"Ich arbeite mit meinem Team daran, den Alltag von Menschen mit MS zu erleichtern."

Die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft vertritt die Belange von Menschen, die an Multipler Sklerose erkrankt sind und organisiert deren sozialmedizinische Nachsorge. Andrea Holz ist seit 2005 die Geschäftsführerin der DMSG Hamburg und schildert uns in diesem Interview, wie sie sich am besten motiviert und worauf sie in ihrem Leben besonders stolz ist.

HERTIE-STIFTUNG: Liebe Frau Holz, wann haben Sie die besten Ideen?

ANDREA HOLZ: Ich finde den direkten Austausch mit Menschen, die sich auf dem Gebiet der MS engagieren, besonders inspirierend. Und ich schätze den Kontakt zu MS-Betroffenen, denn nur so kann ich erfahren, an was wir als Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft noch arbeiten können und müssen. Es ist für mich unvorstellbar, den ganzen Tag nur am Schreibtisch zu sitzen und ohne persönlichen Kontakt zu entscheiden, welche Projekte wir in unser Programm aufnehmen wollen.

Was tun Sie, wenn Sie sich etwas Gutes tun wollen?

Am liebsten schnappe ich mir an meinen freien Tagen ein gutes Buch, gerne eine Biographie oder einen Roman, und gehe damit in mein Lieblingscafé.

Andrea Holz, Quelle: DMSG Hamburg/Mauricio Bustamante
Strand in Dänemark
Quelle: Privat

Ich finde besonders bei der Arbeit meine Motivation.

Wie motivieren Sie sich?

Ich finde besonders bei der Arbeit meine Motivation, weil wir eben nicht nur in einem „normalen“ Büro sitzen, sondern auch über Gruppenräume verfügen, in denen sich viele unserer Mitglieder zum Beispiel zum Yoga oder zur Malgruppe treffen. Bei uns gibt es keinen eintönigen Arbeitsalltag und wir freuen uns immer, wenn auch mal kleine Kinder fröhlich durch das Gebäude flitzen. Aber auch unabhängig von der Arbeit motiviert mich der Kontakt zu Menschen, ganz egal, ob es MS-Betroffene sind oder nicht.

Haben Sie ein Lebensmotto?

Geht nicht, gibt’s nicht! Ich versuche für jedes Problem eine Lösung zu finden, und was soll ich sagen: Es findet sich eigentlich immer ein Weg!

Wen würden Sie gerne auf einen Kaffee treffen, wenn Sie die freie Wahl hätten?

Spontan fällt mir Anne Will ein. Sie würde ich gerne mal kennenlernen. Ich habe ihren Lebensweg von Anfang an verfolgt. Vielleicht weil wir beide aus NRW kommen, einer Generation angehören und ich auch mal Journalistin werden wollte… Ich finde, sie hat ein bewundernswertes Talent.

Auf was sind Sie stolz in Ihrem Leben?

Mich macht die Arbeit der DMSG allgemein stolz. Zu sehen, dass unsere Bemühungen den Betroffenen helfen und dass unser Angebot angenommen wird, zeigt mir die Relevanz unserer Arbeit. Unser Ziel ist es, den Alltag mit MS zu erleichtern und die Selbsthilfe anzuregen. Seit 2017 können wir hier in Hamburg zudem endlich eine Beratung speziell für Schwerstbetroffene anbieten! Das konnten wir nur mithilfe von Spenden im Rahmen des Projekts „Hand in Hand für Norddeutschland“ und einer weiteren zweckgebundenen Privatspende realisieren und nun eine Sozialpädagogin beschäftigen, die sich individuell mit den Betroffenen auseinandersetzt. Dass wir das nach vielen Jahren der Planung umsetzen konnten, macht mich wahnsinnig stolz!

Haben Sie einen Lieblingsort?

Ich habe mich in den letzten Jahren sehr in Dänemark und speziell in die dortige Nordseeküste verliebt. An der Küste mieten wir uns ein Ferienhaus, versteckt zwischen den Dünen. Mit etwas Glück hört man nichts von den Nachbarn, sondern kann die Ruhe und das Meer ganz pur genießen. Dabei dürfen natürlich nicht die langen Spaziergänge mit meiner Familie am breiten und langen Sandstrand fehlen, bei denen sich auch unser Hund austoben kann.

Nordseeküste in Dänemark
Quelle: Privat

Weitere Informationen

Schätzungen zufolge leben weltweit ca. 2,5 Millionen Menschen mit MS. In Deutschland leben nach neuen Zahlen des Bundesversicherungsamtes mehr als 200.000 MS-Erkrankte, jährlich werden ca. 2.500 Menschen neu mit MS diagnostiziert. Die DMSG möchte MS-Betroffenen mit ihrer Arbeit den Alltag erleichtern.

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