Jugend debattiert

Jugend debattiert ist eines der wichtigsten Programme für die sprachlich-politische Bildung in Deutschland, an fast 1.600 Schulen werden durch 11.000 geschulte Lehrkräfte jährlich über 200.000 Jugendliche erreicht. Jugend debattiert vermittelt Kompetenzen für das gute, konstruktive Streiten in einer diversen Gesellschaft: Perspektivwechsel, Respekt, Streben nach Erkenntnisgewinn, Pluralismus.

Das Programm findet als Jugend debattiert weltweit außerdem in 40 Ländern auf der ganzen Welt statt, in Zusammenarbeit mit der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen, die Jugend debattiert vor Ort operativ umsetzt. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf Europa, wo die Stiftung ein aktives Ehemaligenprogramm organisiert, um junge Europäerinnen und Europäer auch dauerhaft für eine gemeinsame, demokratische Debattenkultur zu vernetzen.

  • 2025 stand unter dem Motto „Transfer in den Alltag“: Mit der neuen Akademie für Debattenkultur, der Publikation „Debattieren als Methode der Demokratieerziehung“ und Schaudebatten, u.a. beim evangelischen Kirchentag in Hannover oder auf dem Tag der Deutschen Einheit in Saarbrücken, hat Jugend debattiert neben der bewährten Arbeit an Schulen und auf den unterschiedlichen Wettbewerbsebenen den Transfer von Debattenkompetenzen in alltägliche Situationen in den Vordergrund gestellt.

Die erste Akademie für Debattenkultur fand im Herbst 2025 im WannseeForum Berlin statt; hierfür wurden 40 Regionalsiegerinnen und Regionalsieger mit Motivationsschreiben ausgewählt, um dann in Workshops, Seminaren und Expertenrunden neue Formate zu überlegen, um das gute Debattieren aus der Schule heraus auch in der Gesellschaft und in den Lebensräumen Jugendlicher zu verankern. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten u.a. mit dem Radiomoderator Korbinian Frenzel, der Autorin Nora Bossong sowie der Regisseurin und Moderatorin Mo Asumang über ihre Projektideen für eine bessere Debattenkultur im eigenen sozialen Umfeld sprechen. Außerdem entwickelten sie eine Initiative, Speed Debating, bei der Formate aus dem Speeddating mit neuen Debattenthemen vermischt werden, um schwierige Themen mit unterschiedlichen Menschen und deren Perspektiven diskutieren zu können.

  • Die neue Publikation „Debattieren als Methode der Demokratieerziehung“ von Dr. Simon Drescher und Tim Wagner wurde veröffentlicht und allen teilnehmenden Schulen und Programmlehrkräften zur Verfügung gestellt; das Buch ergänzt bestehende Publikationen, indem es die Fragen nach dem Zusammenhang zwischen Debattenkultur und Demokratie in den Vordergrund stellt und Lehrkräften anschauliches Material bietet, um Jugendliche den Zusammenhang selbst erkunden zu lassen und sich als Botschafterinnen und Botschafter für ein besseres gesellschaftliches Gespräch zu verstehen.
  • 1.500 Schulwettbewerbe haben im Rahmen von Jugend debattiert von Flensburg bis Füssen in Aulen, Sporthallen und Klassenzimmern stattgefunden.
Zwei Gruppen Jugendlicher debattieren an zwei Pulten vor Publikum und großer Projektionswand mit Text zu nationaler Behörde gegen Desinformation
  • Die Schaudebatten auf dem Tag der Deutschen Einheit in Saarbrücken waren Teil des offiziellen Festprogramms; hier debattieren Alumni zusammen mit Politikerinnen und Politikern über die Einführung der neuen Wehrpflicht sowie die Herabsenkung des Wahlalters auf sechs Jahre.
  • Für Jugend debattiert in Europa haben wir ein neues Format zur Vernetzung der Ehemaligen aus den europäischen Wettbewerben eingeführt: den Europatag. Im Mai 2025 fand dieser in Warschau statt, im Umfeld des Landeswettbewerbs Polen und des Landeswettbewerbs Ukraine (wegen des Kriegs kann dieser aktuell nicht in der Ukraine stattfinden, sondern in der Deutschen Botschaft in Warschau). Die 20 Alumni und Alumnae aus den europäischen Wettbewerben haben in einem Workshop über die Herausforderungen für den polnischen Rechtsstaat durch die PiS-Partei gesprochen, das Museum POLIN zur Geschichte der polnischen Juden besucht und eine Paneldiskussion mit Expertinnen und Experten zur polnischen Verfassung gehört. Dieses neue Format wird künftig jährlich in einem anderen Land, angedockt an den dortigen Landeswettbewerb stattfinden und so eine Community von Alumni zusammenbringen, die gemeinsam eine demokratische Debattenkultur voranbringen wollen.
  • Jugend debattiert in Europa wirkt außerdem europäischen Missverständnissen entgegen, indem es junge Menschen mit Potenzial als zukünftige Führungskräfte verbindet. Die Einführung des Europatags und der Alumni-Vernetzung während der Europafinalwoche in Berlin ist deswegen besonders wichtig und wird seit 2025 mit neuen Seminaren zu Zivilgesellschaft und politischem Engagement ergänzt.
  • Der neue Podcast Streitcafé stellt Fragen nach einer guten Streitkultur in den Vordergrund; Jugend debattiert ist eben nicht nur eine Schulübung, sondern vermittelt fundamentale Kompetenzen für eine diverse, komplexe Gesellschaft, um Werte zu kommunizieren, einander besser zu verstehen und gemeinsame Lösungen auszuhandeln. Wir konnten u.a. mit der Moderatorin und Regisseurin Mo Asumang darüber sprechen, wie man gut mit Menschen im Gespräch bleibt, die einem Wut und Hass entgegenbringen, und mit Shai Hoffmann und Nadine Migesel, er Jude, sie Palästinenserin, die zusammen in Klassenzimmer gehen, um dort über Israel und Palästina zu sprechen. Die Relevanz von Jugend debattiert und gutem Streiten in politischen herausfordernden Zeiten ist ungebrochen und wir haben Antworten darauf entworfen.
Zum Podcast: Streitcafé Podcast Download – Der  Podcast von Jugend debattiert 
  • Youtube

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