Hertie-Preis und Förderung

Wir vergeben den Hertie-Preis und verschiedene Förderungen an Individuen, Verbände und Initiativen im Bereich der Multiplen Sklerose und anderen Erkrankungen des Nervensystems.

UNTERSTÜTZUNG UND FÖRDERUNG BEI MULTIPLER SKLEROSE

Die Stiftung fördert und unterstützt Menschen und Initiativen im Bereich der Multiplen Sklerose mit dem Hertie-Preis, über Förderungen oder mit Einzelfallhilfe. 

Einzelfallhilfe mit dem Caritasverband

Seit 2009 arbeitet die Hertie-Stiftung mit dem Caritasverband zusammen, der seit vielen Jahren und durch viele Kooperationen mit anderen Organisationen Erfahrung in der Vergabe von Mitteln an hilfsbedürftige Einzelpersonen hat. Für die Hertie-Stiftung betreut der Caritasverband Frankfurt e.V. die Einzelfallhilfen für MS-Erkrankte. Pro Jahr stehen jeweils rund 100.000 Euro zur Verfügung. Einzelne MS-Betroffene in finanzieller Not können einen Antrag auf finanzielle Unterstützung stellen. 

Die Beantragung einer Einzelfallhilfe für Multiple-Sklerose-Erkrankte erfolgt bitte direkt beim Caritasverband Frankfurt e.V.. Bitte wenden Sie sich dazu an Frau Martina Blancke. Auf der Website des Caritasverbands finden Sie die Kontaktdaten sowie weitere Informationen zum Antragsverfahren und die Unterlagen zum Herunterladen.

Hertie-Preis für Engagement und Selbsthilfe

Mit dem Engagement-Preis würdigt die Stiftung Aktionen von Einzelpersonen oder Selbsthilfegruppen zugunsten neurodegenerativ oder MS-Erkrankter. Die Aktivitäten sollen möglichst kreativ, ungewöhnlich oder durch einen besonderen Zusammenschluss von unterschiedlichen Menschen geprägt sein. Die Größe des Projekts ist dabei weniger entscheidend als der Einsatz der Agierenden.

Unter den bisherigen Preisträgern ist etwa eine MS-Betroffene, die gemeinsam mit einem Fotografen Menschen portraitiert, die mit MS leben.

In einem anderen Projekt werden Demenzerkrankte regelmäßig auf Bauernhöfe begleitet, um an die Spuren ihrer Kindheit erinnert zu werden. Prämierte Hertie-Preis-Aktionen schauen über den Tellerrand, ermutigen Menschen, bauen Vorurteile ab und schaffen idealerweise Aufmerksamkeit für die Erkrankungen.

Im Jahr 2020 hat die Corona-Krise viele dieser aktiven Menschen beeinträchtigt. Die Hertie-Stiftung ruft daher in diesem besonderen Jahr zusätzlich Menschen zur Bewerbung auf, deren Projekt und Engagement im Rahmen der Krise entstanden ist oder aufgrund der neuen Umstände eine wichtige Bedeutung bekommen hat.

Der Hertie-Preis für Engagement und Selbsthilfe ist mit 25.000 Euro dotiert und wird in der Regel auf mehrere Ausgezeichnete verteilt.

Hertie-Preis 2020

Die Ausschreibung für den Hertie-Preis für Engagement und Selbsthilfe für 2020 ist  beendet! Wir bedanken uns herzlich bei allen Bewerberinnen und Bewerbern!

Die Jury:

  • Ein Vertreter der Hertie-Stiftung 
  • Ein Vertreter der Deutschen Alzheimer Gesellschaft 
  • Ein Vertreter der DMSG 
  • Ein Vertreter der Deutschen Parkinson-Vereinigung 
  • Eine im Journalismus tätige Person

Die Gewinner des Hertie-Preises

Hertie-Preis für Engagement und Selbsthilfe 2020

PANGEA.unique dance e.V.

PANGEA.unique dance e.V. ist ein seit über zehn Jahren bestehendes Tanzensemble von Frauen, die an Multiple Sklerose erkrankt sind. Sie alle verbindet das Tanzen als große Leidenschaft. Darüber hinaus hilft ihnen das gemeinsame Tanzen dabei den Balanceakt, den ein Leben mit MS manchmal bedeutet, zu bewältigen. Zugleich fördert die Bewegung neben der Mobilität und Koordinationsfähigkeit auch das Selbstvertrauen.

In guten Zeiten trifft sich die Gruppe jede Woche mit ihrer Trainerin in Potsdam, gefolgt von einem Zusammensein im Café. Die Corona-Pandemie ließ anfänglich eine Lücke entstehen - die kurzerhand mit viel Engagement gefüllt wurde. In den virtuellen Raum verlegt und mit Hilfe von Handy und Laptops wird jetzt im heimischen Wohnzimmer getanzt. Tanzen mit DIS...TANZ. 

Deutsche Parkinsonvereinigung e.V. (DPV) | Smartphone-App Parkinson-Rehasport@Home  

Morbus Parkinson zählt mit mehr als 350.000 erkrankten Menschen in Deutschland zu den häufigen Erkrankungen des Zentralnervensystems. Die Betroffenen leiden u.a. unter einer abnehmenden Beweglichkeit. Ein regelmäßiges körperliches Training spielt im Hinblick auf Selbstbewusstsein und Teilhabe eine große Rolle. 

