinaus haben wir die Politikerinnen und Politiker gebeten, am Ende des Videos oder in einem Tweet jemanden zu nominieren, sich an der Fehlerkultur-Challenge zu beteiligen.

    Die Gemeinnützige Hertie-Stiftung will sich im Rahmen ihres Projekts „Beruf:Politik“ in Zukunft intensiv mit dem Thema Fehlerkultur in der Politik widmen und mit Politikerinnen und Politikern folgende Fragen diskutieren: Wie lässt sich in der Politik eine andere Fehlerkultur etablieren? Wie können Politikerinnen und Politiker zu einem konstruktiven Umgang mit Fehlern kommen? Kann ein anderer Umgang mit Fehlern langfristig die Demokratie stärken?

    „Fallen lernen“ – Warum die Politik eine andere Fehlerkultur braucht. Eine Fuck-Up Night für die Demokratie

    Sobald es die Entwicklung der Corona-Pandemie zulässt, wird die Veranstaltung im artloft.berlin  nachgeholt. Alle Beteiligten haben uns versichert, dass sie auch für eine Neuauflage der „Fuckup-Night für die Demokratie“, in der ähnlich wie in Teilen der Digitalwirtschaft der offensive Umgang mit Fehlern gefeiert werden soll, zur Verfügung stehen. Wir freuen uns also darauf, dass wir

    • Dorothee Bär (stellvertretende CSU-Vorsitzende, stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion)
    • Agnieszka Brugger (Bündnis 90/Die Grünen, stellvertretende Vorsitzende der Bundestagsfraktion)
    • Klaus Lederer (Die Linke, Berliner Kultursenator und Mitglied des Abgeordnetenhauses)
    • Johannes Vogel (FDP, Stellvertretender Parteivorsitzender und Mitglied des Bundestages)
    • Armand Zorn (SPD, Mitglied des Bundestages)
    • Martin Fuchs (Politikberater und Digitalexperte)

    schon bald zu einem offenen und persönlichen Gespräch über politische Fehler sowie einem konstruktiveren und lernenden Umgang mit Fehlern begrüßen können.

    Wenn Sie darüber informiert werden wollen, wann die Veranstaltung stattfindet, melden Sie sich bitte hier an:

    Martin Fuchs fordert in seinem Beitrag für das Buch "Demokratieverstärker. 21 Ideen für das 21. Jahrhundert" einen anderen Umgang mit Fehlern speziell für den Politikbetrieb.