Immer in Bewegung: Erneuerbare Energien

Annkathrin Rabe arbeitet im Erneuerbare Energien-Sektor und ist Teil von fellow & friends, dem Alumni-Netzwerk der Hertie-Stiftung.

Ein Porträt über Hertie-fellow Annkathrin Rabe

Erneuerbare Energien sind ihr Beruf und ihre Leidenschaft: Hertie-Fellow Annkathrin Rabe entdeckte früh, dass der Energiesektor sehr politisch ist.

Annkathrin Rabe bewegt sich beruflich zwischen ihrem internationalen Job im Bereich erneuerbare Energien und den vielen kleinen Verbindungen innerhalb der Netzwerke, in denen sie aktiv ist. “Wir sind Teil der Generation Y und wollen etwas machen, das sich positiv auf die Gesellschaft auswirkt. Wir suchen nach mehr Bedeutung in dem, was wir tun. Der Markt für erneuerbare Energien hat einen eben solchen positiven Einfluss, und zwar auf globaler Ebene”, erklärt sie.

Dieselbe Motivation treibt auch ihre Arbeit als Koordinatorin des Hertie Energy & Environment Network (HEEN) an: “Was ich am HEEN so liebe, ist die Freiheit und Möglichkeit, mit Hilfe der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung Dinge auf die Beine zu stellen. Die Leute dort sind wirklich großartig. Alle sind intrinsisch motiviert und es macht richtig Spaß, zusammen zu arbeiten. An der Arbeit habe ich viele Vorgesetzte, weshalb ich umso mehr die Art und Weise schätze, in der das HEEN funktioniert, nämlich holokratisch – wir empowern die Menschen ganz ohne eine hierarchische Struktur”, erzählt Annkathrin.

Seit der Schulzeit schon interessiert sich Annkathrin für europäische Belange. “Meinen Klassenkameraden habe ich den Vertrag von Lissabon erklärt”, erinnert sie sich, “weil mir eine starke Europäische Union am Herzen lag.” Folgerichtig machte sich Annkathrin auf, in Maastricht einen Bachelor in European Studies zu machen. Bald darauf begann ihr Interesse im Energiebereich Formen anzunehmen. “Der Energiesektor ist sehr politisch”, sagt sie. Annkathrin blühte im internationalen Kontext auf, zuerst in Maastricht und danach in Berlin an der Hertie School of Governance (Hertie School), an der sie einen Master of Public Policy begann.

“Die Hertie School war eine sehr gute Umgebung für persönliche Entwicklung, aber es gab damals nur wenige Veranstaltungen zum Thema Energie”, erinnert sich Annkathrin. “Also habe ich versucht, meine Hausarbeiten zu Themen rund um Energie zu schreiben.” Während ihres ersten Jahres an der Hertie School arbeitete sie in der Abteilung für europäische Angelegenheiten des Bundesverbandes der Deutschen Industrie e. V. und später für den Energiekonzern RWE im Bereich Öffentlichkeitsarbeit.

"Ich bin dafür verantwortlich, alle miteinander in Verbindung zu setzen und den Informationsaustausch zu ermöglichen. Ich stelle sicher, dass alle das Gefühl haben, unterstützt zu werden."

Nach ihrem Abschluss sammelte Annkathrin weitere Erfahrung als Beraterin bei Accenture, einem Partner der Hertie School. “Es ist hilfreich, in einer Unternehmensberatung zu arbeiten, denn du kommst mit unterschiedlichen Kunden zusammen, die dir Einblicke in unterschiedliche Geschäftsbereiche und Strategien geben”, erklärt sie.

Danach arbeitete Annkathrin bei innogy, einer Tochtergesellschaft von RWE, als Marktanalystin in der Abteilung für erneuerbare Energien: “Ich studierte die Regulierung des Energiesektors in mehreren Ländern und für diesen Job war mein Public Policy Studium perfekt.” Sie ist auch heute noch bei innogy und arbeitet momentan als Kundenmanagerin im Bereich grüne Energielösungen für internationale Unternehmen. “In der Vergangenheit waren staatliche Subventionen der Schlüssel für die Investition in Erneuerbare Energien. Die Regierung garantierte einen bestimmten Energiepreis. Heute können wir ohne Probleme einen sogenannten Stromabnahmevertrag für 15 bis 20 Jahre mit Unternehmen wie Google, Amazon oder Vodafone aushandeln, staatliche Förderung spielt dabei keine Rolle mehr,” sagt Annkathrin.

Während ihrer Zeit an der Hertie School gründete Annkathrin den Student Energy Club. Im April 2014 nahm sie dann an ihrem ersten HEEN Workshop teil. “Damals nahm ich an dem Netzwerk als Studierende teil”, sagt sie. In der Zwischenzeit fanden HEEN Workshops in Berlin, Brüssel und Bukarest statt. “Wir sind ein europäisches Netzwerk mit europäischem Fokus”, erklärt sie. Inzwischen ist sie eine der Koordinatorinnen des HEEN: “Wir rotieren mit den Aufgaben und haben jetzt ungefähr 20 Organisatoren. Irgendwann war ich sogar mal Präsidentin, aber ich fand das zu hierarchisch. Jeder bringt sich mit seinen Interessen ein”, sagt sie. “Ich bin dafür verantwortlich, alle miteinander in Verbindung zu setzen und den Informationsaustausch zu ermöglichen. Ich stelle sicher, dass alle das Gefühl haben, unterstützt zu werden, und die Informationen und Ressourcen bekommen, die sie brauchen. Neben den regelmäßigen Workshops arbeiten wir in erster Linie über Skype, weil wir alle aus verschiedenen Ländern kommen.”

Annkathrin bewegt sich mit Einfachheit zwischen ihren zahlreichen Projekten und Netzwerken: “Ich gehe dorthin, wo meine Energie hingeht. Ich genieße diese Art von Arbeit.” Und wieder sind wir bei ihrem Schlüsselwort “Energie”. auch wenn es eine andere Art von Energie ist – jene, die visionäre Arbeit und Zukunft antreibt.

fellows & friends

Über 5.000 Ehemalige aus über 40 verschiedenen Hertie-Projekten umfasst die stiftungsübergreifende Initiative fellows & friends. Am 22. und 23. Juni 2019 kommen viele von ihnen beim Hertie Fellows Summit im Berliner Harnack-Haus zusammen um über gesellschaftlich und wissenschaftlich relevante Themen unserer Gegenwart zu diskutieren.

Mehr über den Hertie Fellows Summit