Die Erlanger Selbsthilfegruppe der Deutschen Parkinsonvereinigung e.V. (DPV) hat gemeinsam mit dem Rehasporttherapeuten Dr. Heiko Gaßner von der Universitätsklinik Erlangen ein umfassendes Trainingsprogramm speziell für Parkinsonbetroffene entwickelt. Zusätzlich zu einer ambulant stattfindenden Bewegungstherapie wurden online abrufbare Videos für das Training zuhause erstellt. Parallel dazu wird die Smartphone-App "Parkinson-Rehasport@Home" entwickelt. Gerade während der Corona-Pandemie, in der eine regelmäßige Physiotherapie nicht möglich ist, hilft den Betroffenen dieses hybride Reha-Programm, ihr Training aufrechtzuerhalten und miteinander in Kontakt zu bleiben. 

Alzheimer Gesellschaft Braunschweig e.V. | Smartphone-App SmartBegleiter

Menschen mit einer Demenz haben im Laufe ihrer Erkankung zunehmend Schwierigkeiten, komplexe Vorgänge nachzuvollziehen. So ist z.B. die Nutzung einer herkömmlichen Smartphone-App mit Schwierigkeiten verbunden, weil zu viele Details beherrscht werden müssen. 

Um ihnen auch auf längere Sicht eine bessere Orientierung in ihrem Lebensumfeld zu geben, hat die Alzheimer Gesellschaft Braunschweig e.V. die App SmartBegleiter für Menschen mit einer beginnenden Demenz entwickelt. Mit ihr erhalten sie z.B. Hilfe bei der Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs. Vertrauenspersonen können über ein Internetportal Termine und Beschreibungen erstellen, welche automatisch auf das Smartphone des Betroffenen übertragen und dort u.a. als Audionachrichten mit der Stimme des vertrauten Absenders gesprochen werden. Für die Kennenlernphase der App wird den Betroffenen eine Assistenzperson zur Seite gestellt. So soll über dieses Projekt auch das soziale Engagement, speziell von jungen Menschen, gefördert werden.  

Hertie-Preis für Engagement und Selbsthilfe 2019

F.U.MS-NRW

„Fuck U MS NRW“ (F.U.MS-NRW) ist ein Angebot für junge Menschen mit MS, das in Deutschland seit 2013 existiert. Daniel Bunk, selbst an MS erkrankt, und sein Kollege Nils Klein, beide Mitarbeiter in einem Musikmagazin, verwirklichten mit F.U.MS ihre eigene Vision von Selbsthilfe. F.U.MS NRW hat seine Wurzeln in Kanada. Aaron Solowoniuk, Schlagzeuger der Rockband Billy Talent, ist selbst an MS erkrankt und hat F.U.MS in Kanada bereits 2006 ins Leben gerufen.

F.U.MS-NRW gibt umfassende Informationen über die Erkrankung und ihre Folgen und fördert den Austausch mit anderen Betroffenen vor allem in den sozialen Medien. F.U.MS ist eine überregionale interaktive und virtuelle Kontaktgruppe. F.U.MS engagiert sich auch sehr stark im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit und Aufklärung rund um das Thema Multiple Sklerose, etwa mit einem großen Konzert in 2018 und einem YouTube-Kanal, der Mitglieder der Community vorstellt.

Website: fums-nrw.org

Alzheimer Gesellschaft Baden-Württemberg e.V. | Selbsthilfe Demenz

Menschen mit Demenzerkrankung neigen dazu, im Laufe ihrer Erkrankung ihren Orientierungssinn zu verlieren und sich auch in bekannter Umgebung zu verlaufen und hilflos zu sein. Um dieses Problem einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, hat die Alzheimer Gesellschaft Baden-Württemberg e.V. auf Initiative des Innenministeriums und der Polizei einen Arbeitskreis gebildet. Ergebnis des Arbeitskreises aus Fachkräften rund um die Thematik ist eine Informationsbroschüre und -kampagne mit dem Titel „Ich will nach Hause – vom Hin- und Weglaufen“. Die aufwändig und fröhlich gestaltete illustrierte Broschüre stellt eine praxiserprobte Hilfestellung für Angehörige dar, fördert die Autonomie der Betroffenen und kann gleichzeitig die Problematik des Weglaufens von Demenzerkrankten einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen.

Zukünftig sollen weitere Multiplikatoren in die Kampagnenarbeit eingebunden werden, um eine noch größere Reichweite in der Bevölkerung zu erzielen. Zudem soll eine technische Beratung zur Entwicklung von Ortungsgeräten für den Zweck erfolgen, demenzerkrankten Menschen eine größere Autonomie zu ermöglichen.

Website: alzheimer-bw.de

Junge Parkinsonkranke RLP-Süd, „Parkinson verstehen“

Über junge Parkinsonkranke und ihre Probleme ist wenig bekannt, obwohl die Erkrankung in ihrem Leben vor allem dann eine wichtige Rolle spielt, wenn sie Familienplanung, Karriere und Partnerschaft noch vor sich haben oder mitten drin sind.

Um Betroffene, Angehörige und vor allem auch Kinder von Parkinsonerkrankten über die Krankheit, ihre Folgen und ihre Eigenheiten zu informieren und ihnen Mut zu machen, hat es sich die Selbsthilfegruppe JuPa RLP-Süd zur Aufgabe gemacht, facettenreiche und multimediale Informationsangebote zu erstellen und zu verbreiten. In Workshops mit Kindern und Jugendlichen werden unterhaltsame Animationsfilme rund um Parkinson entwickelt, auf Internetportalen werden junge Menschen angesprochen und mit Newslettern regelmäßig und unterhaltsam informiert.

Website: jupa-rlp.de

Hertie-Preis für Engagement und Selbsthilfe 2018

Bruno Schmidt und sein Verein ALS-Alle Lieben Schmidt e.V.

Bruno Schmidt ist passionierter Radfahrer. Im Dezember 2014 wurde bei ihm die Diagnose einer Amyotrophen Lateralsklerose (ALS) gestellt. Zwei Jahre später gründete er seinen Verein ALS – Alle lieben Schmidt e.V. als Selbsthilfeverein für Menschen, die an dieser unheilbaren Krankheit leiden. Herr Schmidt hat es sich zur Aufgabe gemacht, Betroffene und deren Familien zu unterstützen und ihnen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Trotz seiner Krankheit möchte er für die Erkrankung des motorischen Nervensystems Aufmerksamkeit schaffen und organisiert Veranstaltungen wie z.B. die Tour de ALS 2017, um Spenden zu sammeln.

Die 7.500 Euro Preisgeld sollen die Projektarbeit fördern und die Vernetzung der verschiedenen ALS-Selbsthilfe Initiativen in Nordrhein-Westfalen unterstützen. Weiterhin steht die Förderung von ALS-Ambulanzen im Vordergrund.

Frau Dorothea Dattenberger

Seit 2015 betreibt die Künstlerin und Diplom-Sozialpädagogin Dorothea Dattenberger ein offenes Atelier im MS-Pflegeheim "Haus der Freunde" . Dort ermöglicht sie den Bewohnern, sich trotz extrem starker Einschränkungen bei weit fortgeschrittener Multiple Sklerose kreativ auszudrücken. Jeder kann sich im Atelier gemäß seiner Vorstellung und Möglichkeiten einbringen. Dies ist eine einzigartige Gelegenheiten für die Betroffenen, Selbstwirksamkeit zu erleben. Die Bewohnerinnen und Bewohner erfahren so Gemeinschaft, Austausch sowie positives und oft auch humorvolles Feedback zu ihren Arbeiten.

Kooperation Bauernhöfe für Menschen mit Demenz 

Das Kompetenzzentrum Demenz der Alzheimer Gesellschaft Schleswig-Holstein e.V. hat auf der Suche nach innovativen Ansätzen, um Versorgungslücken im ländlichen Raum zu schließen, die Kooperation Bauernhöfe für Menschen mit Demenz mit der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein vereinbart. Sie hat zum Zweck, Menschen mit Demenz Zeit auf Bauernhöfen zu ermöglichen. Da viele Menschen in der Nachkriegszeit auf dem Land aufgewachsen sind, verbinden sie mit dem Leben auf einem Bauernhof oft angenehme Erinnerungen. Durch Naturerlebnisse, Kontakt mit Tieren und typischen Geräuschen und Gerüchen werden Momente des Wohlbefindens geschaffen. Die Betroffenen werden, je nach Wunsch und Können, in den Tagesablauf auf den Höfen einbezogen oder sind einfach nur vor Ort in der Gruppe oder auch in Einzelbetreuung.

Hertie-Preis für Engagement und Selbsthilfe 2017

Spurwechsel

Seit Anfang 2016 arbeiten die MS-Betroffene, Texterin und Interviewerin Anke Breuer und der Fotograf Markus Paulußen an ihrem Foto-Text-Projekt Spurwechsel. Dabei gelingt es ihnen in ihrer Fotoausstellung, die 1.000 Gesichter der MS in Form von tatsächlichen Gesichtern und Geschichten auf eindrucksvolle Art und Weise darzustellen. Alle Texte und Collagen sind auch auf der Homepage www.spurwechsel-ms.de zu sehen. Mit dem Preisgeld in Höhe von 7.500 Euro soll eine zweite Ausstellung sowie die Ausweitung des Projektes auf das Ausland finanziert werden.

Radfahrlust

Seit 10 Jahren organisiert Klaus Vock, Leiter der Darmstädter Selbsthilfegruppe Radfahrlust und selbst MS-Betroffener, jährlich Radtouren für MS-Erkrankte. Gleichgesinnte schwingen sich in den Sattel von speziellen Liegedreirädern und radeln mehrere Tage durch den Südwesten Deutschlands und sogar in die Nachbarländer. MS-Betroffenen soll über das Radfahren wieder Spaß an Bewegung, fröhlicher Austausch und eine gute Zeit ermöglicht werden. Die Räder werden den Teilnehmenden dabei größtenteils kostenlos zur Verfügung gestellt. Das Preisgeld in Höhe von 7.500 Euro wurde für eine Tour verwendet, die unter dem Motto Freiheit, Teilhabe, Toleranz in und um Berlin stattfand.

Münchenstift

Das Alfons-Hofmann-Haus des Münchenstifts gewährleistet seit 2008 eine Eins-zu-Eins-Betreuung von MS-Betroffenen. Die Pflegeeinrichtung gehört damit zu den wenigen, die speziell für MS-Erkrankte aufgestellt sind. Zahlreiche Ehrenamtliche kümmern sich engagiert um jeden einzelnen Bewohner und unterstützen auch bei Gruppenveranstaltungen wie Lesungen, Festen und anderen Unternehmungen. Daneben bilden sie sich – ebenfalls ehrenamtlich – in den Stift-eigenen Schulungen fort. Ziel ist, den Bewohnern durch gute Pflege und Versorgung, aber auch eine gute psychosoziale Begleitung, ein gutes Leben zu ermöglichen. Vom Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro möchten die Ehrenamtlichen des Münchenstifts einen Pavillon, neue Terrassenmöbel und einen großen Grill für die beliebten Grillabende im Sommer anschaffen und Ausflüge finanzieren.

Hertie-Preis für Engagement und Selbsthilfe 2016

NCL-Stiftung
NCL (Neuronale Ceroid Lipofuszinose) ist eine Stoffwechselerkrankung des Gehirns, die ähnlich wie der Morbus Alzheimer ein schrittweises Absterben von Nervenzellen verursacht. Betroffen sind jedoch Kinder, die oftmals schon im Grundschulalter erkranken und nur selten ihr 30. Lebensjahr erreichen. Denn NCL gehört zu den seltenen und tödlich verlaufenden Erkrankungen, für die es bislang kaum Therapiemethoden und kein Heilmittel gibt. Seit 2002 setzt sich deshalb die NCL-Stiftung für die Erforschung der sogenannten Kinderdemenz ein, hat Forschungskooperationen initiiert sowie Forschungspreise- und Stipendien vergeben.
Ein weiteres großes Ziel der Stiftung ist die Aufklärung über Symptome und Verlauf von NCL. In diesem Zusammenhang wurde das Schulprojekt „NCL macht Schule“ in Hamburg initiiert. Ziel ist, gerade die jüngeren Generationen auf die Problematik von seltenen Erkrankungen aufmerksam zu machen. Das Projekt ist modulartig aufgebaut und kann ergänzend zum Biologieunterricht der gymnasialen Oberstufe eingesetzt werden. Neben theoretischen Grundlagen bekommen die Schülerinnen und Schüler unter anderem Einblicke in die praktische Arbeitsweise eines medizinischen Labors und können Analysemethoden und Diagnostik im Rahmen eines Schülerlabors selbst erproben und durchführen.
Die Jury des Hertie-Engagementpreises würdigt insbesondere das Schulprojekt der NCL-Stiftung, das Theorie und Praxis miteinander verbindet und Schülerinnen und Schüler weiter für das Thema seltener Erkrankungen sensibilisiert. Die Hertie-Stiftung honoriert dieses Engagement mit einem Preisgeld in Höhe von 12.500€ und unterstützt damit die weitere Umsetzung von „NCL macht Schule“.

Theaterpädagogisches Zentrum Sachsen e.V.
Ein Leben mit Demenz konfrontiert Betroffene wie Angehörige mit einer Reihe von Herausforderungen, schmerzlichen Erfahrungen und Einschränkungen – auch eine vollwertige Teilhabe am gesellschaftlichen und kulturellen Leben ist für Demenzkranke oftmals nicht mehr möglich. Dem wollten Walter Henckel und Dirk Strobel vom Theaterpädagogischen Zentrum Sachsen e.V. entgegenwirken und haben das Theaterstück „Die Väter“ initiiert und umgesetzt. Das Stück richtet sich speziell an Demenzerkrankte, Angehörige und Senioren in Pflegeeinrichtungen und greift nicht nur thematisch typische Situationen und Probleme auf, sondern ist auch in Art und Weise der Inszenierung auf die kognitiven Möglichkeiten der Zielgruppe abgestimmt. So sind einzelne Szenen nicht länger als 10 Minuten und das Stück wird in den Pflegeeinrichtungen selbst aufgeführt. Rund um Dresden wurde „Die Väter“ in diesem Jahr bereits mehrfach gezeigt, weitere Aufführungen sowie ein Stückwettbewerb sind in Planung.
Die Jury des Hertie-Engagementpreises würdigt die erstmalige Entwicklung und Umsetzung dieser zielgruppenorientierten Theaterform mit einem Preisgeld von 7.500€ und schätzt insbesondere die Zielsetzung des Projekts – nämlich Demenzkranken und ihren Angehörigen sowie Senioren in Pflegeeinrichtungen die Teilhabe an kulturellen Angeboten weiterhin zu ermöglichen.

DPV Regionalgruppe Bad Segeberg & das Projekt „Segeberger Symposien“
Schon zum dritten Mal initiiert Bernd Braun die Segeberger Symposien, die unter dem Motto „Medizin trifft Kunst“ stattfinden. Bernd Braun, seit 2005 an Parkinson erkrankt, weiß, dass die Krankheit ihre Betroffenen nicht nur mit körperlichen Einschränkungen konfrontiert, sondern im Krankheitsverlauf auch psychologische Begleiterscheinungen wie Angst und Depressionen auftreten können. Das Symposium bietet Workshops zu Tanz, Musik, Gesang und Theater an, in denen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer selbst die aktivierende Wirkung von Musik erleben können. Ziel der Workshops ist es, Betroffene nicht nur in physiologischer Hinsicht zu motivieren, sondern auch Raum für gemeinsames Erleben und gegenseitigen Austausch zu bieten.
Die Jury des Hertie-Engagementpreises würdigt insbesondere den kreativen Einsatz, mit dem die Segeberger Symposien initiiert wurden und fördert mit einem Preisgeld von 5.000€ ihren Fortbestand.

Hertie-Preis für Engagement und Selbsthilfe 2015

BAER - Mentoring-Projekt für Kinder und Jugendliche mit Multipler Sklerose
Wie bei anderen schweren Krankheiten im Kindesalter empfinden die meisten Kinder mit juveniler MS die Diagnose regelrecht als Verlust ihrer Kindheit. Besonders, da die MS zu den vergleichsweise seltenen Erkrankungen zählt, tausend verschiedene Gesichter hat und dadurch besonders schwer zu diagnostizieren ist. Despina Sivitanides-Middelmann, selbst als Jugendliche an MS erkrankt und mit dem Spießrutenlauf vertraut, setzt sich als Erwachsene heute mit dem Projekt BAER für diese Kinder ein. BAER steht für Barrierefreiheit, Alltagsunterstützung, Erlebnisreichtum und Respekt – vier Säulen eines ehrenamtlichen Projekts, mit denen Kinder und Jugendliche auf ihrem schwierigen Krankheitsweg von Mentoren unterstützt werden. Aufklärung von Fragen zur chronischen Erkrankung, Begleitung bei administrativen Vorgängen und Alltägliches wie „Pieks-Hilfen“ sollen für die Betroffenen langfristig den Weg in die Selbständigkeit bereiten. Projektträger bei der Ausbildung der Mentoren ist die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft in NRW (zum Projekt).
Die Jury des Hertie-Engagementpreises würdigt bei dem Projekt die Kreativität und den persönlichen Einsatz von Frau Sivitanides-Middelmann, die u.a. auch mit der Aktion Lesend helfen des Esch Verlags kooperiert und die prominente Comedy-Größe Annette Frier als Fürsprecherin gewann. Die Hertie-Stiftung honoriert dieses vorbildliche Engagement mit einem Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro.

Demenz-Servicezentrum NRW für Menschen mit Zuwanderungsgeschichte der AWO
Menschen mit Demenzerkrankungen verlieren ihr Kurzzeitgedächtnis und ihre Erinnerungen beschränken sich zunehmen auf Kindheit und Jugend. Bei Zuwanderern bedeutet dies oft sowohl den Verlust der Zweitsprache als auch Erinnerungen an die neue Kultur – eine Herausforderung für Angehörige und Pflegepersonal. Das Demenz-Servicezentrum NRW für Menschen mit Zuwanderungsgeschichte (www.demenz-und-migration.de/) stellt bedarfsgerechte Unterstützungsangebote für Betroffene bereit. So gibt es muttersprachliche Beratungen in Russisch und Türkisch (die statistisch größten Zuwanderergruppen in der Altersklasse), Austausch mit Fachkräften aus diesen Herkunftsländern, Entwicklung kultursensibler Materialien wie Karten mit Sprichwörtern und vieles mehr. Ein aktuelles Großprojekt war der Dreh des Dokumentarfilms „Uns bleibt die Liebe“ von und für Demenzerkrankte (in Kooperation mit Medienprojekt Wuppertal e.V.). Der Film in russischer Sprache mit deutschen Untertiteln portraitiert den Lebensalltag in den Familien, klärt auf und sensibilisiert für das Thema, dass in unserer Migrationsgesellschaft künftig zunehmend aktueller wird.
Die Jury des Hertie-Engagementpreises würdigte besonders den innovativen Ansatz eines Dokumentarfilms von und für Demenzerkrankte mit Zuwanderungsgeschichte und den Modellcharakter für weitere Initiativen dieser Art. Die Hertie-Stiftung honoriert dieses vorbildliche Engagement mit einem Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro.

Berufskolleg Stadtmitte in Mühlheim an der Ruhr in Zusammenarbeit mit der Alzheimer Gesellschaft Mühlheim e.V.
Am Berufskolleg Mühlheim gibt es einen Bildungszweig für das Sozial- und Gesundheitswesen. Während ihrer Ausbildung erfahren die Teilnehmer viel über Demenz, ein Krankheitsbild, um das künftige Alten- oder Krankenpfleger nicht herumkommen. Auf Initiative zweier Jugendlicher (Sarah Lohkamp und Lucca Thannheimer) hat sich im Jahr 2014 eine ganze Schülergruppe gefunden, die das Erlernte in der Praxis erproben wollte, aber weit über den Schulalltag hinaus Motivation zeigte. Die engagierten jungen Leute fragten bei der Alzheimer Gesellschaft in Mühlheim nach Teilnahmemöglichkeiten und brachten sich bald nicht nur aktiv in vorhandene Programme ein, sondern entwickelten mit großem Einsatz eigene konzeptionelle Ideen. Die Schüler beteiligten sich an der Betreuung Demenzkranker, unterstützten bei Vorträgen und im Austausch mit Angehörigen und erstellten kreativ Broschüren und Trainingspläne. Darüber hinaus warben sie Spenden ein, von denen sie Laptop, Kamera und Beamer anschafften, um ihre Erfahrungen zu dokumentieren und andere Schulklassen zum Mitmachen zu motivieren.

Die Jury des Hertie-Engagementpreises würdigte besonders den Mut der jungen Menschen, sich so intensiv und ohne Berührungsängste mit dem Thema Demenz auseinanderzusetzen – für 17-jährige längst nicht selbstverständlich. Die Initiative hat Modellcharakter für weitere Projekte dieser Art überall in Deutschland. Die Hertie-Stiftung honoriert dieses vorbildliche Engagement mit einem Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro.

mitMiSsion

Die Gemeinnützige Hertie-Stiftung schreibt jährlich die Initiative mitMiSsion aus, mit der sie die Entwicklung und Realisierung sozialer Projekte im Bereich der Erkrankung Multiple Sklerose fördert. Für das Jahr 2021 wird mitMiSsion zum insgesamt neunten Mal ausgeschrieben. Es werden insgesamt bis zu 375.500 € für die Gestaltung und Umsetzung zukünftiger Vorhaben zur Verfügung gestellt. Kooperationen werden begrüßt, sind aber keine Bedingung. Die Ausschreibung für mitMiSsion 2021 finden Sie hier.

Beantragt werden können:

  • Pilotprojekte – zur erstmaligen Umsetzung neuer Ideen, welche im Falle eines Erfolgs ausgeweitet werden sollen.
  • Transferprojekte – zur Ausweitung bereits bestehender Projekte (auch solche ohne vorherige Finanzierung durch die Hertie-Stiftung) - z.B. eine Kooperation mit weiteren Partnern, ein überregionaler Ausbau oder eine Einbeziehung weiterer Zielgruppen u.v.m.
  • Klein- und Regionalprojekte – z.B. Veranstaltungen, lokal begrenzte Aktionen u.v.m.

Für Pilot- und Transferprojekte muss ein Projektplan mit Nennung der Ziele zu Aufbau-, Umsetzungs- und Verstetigungsphase eingereicht werden. Für diese Projekte wird eine Verwaltungspauschale (10% der Projektkosten) gewährt.

Bewerben können sich Selbsthilfeverbände, karitative Einrichtungen und andere gemeinnützige Verbände und Gruppen. Nicht-gemeinnützige Institutionen (z.B. Firmen) können Kooperationspartner eines Bewerbers sein; ihr finanzieller Beitrag darf jedoch 30% der Gesamtkosten nicht übersteigen.

Projektvorschläge für die Ausschreibung des laufenden Jahres können unter Angabe folgender Punkte bis zum 15. März 2021 eingesandt werden:

  1. Name und Adresse aller beteiligten Antragssteller (mit Nennung eines Ansprechpartners)
  2. Titel des Vorhabens
  3. Beantragte Gesamtsumme (das Mindestfördervolumen beträgt 5.000 €), welche – sofern es sich um ein Pilot- oder Transferprojekt handelt - die oben genannte Verwaltungspauschale bereits enthält.
  4. Laufzeit (zwischen 3 und 36 Monaten, frühester Start im Juli 2021)
  5. Kurzgefasste Beschreibung des Vorschlags
  6. Angabe von Gesamtprojektzielen und nachhaltiger Finanzierungsplanung, einschl. Planung für die Zeit nach der Förderung

Die Entscheidung über eine Förderung wird von einer Jury getroffen.

mitMiSsion 2021

Alle Antragskriterien und wichtigen Informationen finden Sie in folgendem PDF:

Ausschreibung mitMiSsion 2021

Die bisherigen Förderprojekte

2020

Funktionstraining in Hessen
DMSG Landesverband Hessen e.V. in Kooperation mit der Hochschule Fresenius

Ausweitung des Angebots an MS-spezifischen Sportangeboten durch Aus- und Weiterbildung von Funktionstrainern und Implementierung weiterer Trainingsgruppen 

Psychologische Hilfen in der Krise
DMSG Landesverband Schleswig-Holstein e.V. in Kooperation mit dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Klinik für Neurologie

Angebot an zeitnahen Akuthilfen bei psychologischen Krisen für MS-Erkrankte in Schleswig-Holstein

Personalisiertes Informationsangebot für MS-Erkrankte und Angehörige
DMSG Bundesverband e.V. und alle Landesverbände

Entwicklung einer digitalen Lösung, welche MS-Betroffene an sie individuell angepasste Informations- und Hilfsangebote liefert 

Digitale MS-Schreibwerkstatt
DMSG Landesverband Saarland e.V.

Etablierung und Durchführung einer digitalen Schreibwerkstatt für MS-Erkrankte

2019

Die vergessenen Kranken - Selbsthilfe für Schwererkrankte 
DMSG Landesverband NRW e.V. und weitere Landesverbände (Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, NRW, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen und Thüringen)

Ermöglichung der aktiven Selbsthilfe von Schwererkrankten durch gezielte persönliche Ansprache und Errichtung eines deutschlandweiten Netzes aus ehren- und hauptamtlichen Selbsthilfemitarbeitenden, die als Ansprechpartner eingesetzt werden

Gemeinsam Neue Wege gehen - Projekt für Neuerkrankte
DMSG Landesverband NRW e.V. in Kooperation mit dem Landessportbund NRW e.V. und dem Bottroper Sportbund e.V.

Stufenprogramm aus Motivation und persönlichem Coaching, speziell für Neuerkrankte, um langfristig den Umgang mit der Krankheit zu erleichtern und nach der Diagnose Multiple Sklerose durch Sportangebote Mut zu geben und Perspektiven zu eröffnen

2018

Kinder und Familienfreizeiten für MS-Erkrankte und Familienmitglieder
DMSG Landesverband Schleswig-Holstein e.V. und weitere Landesverbände (Hamburg und Niedersachsen)

Ausrichtung von Familien- und Kinderfreizeiten zur Entlastung von Familien, in denen Mitglieder an Multipler Sklerose erkrankt sind

Plan Baby bei MS - Unser Kind muss laufen lernen!
DMSG Landesverband NRW e.V. und alle Landesverbände, sowie der Bundesverband

Qualifizierung der Mitarbeitenden durch Intervision und Schulungen, Ausbau der Netzwerke und der öffentlichen Sichtbarkeit des Projekts 

Implementierung von Funktionstrainings in der DMSG Hessen
DMSG Landesverband Hessen e.V. in Kooperation mit der Hochschule Fresenius

Entwicklung und Implementierung eines Programms zu MS-spezifischen Sportangeboten, welches MS-Betroffenen flächendeckend zur Verfügung stehen soll

2017

„SmartMed“ - Diagnose und Therapiebegleitung von MS-Patienten mit Hilfe einer Smartphone-App
ScienceClub des Gymnasium Papenberg

Entwicklung der Smartphone-App “MSHealth“

Sportorientierte Kompaktschulungen für Menschen mit Multipler Sklerose 
DMSG Landesverband Saarland e.V. und weitere Landesverbände (Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, NRW, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und Thüringen) in Kooperation mit der Hochschule Fresenius

Ausbildung von weiteren MS-Betroffenen und Qualifizierung engagierter ehemaliger Teilnehmer durch Train-the-Trainer-Programme

Tandem – Erfahrung nutzen – Selbsthilfe stärken
DMSG Landesverband Niedersachsen e.V. und Landesverband Thüringen e.V.

Ausbau der Beratungsinfrastruktur für MS-Erkrankte

Grenzenlos vernetzte Sozialarbeit
DMSG Landesverband Thüringen e.V. und weitere Landesverbände (Hessen, Niedersachsen und NRW) 

Systematischer Aufbau der Zusammenarbeit zwischen DMSG und Krankenhaussozialdienst 
 

2016

Hotline: Plan Baby bei MS
DMSG Landesverband NRW e.V. und alle Landesverbände sowie der Bundesverband

Aufbau einer unabhängigen Telefonberatung für MS-Erkrankte mit Fragen zu Kinderwunsch, Schwangerschaft und Elternschaft

Beratungshotline für MS-Erkrankte zur palliativen und hospizlichen Versorgung
DMSG Bundesverband e.V. in Kooperation mit dem Zentrum für Palliativmedizin Köln

Evaluation und Weiterführung des Beratungsangebotes 

IT Plattform MS Connect
DMSG Landesverband Hessen e.V. 

Soziales Netzwerk für Mitglieder der DMSG, damit MS-Betroffene zueinander finden

Vielfältig-chronisch-engagiert
Aids-Hilfe NRW e.V., DMSG Landesverband NRW e.V. und Deutsche Rheuma Liga NRW e.V. 

Indikationsübergreifende Selbsthilfe und Diversity-Management am Arbeitsplatz.

2015

Sportorientierte Kompaktschulungen für Menschen mit Multipler Sklerose
DMSG Landesverband Saarland e.V. und weitere Landesverbände (Hamburg, Hessen, Niedersachsen, NRW, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein) in Kooperation mit der Hochschule Fresenius und der Universität des Saarlandes

Wochenendworkshops für MS-Erkrankte, in denen theoretische Hintergründe zu Sport und Training im Allgemeinen und für MS-Erkrankte vermittelt werden und trainiert wird

Aufbau eines MS-Netzwerkes für Kinder und Jugendliche Rhein-Ruhr
DMSG Landesverband NRW e.V. in Kooperation mit der MedEcon Ruhr GmbH

Netzwerk von Ansprechpersonen und Behandelnden, das dem Austausch zwischen Kindern und Jugendlichen, sowie Eltern dient

Durchführung von Empowerment-Trainings für Menschen mit Multipler Sklerose
PariSozial - gemeinnützige Gesellschaft für paritätische Sozialdienste mbH

Ganzheitliche Unterstützung von MS-Betroffenen durch gezieltes Empowerment-Training in Gruppen

Aufbau eine inklusiven Sportzentrums – ein Projekt von Betroffenen für Betroffene
DMSG Landesverband NRW e.V. in Kooperation mit dem Landessportbund NRW

Aufbau eines inklusiven Sportzentrums, welches der Vermittlung von Selbstwirksamkeit, dem Ausbau von Fähigkeiten, dem Abbau von Ängsten und Zweifeln, sowie der Verbesserung der Lebensqualität und Gesundheit von Menschen mit Handicap dient
 

2014

Community-Plattform für Mitglieder
DMSG Landesverband Hessen e.V. und weitere Landesverbände (Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Saarland) 

Plattform, die MS-Betroffenen das Anbahnen von Kontakten mit anderen Betroffenen ermöglicht 

Jobcoaching bei Multipler Sklerose - Inklusion im Arbeitsleben nachhaltig fördern
DMSG Landesverbände Hamburg, Hessen, Niedersachsen, NRW, Rheinland-Pfalz, Saarland und Schleswig-Holstein

Nachhaltige Förderung der MS-Betroffenen durch geschulte Mitarbeitende der DMSG-Landesverbände 

Aufbau und Implementierung eines Bundesweiten Hotline für MS-Erkrankte zur Palliativversorgung
DMSG Bundesverband e. V in Kooperation mit dem Zentrum für Palliativmedizin Köln

Telefonsprechstunde für schwerstbetroffene MS-Patienten und Angehörige zur Palliativversorgung durch Berater des Zentrums für Palliativmedizin 

geMeinSam aktiv - Internetbasierte Plattform zur Förderung der körperlichen Aktivität von Personen mit MS
Institut für Sportwissenschaft und Sport der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Internetbasierte Plattform für körperliche Aktivität und Training für Personen mit Multiple Sklerose, die der Förderung der körperlichen Aktivität durch Vernetzung von Betroffenen untereinander und mit Anbietern gesundheitsförderlicher, bewegungsbezogener Programme dient 

Bayernweite Koordinationsstelle für Einzelbetreuung MS-Erkrankter
DMSG Landesverband Bayern e.V. in Kooperation mit der MS-Ambulanz der Neurologischen Universitätsklinik Würzburg, der Johanniter-Unfall-Hilfe e. V. und des Zentrums für Aphasie und Schlaganfall Unterfranken

Suche und Vermittlung ehrenamtlicher Mitarbeiter, die durch organisierte Besuche von alleinlebenden und an sozialen Beziehungen verarmten MS-Betroffenen deren Vereinsamung entgegenwirken, diese vorbeugen, sowie vorhandene Ressourcen stärken

2013

Jobcoaching bei Multipler Sklerose
DMSG Landesverband NRW e.V. und weitere Landesverbände (Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Schleswig-Holstein)

Weiterbildung von Mitarbeitenden der Landesverbände zu Job-Coaches für berufstätige MS-Betroffene

Lass die Wattehülle fallen – zieh die Sportschuhe an
Landessportbund NRW e.V. und DMSG Landesverband NRW e.V.

Konzeption von Sportangeboten, welche speziell an die Bedürfnisse von MS-Betroffenen angepasst sind 

Betreuungsverbund für Menschen mit MS
DMSG Landesverband Berlin e.V.

Betreuungsmöglichkeit für mehrere MS-Betroffene in unmittelbarer Wohnraumnähe als Verbund

Ausbildung von MS-betroffenen Empowerment-TrainerInnen
Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland e.V.             

Ausbildung von behinderten und chronisch-erkrankten Personen zu Empowerment-Trainern 

Selbstbestimmt wohnen mit MS: in den eigenen vier Wänden mit Versorgungssicherheit
doMS e.V.

Unterstützung der Versorgungssicherheit von MS-Betroffenen innerhalb eines Kölner Wohnprojektes 

Entwicklung eines Schulungsprogramms für Kinder und Jugendliche mit Multipler Sklerose und deren Eltern - Strategien zur Förderung des Selbstmanagements und Übergang zum Erwachsenenalter (Transition) 
Lehrstuhl Sozialpädiatrie der Technischen Universität München 

Schulungsprogramm, welches das Ziel hat, Kinder und Jugendliche mit MS, sowie deren Eltern zu Sachverständigen für ihre Gesundheit auszubilden, die psychosoziale Belastung zu senken, die  gesundheitsbezogene Lebensqualität der Betroffenen zu steigern und die Eigenverantwortlichkeit und Autonomie im Erwachsenenalter langfristig zu fördern

Förderung der Landesverbände der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft

Seit dem Jahr 2001 besteht ein fester Vertrag mit der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG). Nach einem festgelegten Schlüssel werden die Mittel der Hertie-Stiftung an die Landesverbände der DMSG verteilt, die sich ihrerseits verpflichtet haben, damit die Betreuung und Beratung von Multiple-Sklerose-Erkrankten und die Förderung der Aktivitäten von Selbsthilfegruppen zu leisten. Im Rahmen der Zusammenarbeit hat die Hertie-Stiftung bislang mehr als 10 Mio. Euro zur Verfügung gestellt.

Mit der DMSG haben wir die größte und kompetenteste deutsche Interessenvertretung der Multiple-Sklerose-Erkrankten als Kooperationspartnerin an unserer Seite. Über die langfristige Förderung konnten in den vergangenen Jahren viele Programme gefördert werden. Hier einige Beispiele:

  • Unterstützung für Selbsthilfegruppen
  • Schulung ehrenamtlich Mitarbeitender in den Landesverbänden
  • Seminare (z. B. für Neuerkrankte)
  • Kinder- und Familienfreizeiten
  • Einstellung von Sozialarbeitenden, psychologischem Fachpersonal und anderen Beratenden

Die Beantragung von Fördermitteln für Selbsthilfegruppen – unabhängig ob sie Mitglied der DMSG sind oder nicht – kann direkt und unter Hinweis auf die Beantragung einer Unterstützung aus Fördermitteln der Hertie-Stiftung an den für sie zuständigen Landesverband der DMSG gerichtet und von diesem entschieden werden. Die Kontaktdaten der DMSG-Landesverbände finden Sie hier.

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